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| 17:13 Uhr

Regionalwettberb „Jugend musiziert“
Musik-Duo mit einem klaren Ziel

 Leonie Bullan (links) und Lea Mareen Greiner erhoffen sich gute Chancen beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ in Spremberg. 
Leonie Bullan (links) und Lea Mareen Greiner erhoffen sich gute Chancen beim Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ in Spremberg.  FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. Leonie Bullan und Lea Mareen Greiner wollen es zum Landeswettbewerb schaffen. Von Marcel Laggai

Konzentriert sitzt Leonie Bullan am schwarzen Konzertflügel. Ihre Finger gleiten über die Tasten und ihr Kopf wippt im Takt der Musik. Immer wieder huscht ihr Blick hinüber zu Lea Mareen Greiner, die unmittelbar neben dem Flügel steht und Leonies Klänge ergänzt – mit der Querflöte. Während die beiden Schülerinnen die musikalischen Stücke vortragen, scheinen sie keine Notiz vom anwesenden Publikum zu nehmen. Dabei sind die Leute gekommen, um der letzten öffentlichen Probe, direkt unter dem Dach des Kulturschlosses, beizuwohnen. Denn am heutigen Donnerstag startet in Spremberg der Regionalwettbewerb von „Jugend musiziert“ (die RUNDSCHAU berichtete).

Zu den knapp 300 angemeldeten Musikern zählt eben auch jenes Duo, welches am Mittwochabend den Abschluss der Generalprobe bildete. Von Aufregung ist bei den Sprembergerinnen allerdings nichts zu spüren. Kein Wunder, ist es doch nicht der erste Regionalwettbewerb der beiden. „Ich habe bis dato schon sieben Mal am Regionalwettbewerb teilgenommen“, sagt die 17-jährige Leonie fast schon beiläufig. Doch auch Lea braucht sich nicht zu verstecken. Sie habe bereits fünf dieser großen Wettbewerbe mitgemacht, heißt es von der 15-Jährigen. Beide eint indes der Einstieg in die Musik. Haben sie doch ihre ersten Erfahrungen im Instrumentenkreisel gemacht – noch bevor sie in der Schule das Lesen und Schreiben beigebracht bekamen.

Dabei wollte Lea ursprünglich eigentlich ein anderes Instrument spielen, aber ihre kindliche Anatomie machte ihr einen Strich durch die Rechnung. „Ich habe mir damals eigentlich die Blockflöte ausgesucht, aber meine Finger waren so klein, dass ich auf der Flöte nicht von Loch zu Loch greifen konnte“, so die 15-Jährige, während sie zu schmunzeln beginnt. Stattdessen habe man ihr zur Querflöte geraten, der sie dann auch die Treue hielt, fügt sie hinzu.

Leonie ist von Anfang an dem Tasten-Instrument verfallen. „Ich habe mit dem Keyboard angefangen und bin später zum E-Piano beziehungsweise zum Flügel gewechselt.“ Mit mehr Tasten seien diese Instrumente weitaus anspruchsvoller, heißt es von der 17-Jährigen. Während Keyboards mit 49, 61 oder 76 Tasten bestückt sind, weisen die Profiinstrumente eine Klaviatur von 88 Tasten auf.

Doch ohne Fleiß kein Preis. Das mussten die Musikerinnen besonders in den Anfangsjahren erfahren, wie Sonja Junghänel, Leiterin der Musik- und Kunstschule „Johann Theodor Römhild“, hervorhebt. „In dieser Zeit muss man erst einmal das Gefühl für die Musik entwickeln und das geht nur mit sehr viel Übung“, so die Leiterin, die auch das Duo bei den Vorbereitungen begleitete. Da die schulischen Leistungen allerdings Priorität hätten, bliebe den Schülerinnen, neben den Proben, oft nur wenig Freizeit und davor habe sie wirklich Respekt, gesteht Junghänel ohne Umschweife.

Das können Lea und Leonie bestätigen. Vergeht doch kein Tag, an dem die Schülerinnen nicht zum Instrument oder in die Tasten greifen – sowohl daheim als in der Musikschule. „Gerade vor Wettbewerben probt man noch intensiver“, sagt Leonie, was auch Lea bestätigt.

Angefangen haben die Proben für „Jugend musiziert“ bereits im vergangenen Sommer. Während nicht nur die Spree-Neiße-Region unter der gleißenden Sonne ächzte, erfuhren die beiden von den aufzuführenden Werken. Kein Zuckerschlecken, müssen – laut Reglement – doch mindestens zwei Stilepochen präsentiert werden. Der „Dialog“ des preisgekrönten deutschen Komponisten Siegfried Thiele war dabei eine besonders harte Nuss. „Die Tempi sind bei diesem Werk manchmal echt schnell, sodass man sich gerade in den ersten Wochen regelmäßig verhaspelt hat“, erklärt Leonie, während sie mit den Schultern zuckt. Aber mittlerweile würde auch dieses Stück recht gut sitzen, fügt Lea hinzu. Die Leiterin sieht derweil noch Verbesserungsbedarf. „Ja, das klang schon recht gut, aber wenn ihr besonders am Anfang nicht so laut spielen und viel mehr auf die feinen Nuancen des Klanges achten würdet, dann wäre es noch besser“, merkt Junghänel an. Woraufhin sie ein zustimmendes Nicken erntet. Bis zu ihrem Auftritt am Freitag um 18 Uhr in der Aula geloben die Schülerinnen jedoch Besserung. Auf dass ihrem Ziel – dem Einzug in den Landeswettbewerb – nun nichts mehr im Wege steht.