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Im Silo lagern 270 Tonnen Streusalz
Straßenmeisterei rüstet sich für Schnee

Uwe Friedrich (links) und Andreas Schölzel präparieren die Fahrzeuge für die kalte Jahreszeit.
Uwe Friedrich (links) und Andreas Schölzel präparieren die Fahrzeuge für die kalte Jahreszeit. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Mitarbeiter statten Fahrzeuge in der Bregenzer Straße in Spremberg für den Winterdienst aus. René Wappler

Auf den Winter bereiten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei in Spremberg in dieser Woche ihre Fahrzeuge vor. Dabei richten sie sich auf neue Hindernisse im Verkehr ein: Aufgrund aktueller Bauarbeiten sind so viele Verkehrsinseln entstanden, dass das Manövrieren in Gegenden wie der Forster Landstraße in eine Geduldsprobe ausarten könnte. Doch auch auf breiteren Fahrbahnen benötigen die Mitarbeiter der Straßenmeisterei höchste Konzentration.

Der Schneepflug kündet davon, dass die kalte Jahreszeit bevorsteht. Ihn haben die Fachleute am Montagmorgen von oben in die Aufnahmeplatte des Fahrzeugs hineingehängt und unten befestigt, damit er die Touren durch den Spree-Neiße-Kreis ohne Probleme bewältigt. An den Seiten des Fahrzeugs befinden sich zwei Soletanks. Oben im Trichter lagert das Salz.

Von der Bregenzer Straße in Spremberg starten die Einsätze, mit festgelegten Routen, die bis in den Norden des Spree-Neiße-Kreises führen. Straßenwärter Uwe Friedrich geht über den Hof der Meisterei. „Damit das Salz besser wirkt, wird es beim Fahren angefeuchtet“, erläutert er. „Wenn man nämlich keine Sole verwendet, dauert es länger, bis der Tauprozess beginnt.“

Mit vier Fahrzeugen werden die Fachleute der Straßenmeisterei unterwegs sein, sobald der erste Schnee fällt. Ein Lastkraftwagen mit Ladekran und Zubehör kostet allein 198 000 Euro. Das geht aus den Unterlagen der Unteren Straßenbehörde hervor.

Hinter dem Hauptgebäude steht der Silo auf dem Hof, der 270 Tonnen Salz aufbewahrt. Nach Angaben der Mitarbeiter handelt es sich um Salz von bemerkenswerter Reinheit. Der Hersteller, eine Firma aus Bernburg, bezeichnet es als „besonders wirksame Mischung aus hoch reinen, feinen und groben Salzkristallen“. Demnach sorgen die feinen Kristalle „für eine sofort einsetzende Tauwirkung“, während das gröbere Material dickere Schichten von Schnee und Eis langfristig schmelzen lässt. Neben deutschen Behörden zählen Straßenmeistereien in Skandinavien zu den Kunden des Unternehmens.

Zwar gelten für dieses Streusalz die Gesetze des Kapitalismus: Hohe Qualität hat ihren Preis. Doch der scheint sich auf lange Sicht doch wieder auszuzahlen, wie die Mitarbeiter der Spremberger Straßenmeisterei berichten. Verunreinigtes Salz habe in der Vergangenheit oft die Technik beeinträchtigt und zu Ausfällen geführt. Dieses Problem bestehe heute nicht mehr.

Auf ihren Winterdienst-Touren müssen die Fahrer der Meisterei nicht nur auf den Straßenverkehr achten. Vielmehr behalten sie während der gesamten Strecke das Steuerpult der Fahrerkabine im Blick, über das sie den Salzverbrauch ständig neu justieren.

Straßenwärter Andreas Schölzel sagt: „Wir sind der Umwelt wegen angehalten, nicht im Übermaß zu streuen.“ Bei neueren Anlagen misst ein Thermomat während der Fahrt die Temperatur der Straßenoberfläche. Er bietet anhand dieser Daten dem Bordcomputer die jeweils benötigte Salzsolemenge an.

Die Mitarbeiter der Spremberger Meisterei fahren vor allem über die Kreisstraßen der Region. Allerdings hat die Behörde Kooperationsverträge abgeschlossen, zum Beispiel mit dem Landesbetrieb für Straßenwesen, so dass sie hier und da auch auf Landstraßen streuen.

So bedient die Meisterei die Landesstraße 48 von Spremberg nach Bohsdorf, während sich der Landesbetrieb um die Kreisstraße zwischen Döbern und Groß Bademeusel kümmert. An der Landesstraße von Peitz nach Guben zweigt wiederum eine kleine Kreisstraße zum Großsee ab: Da wäre es unökonomisch, wenn der Winterdienst nur seiner ursprünglich vorgegebenen Route folgen würde.

Das Team am Spremberger Standort arbeitet während der Wintersaison vom 1. November bis 31. März im Drei-Schicht-System: So beginnen die ersten Mitarbeiter morgens um drei Uhr mit ihren Einsätzen. Gegen 21.45 Uhr endet der Arbeitstag der Spätschicht.