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| 15:59 Uhr

Bestattungswesen im Wandel
Spremberger Politiker stimmen über Friedhöfe ab

Spremberg. Insgesamt 13 Anlagen sollen langfristig zumindest teilweise geschlossen werden.

Erste Konsequenzen bahnen sich aus dem Konzept für die Friedhöfe in Spremberg an. Die Rathaus-Mitarbeiter richten sich darauf ein, Teilflächen in 13 Anlagen zu schließen. Über diesen Plan werden die Stadtverordneten am Mittwoch, 4. Juli, abstimmen. Dann treffen sie sich zu ihrer Konferenz im Bürgerhaus, die um 14 Uhr beginnt.

Allerdings lässt das Konzept noch ein paar Hintertüren offen. So erläutert Fachbereichsleiter Gerd Schmiedel: Wenn Teile der Friedhöfe geschlossen werden, kommt es lediglich nicht mehr zu weiteren Beisetzungen.  Falls auf dem Gelände Grabstätten liegen, deren Frist sich verlängern lässt, können dort sogar auch später noch Beisetzungen stattfinden. Die Übergangsfrist dafür beträgt zehn Jahre.

Dieser Plan deckt sich mit dem Wunsch vieler Spremberger Stadtverordneter. Denn sie haben stets betont, dass sie die Friedhöfe nur behutsam verändern wollen. Im April bekräftigte der Vorsitzende des Bauausschusses, Peter Reininger (CDU): Die Auswirkungen dieses Konzepts werden sich erst in den Jahren 2040 bis 2050 zeigen. „Wir wollen eine sinnvolle Planung haben und zusammenhängende Flächen“, sagte er. „Auch wenn wir das alles womöglich nicht mehr erleben werden.“

So können nach Angaben des Fachbereichsleiters Gerd Schmiedel geschlossene Teile von Friedhöfen bei Bedarf wieder belegt werden. Grundsätzlich sei der Ablauf der Mindestruhezeit nach der letzten Bestattung einzuhalten.

Der Plan des Rathauses betrifft die Friedhöfe in Sellessen, Cantdorf, Groß Luja, Graustein, Terpe, Trattendorf, Türkendorf, Schwarze Pumpe Nord, Schönheide, Slamen, Sellessen, Weskow und den Waldfriedhof.

Langfristig plant auch die Stadt Guben, nicht mehr benötigte Bereiche der Friedhöfe wieder zu entwidmen. Das berichtet Cornelia Conrad, die sich in der Verwaltung der Stadt für das Bestattungswesen kümmert. Allerdings werde sich dieser Prozess „noch über Jahre hinziehen“, wie sie im Gubener Umweltausschuss vor knapp zwei Wochen einräumte. Ähnlich wie in Spremberg hat der Einwohnerschwund zu dem Nebeneffekt geführt, dass weniger Friedhofsfläche benötigt wird.

Darüber hinaus findet in Spremberg nur noch einer von zehn Toten seine letzte Ruhe in einem klassischen Erdgrab. In 90 Prozent der Sterbefälle kommt es zum Einäschern, wie Rathaus-Mitarbeiterin Doritha Drews im Friedhofskonzept mitteilt. Die Friedhofsfläche in der Stadt ist demnach 10,8 Hektar zu groß.