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| 14:11 Uhr

Regionaler Radsport
Erneut anspruchsvolles Spektakel  

 Ganz schön schnell: Mit etwa 70 Kilometern die Stunde rasen die Radsportler mitunter die Rennstrecke entlang.
Ganz schön schnell: Mit etwa 70 Kilometern die Stunde rasen die Radsportler mitunter die Rennstrecke entlang. FOTO: Anja Guhlan
Spremberg. Das zweite Spremberger Rundstreckenrennen am Sonntag führte 250 Sportler durch drei Spremberger Ortsteile. Die Radsportler waren mit Feuereifer auf der Rennstrecke dabei. Von Anja Guhlan

 Es ist nicht unbedingt das Mekka des Radsportes, aber Spremberg mit seinen drei Ortsteilen Weskow, Sellessen und Haidemühl ist erneut zur Rennstrecke auserkoren worden. „Wir haben bewusst wieder dieselbe anspruchsvolle Strecke ausgewählt wie im Vorjahr“, erklärt Roberto Demuth vom RK Endspurt 1909 Cottbus und  Organisator des zweiten Spremberger Rundstreckenrennens.

Gleich am Start müssen die Radsportler einen Anstieg meistern, dann folgen zahlreiche Kurven und weitere Hügel. Eine 180-Grad-Kurve am Bühlower Berg hat es in sich. Die Streckenlänge beträgt 7,8 Kilometer. „Der Bühlower Berg ist als Anstieg besonders hart. Da muss man richtig in die Pedale treten“, erklärt Demuth. Das merken die rund 250 Radsportler, die an insgesamt fünf Rennen teilgenommen haben, am eigenen Leib.

Ausgepowert steht Jahvis Hoppenrath am Streckenrand. Er ist als Radsportler in der Klasse U11 angetreten und hat sich mit einer Rundenzeit von 14 Minuten und 22,5 Sekunden  tatsächlich den zweiten Platz erkämpft. Nur eine halbe Sekunde liegt er hinter dem ersten Platz. „Ich bin zum ersten Mal diese Strecke gefahren und sie ist wirklich hart. Berg auf, Berg ab und wirklich verwinkelte Kurven. Umso mehr freut es mich, dass ich den zweiten Platz erreicht habe. Da hat sich das harte Training ausgezahlt“, meint der Zehnjährige vom FRC 90 aus Frankfurt/Oder. Der Radsportler trainiert zweimal die Woche und fährt wöchentlich bestimmt 35 Kilometer zur Vorbereitung.

Auch der 14-jährige Jonas Reibsch vom RSC Cottbus fand die Strecke „sehr hart und anspruchsvoll“.  Er meint: „Letztendlich habe ich es mit meiner Ausdauer und mit meiner Angriffslust auf das Siegertreppchen geschafft“, kommentiert der Radsportler aus Cottbus. Er erreicht den ersten Platz bei den männlichen U 15-Radlern. „Ich bin natürlich mächtig stolz“, meint er, der zur Zeit der deutsche Meister auf der Straße in seiner Altersklasse ist.

Bei den Jedermann-Fahrern handelt es sich um das inzwischen neunte Rennen beim so genannten „Lausitz-Cup“. „Die Fahrer sammeln je nach Platzierung quasi Punkte über das ganze Jahr“, erklärt Roberto Demuth. Die Zuschauermengen halten sich beim Jedermann-Rennen, dem eigentlich Hauptrennen, in Grenzen. Menschen, die am Streckenrand stehen, sind meistens Angehörige der Fahrer.

Doch den Fahrern macht das nichts aus. Sie konzentrieren sich auf das Radfahren. Torsten Lerche zum Beispiel will unbedingt einen der vorderen Plätze erreichen. „Die Strecke kenne ich aus dem Vorjahresrennen und sie ist wirklich anspruchsvoll. Besonders vor den winkeligen Kurven hat man Respekt“, meint der 59-Jährige aus Forst, der für die Wölfe Lausitz fährt, die beim Polizeisportverein in Forst trainieren. Dem Radsport ist er seit mehr als 50 Jahren treu. „Mit neun Jahren habe ich einst angefangen“, erzählt er stolz, der wegen der Lebensqualität immer wieder auf das Rad steigt.

Auch Katja Winkler aus Dresden kann es mit 46 Jahren noch nicht lassen, Radrennen zu fahren. „Ich bin hier, um weitere Punkte für den Lausitz-Cup zu sammeln“, erklärt die Frau energisch. Ein bisschen Respekt hat sie vor der Strecke, von der alle behaupten, sie sei schwierig wegen der vielen Hügel. „Ich fahre jedoch gerne über Hügel und Berge und hoffe, dass mich die Strecke nicht ganz so schlaucht“, kommentiert die Radsportlerin vom Dresdener Sportclub 1898 vor dem Spremberger Rennen.

Antje Kloster aus Cottbus hat sich entschieden, beim Leag-Cup mitzufahren. Wie Roberto Demuth erklärt, ist dieses Rennen in diesem Jahr neu und es ist quasi die Betriebssportmeisterschaft im Radsport der Leag. „Ich bin reine Freizeitsportlerin und trete wahrscheinlich heute als einzige Frau bei dem Leag-Rennen an“, meint sie. Sie fährt aus Spaß, will es aber so manchem Mann auf der Strecke auch zeigen. Die Strecke und den leicht böigen Wind findet die Freizeitsportlerin „interessant“. „Mal sehen, wie ich mich da schlagen werde“, meint sie.

Roberto Demuth zieht vom Rennverlauf ein durchweg positives Fazit. „Wir sind zufrieden. Die Sportler  konnten sich hier erneut ausprobieren. Viele von ihnen mochten die anspruchsvolle Strecke, weil es eben fordert“, so Demuth. „Ab Runde zwei oder drei bemerkt man schon den hohen Anspruch am langgezogenen Teilnehmerfeld. Meist fahren die Radsportler auf einem Haufen, um möglichst im Windschatten zu sein. Hier auf dieser Strecke trennt sich die Spreu vom Weizen recht schnell“, urteilt er zum Schluss.

 Ganz schön schnell: Mit etwa 70 Kilometern die Stunde rasen die Radsportler mitunter die Rennstrecke entlang.
Ganz schön schnell: Mit etwa 70 Kilometern die Stunde rasen die Radsportler mitunter die Rennstrecke entlang. FOTO: Anja Guhlan