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| 14:35 Uhr

Jede Sekunde zählt
Feuerwehr folgt 15-Minuten-Plan

Christian Balzer berichtete von der Arbeit der Feuerwehr.
Christian Balzer berichtete von der Arbeit der Feuerwehr. FOTO: LR / René Wappler
Spremberg . Innerhalb einer Viertelstunde am Einsatzort zu sein: So lautet das Ziel der Spremberger Mitglieder. Nach eigenen Angaben gelingt ihnen das schon jetzt in 95 Prozent aller Fälle.

Immer auf dem Sprung. Kaum hat der stellvertretende Stadtwehrführer Christian Balzer seinen Vortrag im Spremberger Bürgerhaus beendet, meldet sich der kleine Pieper, den er bei sich trägt. Er geht hinaus auf den Flur, um die Stadtverordneten nicht weiter zu stören. Der Pieper meldet den Probealarm auf den Dörfern der Spremberger Region. Immer mittwochs um 15 Uhr. Nicht früher, nicht später.

Auf die Minute kommt es eben an bei der Spremberger Feuerwehr. Eine Richtlinie besagt, dass zwischen dem Alarm und der Ankunft am Einsatzort nicht mehr als eine Viertelstunde verstreichen sollte. Christian Balzer sagt: „Wir sind bestrebt, diesen Zeitplan einzuhalten, und in 95 Prozent der Fälle gelingt uns das inzwischen auch.“ Die Kameraden seien „zügig im Gerätehaus, zügig beim Umziehen, zügig draußen“.

Das gelingt der Feuerwehr trotz der hohen Zahl von Einsätzen. In 229 Fällen rückten die Ehrenamtler im Jahr 2017 aus. Das entspricht insgesamt 2567 Stunden. Ein Rekordwert. Seit Beginn des Jahres 2018 registrierte die Statistik 74 Einsätze, die meisten davon wegen Bränden.

Dabei reicht das Ehrenamt bei der Feuerwehr weit über diese Einsätze hinaus. Eine Ahnung davon vermittelt der Plan für das aktuelle Jahr. Den Kameraden in Spremberg steht eine Weiterbildung bevor. Die Ortswehr in Graustein bekommt ein neues Fahrzeug. Im August wird die Feuerwehr das Heimatfest unterstützen. In den Kindergärten und Schulen gibt sie Kurse zum Brandschutz.

Ohne stabile Personalstärke wäre das kaum zu schaffen, wie Christian Balzer zu bedenken gibt. 242 Feuerwehrleute zählt die Spremberger Feuerwehr derzeit. Dieser Wert hat sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Im Durchschnitt sind die Mitglieder der Ortswehren 45 bis 49 Jahre alt, im Stadtkern um die 40 Jahre. „Sehr stolz sind wir auf die große Zahl von Kindern und Jugendlichen“, sagt der stellvertretende Stadtwehrführer.

Für das Notöffnen von Türen hat die Feuerwehr eine Sondergruppe ins Leben gerufen. Die Einsatzkräfte erhielten dafür eine Schulung. Angesichts der hohen Zahl der Einsätze soll das Ehrenamt so weit wie möglich entlastet werden. So lautet das Ziel, das sich die Stadtwehrführung gesetzt hat.

Zufrieden äußern sich die Stadtverordneten über die Feuerwehr. SPD-Mitglied Göran Richter sagt: „Sie leistet wichtige Arbeit für die Ortsteile.“ Jens-Uwe Winkler von der Vereinten Wählergruppe stellt fest: „Für mich sieht es nicht so aus, als hätte die Feuerwehr große Not, die Frist von 15 Minuten bei ihren Einsätzen einzuhalten.“