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| 14:42 Uhr

Bauwerk gefährlich für Verkehr
Brücke in Cantdorf völlig gesperrt

Ortsvorsteher René Nakoinz hofft, dass der Neubau der Brücke in Wilhelmsthal bald passiert. „Sie ist schließlich wichtig für Spremberg.“
Ortsvorsteher René Nakoinz hofft, dass der Neubau der Brücke in Wilhelmsthal bald passiert. „Sie ist schließlich wichtig für Spremberg.“ FOTO: LR / René Wappler
Spremberg. Künftig bleibt der Weg über die Spree auch Fußgängern und Radfahrern verwehrt.

Eine beliebte Strecke der Spremberger Jogger, Spaziergänger und Radfahrer ist jetzt komplett dicht gemacht worden. Auf der einen Seite an der Spree entlang, dann über die Brücke, auf der anderen zurück: Das war einmal. Bauzäune riegeln jetzt den Weg über den Fluss ab.

Als einen Schock für die Einwohner von Cantdorf bezeichnet Ortsvorsteher René Nakoinz das Sperren der Brücke bei Wilhelmsthal. Zwar durften Autos das Bauwerk schon seit Jahren nicht mehr passieren. Doch in der vergangenen Woche haben die Mitarbeiter des Rathauses angeordnet, es ebenso für Radfahrer und Fußgänger zu sperren. Wie Pressesprecher Alexander Adam mitteilt, wurde dies bei einer Prüfung am 6. Dezember empfohlen.

Dazu erklärt Ortsvorsteher René Nakoinz in einem Schreiben, das er auch im Schaukasten des Dorfes veröffentlicht hat: Die Sperrung sei nötig, weil sich die Brücke allem Anschein nach „in einem unerwartet schlechten Zustand befindet“. Allerdings sei es auch „ein beinahe glück­licher Umstand“, dass die Investition in die Brücke „gerade noch den Sprung“ in den Haushaltsplan der Stadt Spremberg für die Jahre 2019 und 2020 geschafft hat, merkt der Ortsvorsteher an. Das sei ein wichtiges Zeichen für die Einwohner von Cantdorf, aber auch für weitere Spremberger und die Radtouristen. Vorerst müsse sich der Ortsteil „dennoch mit dieser sehr ärgerlichen Situation abfinden“, stellt René Nakoinz fest. Schließlich gehe ein solches Bauprojekt oft mit zeitraubenden Planungsverfahren und der Abhängigkeit von Fördertöpfen der Landesregierung einher.

Mit dem Zustand der Brücke befassten sich auch die Spremberger Stadtverordneten, als sie am vergangenen Mittwoch im Bürgerhaus über den Haushalt berieten. Der Fraktionschef der Nächsten Generation, Benny Stobinski, betonte erneut, dass er einer geplanten Investition in Höhe von 2,2 Millionen Euro nicht zustimmen werde. Vielmehr drängte er darauf, dass die Stadt nur einen Eigenanteil von 560 000 Euro einsetzt. Was dann noch an Geld fehle, könne mit Hilfe von Fördermitteln finanziert werden. „Das ist unsere Grenze“, sagte Benny Stobinski.

Ihm stimmte der Fraktionschef der SPD zu, Dirk Süßmilch. „Den Antrag der Nächsten Generation betrachte ich als sinnvoll“, erklärte er.

Auch die Vereinten Wählergruppen setzen darauf, dass die Stadt Fördermittel für die Brücke in Wilhelmsthal einwirbt. Das bekräftigte Fraktionschefin Christina Schönherr.

Schon im März 2016 hatte Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel vor den Mitgliedern des Spremberger Bauausschusses vom maroden Zustand der Brücke berichtet. Er erwähnte Risse in den Endwiderlagern und deren seitlichen Wänden. Die Mantelrohre der Pfahlgründungen seien angerostet. Ein Pfahl im Gewässerbereich reiße bereits längs auf, teilte Gerd Schmiedel damals mit. Wegen dieser Schäden gelte eine völlige Sperrung für den Fahrzeugverkehr.