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Spremberg
Spremberger Friedenszeichen

Die „Friedensfahrer“ Ralf und Kay Kollowa auf dem Rasentraktor, mit dem Kay Kollowa das riesige Symbol in das hohe Gras schnitt.
Die „Friedensfahrer“ Ralf und Kay Kollowa auf dem Rasentraktor, mit dem Kay Kollowa das riesige Symbol in das hohe Gras schnitt. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Google fotografiert regelmäßig die Erde – in Spremberg wird ein Friedenssymbol erkennbar.

Die gebürtige Sprembergerin Anne-Sophie Mielke entdeckte in der vergangenen Woche über den Kartendienst Google Maps auf dem Weinberg im Kirchhofsweg ein riesiges Peace-Zeichen in einer Rasenfläche. Die 24-Jährige, die seit dem Jahr 2013 in Dresden wohnt, wollte ihrem Arbeitskollegen ihren alten Wohnort zeigen, auch dort wo sie früher gewohnt hat – im Kirchhofsweg. Als sie auf ihrem Smartphone beim Heranzoomen des Satellitenbildes von Google Maps das riesige Peace-Zeichen entdeckte, musste sie gleich schmunzeln: „Unsere Nachbarn müssen sich den Spaß ausgedacht haben, der ja anscheinend bis ins Weltall sichtbar war“, meint sie im Nachgang. Tatsächlich aktualisiert Google Maps seine Karten regelmäßig  via Satelliten aus dem All. „Ich finde das eine richtig tolle Aktion. Für mich ist das auch so eine tolle symbolische Geste für die Welt: Spremberg wünscht euch Frieden! Das ist in unserer Zeit ja so viel wert“, sagt Anne-Sophie Mielke.

Zunächst hat sie den Screenshot erst einmal ihren Schwestern und an ihre Eltern geschickt. Da sie auch seit einigen Monaten in der Spremberg-Gruppe auf Facebook aktiv ist, dachte sie sich, dass man damit ja auch anderen ein Lächeln auf das Gesicht zaubern könnte. Sie postete den Screenshot mit den Worten „Gerade entdeckt“ auf Facebook in die Spremberger Gruppe und setzte ein lachendens Gesicht dahinter. Inzwischen haben mehr als 40 Personen das Bild mit „Gefällt mir“  markiert. Einige Kommentare sind auch eingetrudelt.

Tatsächlich ist das Kunstwerk, das mit einem Rasenmäherfahrzeug geschaffen wurde, bereits im Mai 2016 erstellt worden. Der Spremberger Kay Kollowa hat es auf die Rasenfläche aufgebracht. „Eigentlich habe ich nur die Idee meines Vaters kopiert. Dieser hatte nämlich schon vor Jahren ein kleines Peace-Zeichen in den Rasen gesetzt. Ich habe es im Mai 2016 nur noch mal größer umgesetzt“, schmunzelt der heute 30-Jährige. Etwa 15 Meter Durchmesser hatte das Kunstwerk, das heute nicht mehr existiert. Die Rasenfläche war zum damaligen Zeitpunkt ein unbebautes, inhaberloses Grundstück. Die Familie Kollowa kümmerte sich um die Pflege des Rasens – zumindest bis zum Jahr 2005. Dann ließ die Familie den Rasen einfach wachsen, weil der Pflegeaufwand überhand nahm. Erst der hohe Rasen  im Jahr 2016 machte die gute Sichtbarkeit des Rasen-Kunstwerkes  aus.

Tatsächlich wählte Vater Ralf Kollowa das Friedenszeichen aus, um für mehr friedliches Miteinander zu werben. „Das ganze Hick-Hack um dieses Grundstück mit jeweiligen Interessenten und der Stadt war kaum verständlich. So kam ich auf die Idee, ein Zeichen zu setzen. Natürlich hatte das keinerlei Auswirkungen, aber bis dato sorgte es für einiges Lachen in der Familie und der Nachbarschaft“, so der 54-Jährige.

Nun kennt das Friedenszeichen dank Anne-Sophie Mielke fast jeder Spremberger. „Das ist schon ganz witzig“, meinen Vater und Sohn. Auch der jetzige Grundstückseigentümer Alexander Nicko, der mit der Familie Kollowa verwandt ist und auf dem Grundstück  derzeit ein Haus baut, kann nur schmunzeln.

„Unser Kunstwerk wurde genau im richtigen Moment erstellt, so dass es von Google per Satellit mit fotografiert wurde und immer noch dort zu sehen ist “, freut sich Kay Kollowa. Andere Kartendienste haben dieses Bild nicht aufgezeichnet, erklärt Ralf Kollowa. Aber beide wissen, dass ihr Rasenmäher-Kunstwerk nicht auf ewig bei Google Maps zu sehen sein wird, da der Internet­anbieter die Bilder in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Die Sicht auf das damals noch sichtbare Friedenszeichen von dem Wohnhaus der Familie Kollowa aus.
Die Sicht auf das damals noch sichtbare Friedenszeichen von dem Wohnhaus der Familie Kollowa aus. FOTO: Kay Kollawa
(ang)