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Schulhof verwandelt sich in Sportstätte
Joggen statt zocken

Hort-Biathlon - Viele Schüler probieren sich zum ersten Mal am Schießstand aus.
Hort-Biathlon - Viele Schüler probieren sich zum ersten Mal am Schießstand aus. FOTO: René Wappler / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Spremberg. Beim Spremberger Hort-Biathlon an der Kollerbergschule sind am Mittwoch 70 Hortkinder angetreten. René Wappler

Guido Hannemann schaut genau hin, als sich die Kinder am Schießstand in Position begeben. Der Projektleiter der Brandenburgischen Sportjugend gibt ihnen gutgemeinte Hinweise. Nicht jeder Schüler will sie gleich akzeptieren.

„Vielleicht solltest du dich gerader hinlegen“, sagt er zu einem Jungen.

„Nein“, erwidert der. „Ich muss das so machen.“

Zwar handelt es sich bei den Gewehren lediglich um Laserwaffen, die nichts anderes aufs Ziel abfeuern als Licht. Trotzdem achtet Guido Hannemann darauf, dass die Kinder beim Hort-Biathlon an der Kollerbergschule den Sicherheitsregeln folgen. Darüber hinaus weiß er, worauf Sportler achten müssen, die erst eine Runde mit hohem Tempo laufen, um dann mit ruhiger Hand ein Ziel zu treffen – wie es der Biathlon verlangt.

„Jetzt, beim ersten Probieren, schießen die Kinder noch im Ruhepuls“, sagt er. „Nachher haben sie eine andere Atmung, einen schnelleren Herzschlag, also insgesamt schwierigere Bedingungen.“

Gute Gründe also , schon vor dem Start etwas aufgeregt zu sein. Die achtjährige Alice aus Spremberg sagt: „Das erste Probeschießen ist nicht so gut gelaufen, hab erst einmal getroffen.“

Unterdessen streifen sich andere Biathlon-Teilnehmer schon ihre weißen Trikots über. Phillip, neun Jahre alt, aus Haidemühl spielt regelmäßig Fußball in Sellessen, und er zeigt sich selbstbewusst: „In Sprint und Ausdauer bin ich in Form.“

Auch der zehnjährige Ole wohnt in Haidemühl, trainiert in einer Fußballmanschaft in Brieske: „Wenn es beim Sport richtig zur Sache geht, hab ich immer noch ordentlich Luft.“

Zwei Welten gibt es inzwischen in den Schulen: auf der einen Seite die Kinder, die sich gern und oft bewegen, auf der anderen Seite jene, die am liebsten nur herumsitzen würden. So beobachtet es Andrea Kupke, die als Praxisberaterin für die Stadt Spremberg arbeitet und die Teilnehmer des Hort-Biathlons beim Aufwärmen begleitet. „Das ist mittlerweile ein Entweder-Oder“, sagt sie. „In der 3. Klasse scheint es umzuschlagen, da bewegen sich viele Kinder plötzlich weniger, die Trägheit setzt ein, die Faszination für das Spielen am Computer.“ Dabei sieht die Praxisberaterin die Hauptaufgabe bei den Eltern. „Lange Spaziergänge, gemeinsame Ausflüge mit dem Fahrrad – das allein kann Kinder schon zu einem gesünderen Leben verhelfen.“

Ähnlich äußert sich Sozialarbeiter Markus Weiß. „Ich sehe bei den Schülern nur noch die ganz Aktiven, die gleich in mehreren Vereinen von Kanu bis Fußball trainieren, und dann die anderen, die eher zu Hause daddeln oder zocken.“ Eine grundsolide Mitte, die sich ein bisschen für Sport interessiert, ein bisschen aber auch fürs Herumlungern, die gäbe es gar nicht mehr.

Immerhin zeigen sich beim Hort-Biathlon alle Kinder einig, als der Startschuss ertönt: Voller Einsatz muss sein. Und schon sprinten sie los.

Bürgermeisterin Christine Herntier besucht den Biathlon ebenfalls. „Spremberg ist eine Sportstadt“, sagt sie. „Das fängt bei den Kleinsten an und geht bis zu den ältesten Einwohnern.“ Den Kindern empfiehlt sie: „Strengt euch ordentlich an, aber vergesst die Freude nicht.“

Bei den Mädchen gewinnen den Biathlon schließlich: Kacey Elaine Nickerl vom Hort „Max & Moritz“ in der Klassenstufe 3, Lena–Marie Hellmann vom Hort Kitazentrum in der Stufe 4 und Marie Peters vom Hort „Max & Moritz“ in der Stufe 5. Bei den Jungs gewinnen Jeremy Semisch vom Hort „Kinderwelt“ in Stufe 3, Jonathan Wolf vom Hort Kitazentrum in Stufe 4 und Max Jäckel vom Hort „Kinderwelt“ in Stufe 5. Der Wanderpokal für den Sieger der Staffel geht an den Hort „Max und Moritz“