" Der Vorsitzende des Spremberger SPD-Ortsvereins, Dirk Süßmilch, erinnert an den sozialdemokratischen Gewerkschaftsfunktionär Ernst Tschickert, der das Ideal der Sozialdemokratie mit dem Leben bezahlte: Im Jahr 1949 nahmen ihn Mitarbeiter des sowjetischen Geheimdienst unter dem Vorwand fest, er habe Spionage betrieben. Ernst Tschickert kam daraufhin in ein sibirisches Arbeitslager, wo er im Jahr 1951 starb. Heute erinnert der Vorplatz des Spremberger Schlosses an seinen Namen.

In seiner Chronik zum Jubiläum der ortsansässigen SPD berichtet der Spremberger Fraktionschef Andreas Lemke von der Gründung eines sozialdemokratischen Arbeitervereins für die Stadt im Jahr 1890. Am 1. Mai des gleichen Jahres fand die erste Maifeier in Spremberg statt. "Für die Arbeiter, die frei machen konnten, und ihre Familien gab es nachmittags einen Ausflug nach Unterteschnitz", schreibt Andreas Lemke. "Abends war Vollversammlung im Prasseschen Saal mit dem Kaufmann Türk aus Berlin." Dort gründete sich auch der Spremberger Arbeiterverein - streng genommen zum zweiten Mal seit dem Jahr 1873. Denn schon damals hatte sich in Spremberg ein Gruppe des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins gebildet.

In dieser Woche lädt die SPD zu einem Bürgerfest mit preisgünstigen Getränken und Speisen ein, um das Jubiläum zu feiern. Nach Auskunft von Fraktionschef Andreas Lemke beginnt das Fest am morgigen Freitag, 24. Mai, um 15 Uhr am Bullwinkel. Die Spremberger Genossen haben dazu prominente Parteimitglieder aus dem Land Brandenburg eingeladen - unter anderem Bildungsministerin Martina Münch, die Landtagsabgeordnete Kerstin Kircheis und Generalsekretär Klaus Ness. Das Kulturprogramm sieht Auftritte der AWO-Kindertagesstätte vor, der Tanzgruppe vom Bergschlösschen und einer Blaskapelle.

Ebenfalls am morgigen Freitag können die Besucher des Bürgerhauses zum ersten Mal eine Ausstellung besuchen, die sich der Geschichte der deutschen Sozialdemokratie widmet. Eröffnung: um 16 Uhr. 20 Tafeln beleuchten die Historie der Partei. Der Vorsitzende des Ortsvereins, Dirk Süßmilch, erläutert: "Ich würde mich freuen, wenn zum Beispiel die Spremberger Schulen unsere Chronik im Geschichtsunterricht nutzen würden, um deutsche Geschichte anhand ihrer Heimatstadt anschaulich, greifbar und für junge Menschen erlebbar zu machen."