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| 02:36 Uhr

Spremberger Kulturbund begeht in diesem Jahr das 70-jährige Bestehen

Die Fachgruppe Numismatik unter Leitung von Ralf-Peter Tiegs (links, stehend).
Die Fachgruppe Numismatik unter Leitung von Ralf-Peter Tiegs (links, stehend). FOTO: Martina Arlt
Spremberg. Im Spremberger Kulturbund sind seit sieben Jahrzehnten zahlreiche Fachgruppen vereint. Insgesamt gehören heute 250 Mitglieder aus Forst, Spremberg und Cottbus dem Verein an und frönen in unterschiedlichen Bereichen ihren Hobbys. Martina Arlt

Zu den Abteilungen gehören die Numismatiker, die Philatelisten, die Freunde der Kakteen und Sukkulenten, der Chor Liedertafel, die Spinnstube, die Redaktion Heimatkalender, die Modelleisenbahner, die Fotogruppe, die Freunde der Hausmusik, der Theaterring sowie der Textilzirkel. Die Vielseitigkeit zeichnet besonders den Spremberger Kulturbund aus. So gehören auch Theaterfreunde dazu, die über den Kulturbund Karten im Rahmen des Theaterringes erhalten und so fünf Mal im Jahr Veranstaltungen im Cottbuser Theater besuchen können.

Seit 1991 steht Ralf-Peter Tiegs an der Spitze des Spremberger Kulturbundes. Der 58-Jährige ist es auch, der die Numismatiker führt. Das Jubiläum des Vereins soll mit verschiedenen Aktivitäten gefeiert werden. Das werden kleinere Ausstellungen und Präsentationen der einzelnen Bereiche sein, zum Heimatfest werden sich die Fachbereiche wieder vorstellen. Das diene natürlich auch der Mitgliedergewinnung vor allem Jüngerer. "Das Durchschnittsalter ist schon recht hoch", bedauert Ralf-Peter Tiegs. Bei der Numismatik, auch Münzkunde genannt, wäre ein Alter von 16 Jahren sehr sinnvoll.

Gleich in den ersten Tagen des neuen Jahres versammelten sich die Numismatiker im Domizil des Spremberger Kulturbundes. Zu ihrer Fachgruppe gehören 24 Mitglieder, wovon 15 zu den aktiven Numismatikern zählen. "Münzen werden auf keinen Fall weggeworfen, man sollte sich beraten lassen. Auch Orden und Abzeichen sind einer näheren Betrachtung wert und geben Auskunft zur Historie", rät der Vorsitzende der Numismatiker bei Funden. Seine Sammelleidenschaft begann Ende der 80er-Jahre. "1987 erhielt ich von meiner Tante eine große Holzkiste mit Alu-Geld, zum Teil Inflationsgeld. So kam immer wieder das eine oder andere seltene Stück hinzu und irgendwann sammelte ich." Sein eigentliches Hobby war damals der Radsport, der auch von seinem Vater sehr aktiv betrieben wurde, erzählt Ralf-Peter Tiegs.

Die Numismatiker spezialisierten sich im Laufe der Zeit auf besondere Bereiche. Ralf-Peter Tiegs entschied sich beispielsweise für die Kategorie Spremberger Notgeld. So sammelt Gisbert Mickan Orden und Abzeichen, Göran Havenstein Geldscheine, Klaus Richter Stücke zum Thema Reformation, Georg Thiemschmidt Kleingeld und Geld der ganzen Welt. Zu den traditionellen Gebieten der Spremberger Numismatiker gehören auf jeden Fall Sammlerstücke aus dem Deutschen Reich, der DDR und BRD.

Wird in Spremberg gefeiert, dann sorgen besonders die Freunde des Kulturbundes mit ihren historischen Kostümen für Aufsehen. Gern reihen sich dann Karin und Burkhard Meinel, Peter Kiraj, Harald Jatzlauk sowie Petra und Ralf-Peter Tiegs bei den Umzügen mit ein. Mit diesen mittelalterlichen Kostümen präsentieren sich die Spremberger Kulturbundmitglieder seit mehr als zwei Jahrzehnten zu kulturellen Höhepunkten der Stadt. Diese Hingucker wurden von der Bagenzerin Petra Engelmann aus dem Kostümverleih geschneidert.

Das Domizil des Spremberger Kulturbundes hat dienstags und donnerstags zwischen 15 und 17.30 Uhr in der Karl-Marx-Straße 60 geöffnet. Die Numismatiker treffen sich immer am ersten Montag im Monat zum Fachsimpeln. Telefonisch können Anfragen unter 03563 2783 oder 95156 (Anrufbeantworter) gestellt werden.