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Zukunft der Spremberger Schwimmhalle
CDU warnt vor ewigem Streit um Bäder

Die CDU-Politiker Peter Reininger (links) und Andreas Bränzel werfen der Linken und der SPD vor, sie hätten sich nicht genügend in die Faktenlage zum Standort der Schwimmhalle vertieft. ⇥Foto: René Wappler
Die CDU-Politiker Peter Reininger (links) und Andreas Bränzel werfen der Linken und der SPD vor, sie hätten sich nicht genügend in die Faktenlage zum Standort der Schwimmhalle vertieft. ⇥Foto: René Wappler FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Fraktionschef Andreas Bränzel hält Unterschriftenaktion von SPD und Linken für substanzlos. René Wappler

Stillstandspolitik, die sich gegen die Bürger von Spremberg richtet: So bezeichnet der städtische CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel die neue Unterschriftenliste, mit der SPD und Linke gemeinsam für die Berliner Straße und den Puschkinplatz als künftigen Standort der Schwimmhalle werben. Der CDU-Politiker wirft beiden Fraktionen vor, sie hätten sich „nicht intensiv mit dem Thema beschäftigt“. Damit deutet sich an, dass die Stadtverordneten in der nächsten Woche einen erbitterten Streit um die Schwimmhalle austragen werden: Sie wollen am Mittwoch, 6. Dezember,im Ratssaal des Bürgerhauses über den Standort des Gebäudes abstimmen.

SPD und Linke argumentieren so: Das Zusammenlegen des Freibades Kochsagrund und der Halle an einem gemeinsamen Standort bringe keinen zusätzlichen Nutzen. Am Puschkinplatz existiere hingegen jetzt schon ein optimaler Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr, anders als am Kochsagrund. Zusätzliche Kosten durch den Neubau von Straßen, Radwegen und weiteren Anlagen ließen sich demnach ebenfalls vermeiden, während ein ganzjähriger Betrieb der Schwimmhalle am Kochsagrund zu höherem finanziellen Aufwand führe, zu längeren Wegen und unwägbaren Risiken.

Fast alle diese Bedenken hält CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel für substanzlos. „SPD und Linke ignorieren in unseren Augen die Realität.“ Der Puschkinplatz habe sich längst als ungeeignet für das Bauprojekt herausgestellt, „weil sämtliche unterirdische Medien mit einem unglaublichen Zusatzaufwand neu verlegt werden müssten“, wie der Christdemokrat anmerkt. Dabei beruft er sich auf ein Schreiben des Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverbandes vom April 2017. Außerdem führt er ins Feld, dass der Standort an der Berliner Straße an einen privaten Investor verkauft wurde. „Auf dem Baugrund stand mal eine Färberei“, sagt Andreas Bränzel. „Wer dort im Untergrund arbeitet, muss damit rechnen, Sondermüll zu entsorgen.“

Nur in einem Punkt kann der CDU-Fraktionschef die Einwände von SPD und Linken ansatzweise nachvollziehen: Das Verkehrskonzept könne tatsächlich noch verbessert werden. Doch auch dazu zitiert er eine Stellungnahme des Spree-Neiße-Landrates Harald Altekrüger, ebenfalls CDU-Mitglied, vom Januar 2017: Der Landkreis werde im Ernstfall „auf eine dann geänderte Nachfrage reagieren und das Verkehrsangebot diesen Bedingungen anpassen“.

Angesichts der neuen Unterschriftenliste von SPD und Linken warnt der Spremberger CDU-Fraktionschef: „Wenn es so weitergeht, haben wir im Jahr 2025 immer noch keine neue Schwimmhalle.“ Er sei wie die anderen christdemokratischen Stadtverordneten „nicht mehr bereit, diese leidige Diskussion weiterzuführen, ohne dass es eine Entscheidung gibt“.