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| 18:03 Uhr

Stolperstrecke für Fußgänger in Spremberg
Unfallgefahr in Mühlenstraße

 Die Kopfsteinpflaster in Mühlenstraße ist gerade für die Bewohner des ansässigen Pflegezentrums eine Zumutung. Erst recht, weil die Stadt bereits seit Jahren um das Problem weiß.
Die Kopfsteinpflaster in Mühlenstraße ist gerade für die Bewohner des ansässigen Pflegezentrums eine Zumutung. Erst recht, weil die Stadt bereits seit Jahren um das Problem weiß. FOTO: LR / marcel Laggai
Spremberg. Das Kopfsteinpflaster in der Spremberger Mühlenstraße ist eine Gefahr für seine Anwohner. Kommt nun endlich eine Lösung? Von Marcel Laggai

Die Mühlenstraße in der Spremberger Innenstadt ist nur knapp 200 Meter lang und doch beschäftigt sie nicht nur die Anwohner bereits seit vielen Jahren. Stein des Anstoßes ist das verbaute Kopfsteinpflaster. Zwar ist es historisch korrekt und mithilfe von Fördermitteln in der Altstadt verlegt worden, aber über die möglichen Folgen für die Fußgänger wurde sich damals  kein Kopf gemacht. Finden zumindest Anlieger.

Ein Spaziergang durch die Mühlenstraße ist nicht nur mühsam, sondern auch gefährlich, wie Hubert Lamm vom Spremberger Seniorenbeirat zu berichten weiß. „Immer wieder treten Leute an mich heran, die zwischen den Fugen der Pflastersteine hängenbleiben oder auch stolpern.“ Und die Stadt habe offensichtlich kein Interesse dran, das Problem endlich zu lösen, mutmaßt der Senior.

Im Rathaus hat man die Mühlenstraße noch immer auf dem Schirm, wie Stadtsprecher Alexander Adam auf RUNDSCHAU-Anfrage beteuert. Adam verweist auf bestimmte Bereiche der Straße, in denen die Zwischenräume zwischen den Pflastersteinen mit unterschiedlichen Materialien verfüllt wurden. Diese Maßnahme ist jedoch schon gut zwei Jahre her und so fragt sich Lamm: „Wie geht es nun weiter mit der Buckelpiste Mühlenstraße?“

Ein Blick auf eine der besagten verfüllten Stellen lässt erkennen, dass das zementähnliche Füllmaterial bereits zahlreiche Risse aufweist. Angesprochen auf den vermeintlich langen Zeitraum zwischen Kontrollen heißt es, dass man mehrere Frostperioden habe abwarten müssen, um zu sehen, wie sich das Material verhalte. Weiterhin erklärt der Stadtsprecher: „Vor der Beratung des kommenden Ausschuss Bauen, Ordnung und Sicherheit (ABOS) soll eine gemeinsame Begehung durchgeführt werden.“ Dann werde der Zustand der sogenannten Prüffelder nochmals genau inspiziert – und sowohl der Seniorenbeirat als auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) sei dazu eingeladen, fügt Adam hinzu.

Das DRK betreibt das Pflegezentrum „Am Mühlenwehr“, welches sich auf halber Strecke der Pflasterstraße befindet. Auch dort wartet man seit etlichen Jahren darauf, dass sich die Umstände vor der Haustür verbessern. „Seit 2013 befindet sich unser Pflegezentrum in der Mühlenstraße. Der Weg beziehungsweise die Straße sind seit jeher eine Zumutung“, sagt der Leiter der Einrichtung, Andreas Kockejei. Immer wieder erfährt der Einrichtungsleiter von den Senioren seines Hauses, dass das Pflaster kreuzgefährlich sei.

Kein Wunder, kann ein Sturz in reiferem Alter mitunter zu schweren Verletzungen führen. Doch so weit muss es gar nicht erst kommen, um den Groll ob der Situation weiter wachsen zu lassen. „Auch wenn nicht immer etwas Schlimmes passiert: Die Rollstühle oder Rollatoren der Bewohner oder Gäste bleiben regelmäßig in Fugen hängen.“ Allerdings ist die Situation auch für jüngere Leute mehr als grenzwertig, wie Kockejei erklärt. „Unsere Rettungssanitäter schimpfen auch immer wieder über die Fugen zwischen den Steinen, weil sie mit ihren Tragen oder sonstigen Hilfsmitteln sich dort ebenfalls regelmäßig ‚festfahren’ oder hängenbleiben.“

Kockejei ist es derweil fast schon leid, dass die Stadt immerzu die Kosten für einen möglichen Umbau der Mühlenstraße hervorhebt. Auch Hubert Lamm mag die ewige Diskussion um das Geld nicht mehr hören und möchte stattdessen, dass sich endlich etwas tut. Sogar einen Vorschlag hat der Senior bereits parat, der zudem keine komplette Neugestaltung der Straße nötig macht. „Ein asphaltierter Randstreifen, mit ausreichend Platz für Rollatoren und auch Kinderwagen, wäre wünschenswert, damit die ‚Stolperfallen’ ein für allemal der Vergangenheit angehören und man wieder sicheren Fußes die Straße langspazieren kann.“  

Was die Begehung der Stadt indes bringen wird, vermag nur die Zukunft zu zeigen. Vonseiten des Stadtsprechers Alexander Adam heißt es aber bereits im Vorfeld, dass das Ziel eine zeitnahe und nachhaltige Umsetzung sei.