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| 13:51 Uhr

Nachwuchs im Ehrenamt
Feuerwehr trifft mutige Kinder

Die AG Brandschutz aus der Kindertagesstätte Wirbelwind in Bohsdorf besuchte den Markt und das Spreekino.
Die AG Brandschutz aus der Kindertagesstätte Wirbelwind in Bohsdorf besuchte den Markt und das Spreekino. FOTO: LR / Wappler
Spremberg. Einsatzkräfte aus Spremberg nahmen an einer Aktion des Spreekinos teil.

Irgendwann kam die Frage nach dem kalten Kaffee. 300 Kinder aus Spremberg haben am Dienstag das Spreekino besucht, um sich Kurzfilme über die Arbeit der Feuerwehr anzuschauen. Draußen auf dem Marktplatz ging das Abenteuer mit echten Einsatzkräften und ihrer Technik weiter.

Der vierjährige Paul wandte sich gleich an Feuerwehrmann Peter Bode: Bei einem Alarm werde doch bestimmt der Kaffee kalt.

Peter Bode nickte: „Das kann schon mal passieren“, sagte er. „Sobald es irgendwo brennt, müssen wir los.“

100 Mitglieder zählt die Abteilung für Kinder und Jugendliche bei der Spremberger Feuerwehr. Mit steigender Tendenz, wie Stadtbrandmeister Frank Balkow erläutert. „Wir haben uns gleich bereit erklärt, an der Aktion hier teilzunehmen“, sagt er. „Vielleicht bleiben bei den Kindern Erinnerungen, die sie später zu uns führen.“

Danach sah es am Dienstag aus. Da schaute sich die vierjährige Hanni voller Neugier die Fahrzeuge der Feuerwehr auf dem Marktplatz an, um schließlich anzukündigen: „Ich will mitmachen.“ Schließlich sei sie auch ganz mutig. „Im Sportraum bin ich schon mal am Klettergerüst bis nach oben geklettert.“

Besonders wissbegierig zeigten sich die Gäste vom Kindergarten Flax & Krümel, die den Feuerwehrmann Peter Bode mit ihren Fragen belagerten. Er erklärte: „Das ist zum Beispiel ein Rohr zum Löschen, aber mit Schaum. Der klebt, ist richtig fest, also nicht so wie zu Hause in der Badewanne.“

Mit großen Augen inspizierte der sechsjährige Vincent das Rohr. „Und was passiert, wenn man vom Schaum nicht mehr los kommt?“

Peter Bode beruhigte ihn. „Der klebt ja nur an der Wand.“

Nach seinem kleinen Fachvortrag erklärte auch Leonie, ebenfalls sechs Jahre alt: „Wenn ich groß bin, will ich Feuerwehrfrau werden.“

Zwar freuen sich die Einsatzkräfte über das Interesse der Kinder. Doch das heißt noch lange nicht, dass es in Zukunft genügend Nachwuchs für den täglichen Kampf gegen Brände und andere Katastrophen geben wird. Darauf weist Sebastian Kalabis hin, der den Feuerwehrverband des Landes Brandenburg als Pressesprecher betreut. Die Jugendfeuerwehren verzeichnen nach seinen Worten im Durchschnitt mit 13 000 Teilnehmern eine hohe Zahl von Mitgliedern. „Sobald sie aber eine Ausbildung oder ein Studium beginnen, kommen sie nicht in die Einsatzabteilungen.“ So verliere das Land Brandenburg Jahr für Jahr eine vierstellige Zahl  von freiwilligen Feuerwehrleuten. Ihr Anteil, der einst stabil bei mehr als 40 000 Personen lag, sei mittlerweile auf 38 000 Kräfte gesunken.

In einem Positionspapier erläutert der Präsident des Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, was die Organisation von der Politik fordert. Dazu zählt der Wunsch nach einem freiwilligen sozialen Jahr bei der Feuerwehr. Darüber hinaus müsse „besonderes Augenmerk“ auf der Zielgruppe ab 30 Jahren liegen, „da sich diese in der Regel sonst nicht mehr angesprochen fühlt“. Das Ehrenamt lasse sich durch weitere Projekte fördern, wie einem Zuschuss für Mietkosten oder einer Feuerwehrrente.

Allerdings werden sich junge Leute nur selten mit einem Verweis auf eine spätere Rente zur Feuerwehr locken lassen. So sagt auch Verbands-Pressesprecher Sebastian Kalabis: „Eine solche Rente wäre ein hilfreiches Puzzleteil, mit dem wir jedoch dem Nachwuchsproblem kaum begegnen können.“

Immerhin gelang es den Spremberger Feuerwehrleuten am Dienstag, die Neugier der Kinder zu wecken. So fragte die zweijährige Anna-Lisa aus der Kindertagespflege von Connys Zwergenstübchen angesichts der Fahrzeuge auf dem Markt ständig bei Pädagogin Cornelia Hartenstein nach: „Was ist das? Und was ist das?“

Nebenan im Spreekino moderierte Doreen Zell das Kurzfilmprogramm. „Ja, Kinder, die Feuerwehr hat immer was zu tun“, rief sie ins Publikum. „Manchmal kommt sie nicht mal zum Essen.“  Das illustrierte ein Trickfilm aus dem Jahr 1971 mit dem Titel: „Tatütata, die Feuerwehr ist da!“ Da fingen die Einsatzkräfte zur Abwechslung einen gesprächigen Papagei ein. Und so lernten die Kinder nebenbei, dass zur Arbeit der Feuerwehr auch das Retten von Tieren gehört.