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| 01:36 Uhr

Spremberger sorgt sich um sowjetisches Ehrenmal

Der Spremberger Ralf-Dieter Drews schreibt zur Diskuskussion um das Mahnmal auf dem Georgenberg:

Die Spremberger Stadtverordneten haben in ihrer Dezember-Sitzung den Beschluss gefasst, ein längst überfälliges Mahnmal nun endlich zu errichten. In diesem Zusammenhang wurde der Vorschlag in die Debatte eingebracht, das jetzige sowjetische Ehrenmal quasi abzureißen und nicht, wie eigentlich nur möglich, zu sanieren. An deren Stelle soll das ehemalige, zu DDR-Zeiten eingeebnete alte Friedhofsareal der gefallenen sowjetischen Soldaten mit dem Ehrenmahl wieder errichtet werden.
Hier stellt sich nun folgende Frage für mich: Wer finanziert das„ Und vor allem: Darf überhaupt so gehandelt werden“ Denn in einem Zusatzvertrag zum Zwei-plus-Vier-Vertrag, dem Partnerschaftsvertrag vom 9. November 1990 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion, verpflichtet sich die Bundesrepublik Deutschland, dass „die auf deutschen Boden errichteten Denkmäler, die den sowjetischen Opfern des Krieges und der Gewaltherrschaft gewidmet sind, geachtet werden und unter dem Schutz deutscher Gesetzte stehen“ . In einem Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Regierung der russischen Föderation vom 16. Dezember 1992 wird weiter festgelegt, dass nur im Einvernehmen mit Vertretern der russischen Seite Veränderungen auf Friedhofsanlagen oder die Beseitigung von Kriegsgräbern vorgenommen werden dürfen. Gab es also überhaupt Gespräche mit russischen Behörden„ Da es sich ja um einen „Neubau“ handeln würde: Finanziert denn die Bundesrepublik überhaupt diesen „Bau“ . Denn der Gesetzestext lautet ja „zu Pflege und Erhalt sowjetischer Denkmäler und Kriegsgräber ...“
Zum Leserbrief von Siegbert Reinhold aus Spremberg (die RUNDSCHAU vom 17. Dezember) möchte ich sagen, dass sein Vorschlag zum Wiederaufbau der Georgenkapelle sicher nicht so leicht über Spendengelder finanzierbar ist. Aber um sein Idee aufzugreifen: Es wäre doch sicher machbar, die Georgenkapelle nicht komplett, sondern nur in ihren Grundrissen entstehen zu lassen. Also Fundament mit einer rund einen Meter hohen Grundmauer. Aber ein Anbringen von Gedenktafeln würde eigentlich den Vorschlägen zu einem weiteren Opferstandort widersprechen.
Im Zusammenhang mit Opfertafeln stellen sich eigentlich noch weitere Fragen, die eigenartiger Weise bisher nie öffentlich diskutiert wurden: Wo beispielsweise sind die an den Stützmauern unterhalb des Georgenbergturmes angebrachten Gedenktafel für die Opfer des Ersten Weltkrieges verblieben“ Wurden sie wirklich eingeschmolzen und daraus die jetzt vorhandenen Reliefs gegossen„ Was ist aus der Säule für die Opfer des deutsch-französischen Krieges von 1870/71 geworden“ Im Juli 1991 hatte die RUNDSCHAU berichtet, dass die Säule nicht zerstört wurde und dass das Niederlausitzer Heidemuseum, das heute im Kulturschloss des Spree-Neiße-Kreises untergebracht ist, diese Säule bergen will. Wo ist die Säule verblieben„ Und warum wird sie nicht, wie in vielen anderen Städten auch, einfach wieder aufgestellt“