Nach dem Optionsmodell würde der Landkreis Spree-Neiße zur Betreuung der Arbeitslosengeld II-Empfänger einen Eigenbetrieb mit 51 Mitarbeitern gründen. Da die Arbeit dann von den städtischen Verwaltungen auf diese Neugründung überwechselt, dort aber ausgebildete Fachkräfte gebraucht werden, beabsichtigt auch die Stadt Spremberg in diesem Fall, zehn Mitarbeiter aus dem Bereich Sozialamt in den Eigenbetrieb zu entsenden. Bürgermeister Dr. Klaus-Peter Schulze betont, dass man diesen Arbeitsplatzwechsel ausdrücklich über eine „Abordnung“ von Mitarbeitern vornehmen wolle, so dass diese bei einem etwaigen Scheitern des Eigenbetriebes die Chance hätten, zu den ursprünglichen Konditionen wieder zur Stadtverwaltung zurückzukehren. Der Wechsel soll bereits zum 1. Oktober erfolgen, da die Mitarbeiter eine Einarbeitungs- und Schulungszeit benötigen. Das bedeute freilich auch, so Schulze, dass die verbleibenden drei Mitarbeiter mit der Bearbeitung der jetzt noch vorliegenden Anträge ein großes Arbeitspensum abzufangen hätten.
Für die betroffenen Leistungsempfänger sollen sich die Wege zu ihren Ansprechpartnern aber auch mit der Bildung eines kreislichen Eigenbetriebes nicht wesentlich verlängern. In Spremberg solle eine Außenstelle eingerichtet werden, weiß der Bürgermeister. Langfristig ist dabei an eine Unterbringung in der ehemaligen Kita Gerberstraße gedacht. Übergangsweise könne man aber dem Kreis zunächst die bisherigen Sozialamtsräume zu günstigen Mietkonditionen zur Verfügung stellen.
In der Folge der Personal-Abordnung zum Kreis beabsichtige er schließlich, das Amt 50 (Sozialamt) aufzulösen, erklärte der Bürgermeister. Der Bereich Kita könnte dann dem Schul-, Kultur- und Sportamt angegliedert werden. Und auch der Bereich Wohngeld würde einer neuen Funktionseinheit zugeordnet, denn mit Hartz IV verblieben nur noch etwa 40 Prozent der bisherigen Wohngeldanträge bei der Stadt. Der Rest werde im Rahmen der Unterhaltszuschüsse zum Arbeitslosengeld II vom Eigenbetrieb bearbeitet.