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| 12:07 Uhr

Polizei sucht Zeugen
Spremberger nach Brandnacht in Sorge

Elf Brände in einer Nacht. Das hat es in Spremberg noch nicht gegeben.
Elf Brände in einer Nacht. Das hat es in Spremberg noch nicht gegeben. FOTO: Bogott Detlef
Spremberg. Elf Brände in einer Nacht haben in Spremberg für große Verunsicherung gesorgt. Wer ist der Brandstifter? Die Polizei ermittelt fieberhaft.

In der Nacht zum Samstag hat die Feuerwehr in Spremberg alle Hände voll zu tun gehabt. Insgesamt elf Brandorte mussten kurz hintereinander angefahren werden. Dort standen Mülltonnen, Container und ein Moped in Flammen. Für die Brandbekämpfer ein bisher nicht gekanntes Szenario: „Zwei, drei Einsätze gleichzeitig, ja das gab es schon. Aber so etwas haben wir bislang auch noch nicht erlebt“, sagt Christian Balzer Einsatzleiter und stellvertretender Wehrleiter.

Auch für die Polizei ist das kein alltäglicher Vorgang. Rasch wurde eine Ermittlungsgruppe gegründet, die seit Samstagmorgen alle Spuren auswertet. Auch ein Zeugenaufruf wurde bereits gestartet. „Wer kann Hinweise zu den Bränden, möglichen Tatverdächtigen oder ungewöhnlichen Personenbewegungen in der Nacht zum Samstag geben?“, fragt Polizeisprecher Lutz Miersch. Hinweise nimmt die Polizeiinspektion unter der Rufnummer 0355 4937-1225 entgegen.

Die Spuren der Brandnacht sind im Stadtbild noch überall zu sehen. Ruß der sich an Häuserwänden emporzieht. Ein Straße musste gar gesperrt werden, weil der Asphalt Schaden genommen hat. „Ich finde ein solches Verhalten einfach unmöglich. Denkt denn derjenige oder diejenigen nicht an die Menschen, die dabei auch zu Schaden kommen?“, fragt Marina Fritsche. Eine Anwohnerin wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht.

„Ich bin schockiert! Was ist das bloß für ein Mensch, der bewusst andere Menschen in Gefahr bringt?“, fragt Silke Butzlaff. Dass nicht noch mehr passiert ist, war teilweise nur dem Zufall zu verdanken. „Nur durch das beherzte Eingreifen zwei junger Männer konnte ein Übergreifen auf unseren Pkw in der Paul-Thomas-Strasse verhindert werden“, berichtet Anwohnerin Sandra Urbassek. „Die kleine Tonne stand unmittelbar neben dem Fahrzeug. Hätte man die nicht rausgezogen, sähe es für unser Auto schlecht aus.“

Mit der Verunsicherung und den Bildern vor Augen wird auch der Ruf nach härteren Strafen laut. „Ich hoffe nur, dass man den oder die Täter schnappt und richtig hart für ihre Taten bestraft und für die Schäden selbst aufkommen lässt“, sagt Marina Fritsche. „Der, oder die Täter machen sich offensichtlich keine Gedanken darüber, welche Folgen Ihre Taten haben könnten. Es muss juristisch hart dagegen vorgegangen werden“, erklärt Hartmut Kollath.

Lob gibt es hingegen die Einsatzkräfte, die auch von umliegenden Wehren in der Brandnacht unterstützt wurden. „Ich finde es super, wie die Feuerwehr gearbeitet hat, um Schlimmeres zu verhindern“, sagt Sabrina Hildebrand.

Wer tut so etwas? – das fragen nur viele Spremberger. Ein Psychologe gibt Antworten: „Nicht alle Brandstifter sind psychisch krank“.

(bob)