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| 11:39 Uhr

Spremberger Schülerin stürzte vom Fahrrad, weil Bordstein wegbrach

Spremberg.. Die Schülerin Maria Unterkötter ahnte nichts Böses, als sie am 24. März von der Schule kommend die Kraftwerkstraße entlang mit dem Fahrrad nach Hause fuhr. Christina Engel

Doch auf dem Radweg, der an der Straße entlang führt, in Höhe der Hausnummern 28 und 80, kam sie mit ihrem Fahrrad zu Fall. Der Grund: der Weg ist in marodem Zustand. Der Beton nahe der Bordsteinkante war unter Marias Fahrrad einfach weggebrochen und das Mädchen stürzte.
Maria verletzte sich leicht am Daumen und an den Knien, kam jedoch mit einem Schrecken davon. Das Fahrrad war kaputt und musste nun nach Hause geschoben werden.

Brief an das Ordnungsamt
Erbost über den schlechten Zustand der Straße, wandte sich Dieter Unterkötter, Marias Vater, an das Ordnungsamt der Stadt Spremberg. Der Fahrradweg werde jeden Tag von mehreren hundert Bürgern benutzt, schrieb er, vor allem von Kindern, die aus der Schule kommen und stadteinwärts nach Hause fahren. Der bauliche Zustand sei unvertretbar, nicht nur im Bereich des Unfallortes. „Ich verlange, dass der Fahrradweg in einen ordentlichen Zustand gebracht wird“ , schrieb er weiter.

Ersatzteil kostete zehn Euro
Die Kosten für die Reparaturen am Fahrrad seiner Tochter wollte er erstattet haben. Eine Felge war nicht mehr zu gebrauchen und musste ersetzt werden. Das Ersatzteil kostete zehn Euro, die Reparatur erledigte Dieter Unterkötter selbst.
Vom Kommunalen Schadenausgleich, die den Haftpflichtschaden für die Stadt überprüft hat, erhielt Unterkötter Ende Mai die Antwort, dass eine Haftung von Städten und Gemeinden lediglich bei unerwartet auftretenden und nicht erkennbaren Gefahrenquellen gegeben sei. Der Unfall habe sich bei Tageslicht zugetragen, so dass Maria die Gefahrenquelle hätte erkennen können. Außerdem seien Maria die örtlichen Gegebenheiten bekannt, da sie in der Nähe wohne. „Bei Beachtung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt wäre daher dieser Unfall vermeidbar gewesen. Eine Schadenregulierung ist daher ausgeschlossen“ , heißt es abschließend.

Rechte, nicht nur Pflichten
Dieter Unterkötter will sich mit dieser Antwort nicht zufrieden geben. Als Bürger werde man von der Stadt schnell zur Kasse gebeten, wenn es ums Parken oder den Winterdienst gehe, sagt er. Als Bürger dieser Stadt könne man doch nicht nur Pflichten haben.
Man müsse doch auch Rechte haben, in diesem Fall auf vernünftige Straßen.
Gerd Schmiedel, Tiefbauamtsleiter der Stadt Spremberg, ist der Fall der Familie Unterkötter bekannt. „Es ist natürlich sehr traurig, dass ein Kind bei dieser Sache zu Schaden gekommen ist“ , sagt er.

Kilometerlanges Straßennetz
„Aber die Stadt hat einfach ein kilometerlanges Netz von Straßen und Wegen. An vielen Stellen muss da saniert und repariert werden. Das ist aber ein hoher investiver Aufwand und in Zeiten leerer Kassen schwierig. In der Kraftwerkstraße haben wir schon damit begonnen, Teile auszubessern. Wir können jedoch das aus wirtschaftlichen Gründen nur nach und nach erledigen.“
Schmiedel kündigte an, nun zu überprüfen, ob an den entsprechenden Stellen an der Kraftwerkstraße nicht zumindest ein Schild, das auf den maroden Straßenzustand hinweist, aufgestellt werden könne.