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| 15:14 Uhr

Parklandschaften lösen Planquadrate ab
Grabkultur ändert sich langsam

Die Friedhofsgärtner Heike Scholtka und Ronald Kowalla glauben, dass künftige Grabanlagen in Parks eingebettet sein werden.
Die Friedhofsgärtner Heike Scholtka und Ronald Kowalla glauben, dass künftige Grabanlagen in Parks eingebettet sein werden. FOTO: LR / Wappler
Ein Spremberger Friedhofsgärtner sieht sich in Erfolgsmodell aus Potsdam bestätigt.

Spremberg/Potsdam (wr) Die Stadt Potsdam hat in ihrer Friedhofskultur bereits ein Modell in die Tat umgesetzt, für das ein Fachmann aus Spremberg seit Jahren wirbt. Ronald Kowalla sagt: „In der Lausitz kommen die Planer nur langsam aus dem Denken heraus, alles preußisch exakt anzulegen.“ Dabei versichert der Friedhofsgärtner: „Die Leute wünschen sich Landschaften an Stelle von Gräbern in Reih und Glied.“

Wie das funktionieren kann, zeigen die Betriebe von Friedhofsgärtnern aus dem Land Brandenburg an diesem Wochenende in Potsdam. Auf dem Neuen Friedhof informieren sie die Besucher über neue Formen der Bestattungskultur. Dazu sagt Ronald Kowalla: „Potsdam ist auf diesem Gebiet schon ein beträchtliches Stück weiter als Spremberg.“ Der Friedhofsgärtner hatte im März vor den Mitgliedern des Spremberger Bauausschusses für eine neue Bestattungskultur geworben. Das schlichte Planquadrat habe ausgedient, gab er zu bedenken. „Die Menschen wünschen sich ihre letzte Ruhe in einer Umgebung, die einem Park ähnelt.“

Eine dieser Alternativen bietet der Potsdamer „Garten der Erinnerung“, wie die Pressestelle des Umweltministeriums mitteilt. Fast 500 Grabstätten seien bereits belegt. Im Jahr 2017 erweiterten Fachleute den Garten der Erinnerung nach Angaben des Ministeriums bereits zum dritten Mal. Das Modell der gärtnergepflegten Gärtnerfelder gelte für die Branche als zukunftsweisend. Es werde die Friedhofskultur im Land Brandenburg langfristig verändern. So soll bis Herbst dieses Jahres ein 300 Quadratmeter großes Landschaftsgräberfeld auf dem Babelsberger Goethefriedhof entstehen.

In Spremberg hingegen wird noch viel Zeit verstreichen, bis solche Varianten Einzug halten. Das glaubt Ronald Kowalla. „Es braucht schon mindestens drei Jahre Einsatz, bevor die Leute eine neue Bestattungskultur annehmen“, sagt er. „Erst dann funktioniert so etwas.“

Grundsätzlich steigen die Auftragszahlen in der Grabpflege und der Gestaltung von Anlagen, wie das Brandenburger Ministerium mitteilt. Diese Tendenz sei seit Jahren zu beobachten.