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Spremberg will zeigen, was es hat

Spremberg. Das neue Wegeleitsystem für Spremberg soll den Haushalt so wenig wie möglich belasten. Auch auf die künftigen Wartungskosten wird bereits geschaut. Annett Igel-Allzeit

Doch das System ist dringend erforderlich. Die Stadtverwaltung arbeitet mit dem Tourismusverein Spremberg Land, der Touristinformation und der Wirtschaftsförderin ASG seit Monaten an einem Konzept. Bis zum 31. Oktober soll der Antrag auf Interreg-Mittel bei der Euroregion Spree-Neiße-Bober, den die Stadt gemeinsam mit dem polnischen Partner Nova Sol stellen will, stehen.

Stadtplanerin Claudia Wolf skizzierte am Mittwochabend im Bildungsausschuss noch einmal die Probleme: "Viele Highlights unserer Stadt sind gar nicht erkennbar. Häuser und Stätten mit Bedeutung verdienen eine Beschriftung, die den Besucher informiert", sagt sie. Das Schild in der Langen Straße am ehemaligen Elternhaus des Schriftstellers Peter Jokostra, das im Januar eingeweiht worden war, sei ein erstes gutes Beispiel. Sein Design soll sich im neuen Wegeleitsystem wiederfinden. Auch müssten Radlern, wenn sie einmal einen bedeutenden Ort gefunden haben, künftig Hinweisschilder wieder zurück zum überregionalen Radweg helfen. Und verbunden werden soll alles elektronisch - zum Beispiel mit einer App. "Denn viele Radtouristen orientieren sich heute mit dem Handy", so die Stadtplanerin. Zugleich könnte die App die Sprachvielfalt sichern. Denn auf den statischen Schildern Deutsch, Polnisch, Wendisch und Englisch unterzubringen, erschwere die Orientierung, ermüde sogar.

Die Ausschussmitglieder hatten weitere Ideen für die App: Gaststätten könnten eingebunden werden, Radreparaturwerkstätten. Und Russisch wünscht sich Monika Droese (Linke) als Sprache dazu, weil Spremberg mit Schelesnogorsk eine Partnerstadt in Russland hat und eine Reihe russischsprachiger Menschen hier leben.

Claudia Wolf ermunterte, ihr Mails zu schreiben - "damit keine gute Idee vergessen wird." Ob eine weitere Sprache das Vorhaben wesentlich verteuert, wolle sie prüfen. Und die Ortsteile, das versprach sie Göran Richter (SPD), Ortsvorsteher in Schwarze Pumpe, werden ins Wegeleitsystem eingebunden.

Nach einer bisherigen Schätzung sollen sich die Gesamtkosten des Projektes auf 120 000 Euro netto und 142 800 Euro brutto belaufen. Im Interreg-Programm liegt der Höchstfördersatz bei bis zu 85 Prozent. "Vor zwei Tagen hat es noch einmal Gespräche dazu zwischen der polnischen Seite und der ASG gegeben. Für den Antrag müssen wir die polnischen Vorhaben mit einflechten. Wir hoffen bis Mai 2018 auf einen Fördermittelbescheid", so Claudia Wolf. Dann könnte die Beschilderung bis Mitte 2019 umgesetzt werden.