Rötel, Aquarellfarben, Ölfarben, Pastellkreide und Kohle hat die Spremberger Malerin Irmgard Kuhlee bevorzugt. Aber auch Linolschnitte und Grafikzeichnungen schuf sie. Sie ist mit 91 Jahren im Dezember 2018 verstorben und galt schon zu Lebzeiten als Urgestein in der Lausitzer Kunstszene. Aus ihrem Nachlass stellen jetzt Hans-Joachim Zain, Jutta Böhm und Rüdiger Damköhler eine Sonderausstellung in der Bloischdorfer Museumsscheune zusammen. Das Motto der Ausstellung heißt: „Ein Leben für die Kunst“, denn tatsächlich machte sie aus allem Kunst. „Auch kleine Kunst ist Kunst. Kleinvieh macht schließlich auch Mist. Und von nischt kommt nischt“, waren oft Worte der Volkskünstlerin.
Es ist die zweite Ausstellung in Bloischdorf, die das Werk in der Vielfalt zeigt. Im Jahr 2016 hatten die Mitglieder des Museumsvereins die erste Sonderausstellung mit „Irmchens Arbeiten“ gestaltet. Für die neue Präsentation von 36 Arbeiten baute Rüdiger Damköhler rustikale Holzaufsteller. Das Unternehmen Holz-Noack hat ihn unterstützt.

Ein Katalog mit dem Nachlass von Irmgard Kuhlee

Hans-Joachim Zain hatte Irmgard Kuhlee in den letzten Jahren am Buckschen See gern besucht. „Es entstand eine Freundschaft. Meine Frau Sigrid und ich sahen ihr oft beim Malen zu“, erzählt der Spremberger. „Irmchen“ bereicherte ihr Leben, wie er sagt. „Sie hatte am Ende drei Wünsche: Mit ihren Bildern sollte es noch eine Ausstellung in Bloischdorf geben. Sie wollte, dass ein paar Arbeiten im Bloischdorfer Museum zur Erinnerung bleiben. Und ihr künstlerisches sollte aufgearbeitet werden“, sagt Zain.
Er nahm sich des Nachlasses an. Hunderte Bilder sind es. Er fotografierte, digitalisierte, nummerierte die Bilder und stellte sie in einem Katalog zusammen. Weil die Malerin aus dem abgebaggerten Dorf Groß Buckow stammt, interessieren sich auch ehemalige Einwohner des Ortes oder deren Verwandte für die Kunst. Besonders gern porträtierte Irmchen die Menschen in ihrem Alltag und Umfeld. Kreide, Stifte und Zeichenpapier hatte sie stets im Gepäck“, weiß Hans-Joachim Zain.

Aufgabe fürs Spremberger Gymnasium

Die Sonderausstellung orientiert sich am Lebenslauf. Im ersten Teil wird an ihr Zuhause, an Freunde erinnert, wohin sie gern reiste. Dann rücken die Natur und die sorbisch-wendischen Bräuche in der Vordergrund. Hans-Joachim Zain „rettete“ auch Utensilien des Urgesteins: „Sie trug so gerne Hüte.“
In vielen Spremberger Einrichtungen hängen Bilder von ihr, auch in der Oberschule in Spremberg und im „Buffet am Bullwinkel“. Zain wünscht sich, dass sich das Erwin-Strittmatter-Gymnasium mal mit den Arbeiten der Künstlerin beschäftigt.
Eine feierliche Ausstellungseröffnung soll es im Sommer geben, aber einen Termin kann Jutta Böhm vom Musuemsverein noch immer nicht sagen. „Die Besucher“, so sagt sie, „wollen die Ausstellung doch gemeinsam erleben.“