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| 02:46 Uhr

Spremberg will weiter wachsen

Stadtverordnetenvorsteherin Elke Franke (2. von l.) lässt die neuen Stadtverordneten Gabriele Meißler, Robert Hänchen und Torsten Schroeter (r.) ihren Eid sprechen. Während die Herren aus den neuen Ortsteilen Wadelsdorf und Hornow kommen, rückt Gabriele Meißler für den ausgeschiedenen Abgeordneten Peter Ehrentreich in der Fraktion Die Linke nach.
Stadtverordnetenvorsteherin Elke Franke (2. von l.) lässt die neuen Stadtverordneten Gabriele Meißler, Robert Hänchen und Torsten Schroeter (r.) ihren Eid sprechen. Während die Herren aus den neuen Ortsteilen Wadelsdorf und Hornow kommen, rückt Gabriele Meißler für den ausgeschiedenen Abgeordneten Peter Ehrentreich in der Fraktion Die Linke nach. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Die Stadt Spremberg will weiter wachsen. Kaum dass die beiden neuen Stadtverordneten aus Hornow und Wadelsdorf am Mittwoch begrüßt waren, teilte Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) mit, dass weitere Gemeinden Interesse an Spremberg haben. Annett Igel-Allzeit

Die neuen Ortsteile Hornow und Wadelsdorf bringen der Stadt 603 Einwohner. Sie stehen noch nicht in der aktuellen Einwohnerstatistik, die Frank Kulik, Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit, den Stadtverordneten vorstellte. 22 640 Einwohner hatte die Stadt mit ihren zwölf Ortsteilen zum 31. Dezember 2015. Das sind 65 Einwohner weniger als zum Ende des Jahres 2014. Die Hornower und Wadelsdorfer könnten in einem Jahr, wenn Kulik wieder Grafiken zeigt, die sich leicht nach unten bewegende Kurve ein winziges Stück anheben.

Aber die Betonung liegt auf "könnte". Die Einwohnerzahl hat viele Faktoren. Der geringsten Zahl an Geburtsmeldungen seit zehn Jahren - 140 - stand der höchsten Sterbezahl seit zehn Jahren - 357 - gegenüber. Der Saldo zwischen den Zu- und Wegzügen fiel positiv aus: Bei 963 Wegzügen aus Spremberg konnten1153 Zuzüge registriert werden. Vor zehn Jahren zogen 1120 Menschen aus der Stadt, 867 kamen. Unter den Zugezogenen waren im Vorjahr viele ausländische Mitbürger: 107 kamen aus europäischen Herkunftsländern und 348 aus Ländern außerhalb der EU, darunter waren 230 Asylbewerber. Der Anteil an der ausländischen Bevölkerung in Spremberg liegt damit bei zwei Prozent.

Der neue Abgeordnete Robert Hänchen kommt aus Wadelsdorf, Thomas Schroeter aus Hornow. Als einstige stellvertretende Bürgermeister in der Gemeindevertretung Hornow-Wadelsdorf bringen sie schon kommunalpolitische Erfahrung mit. Sie haben sich der Fraktion Vereinte Wählergruppen Spremberg angeschlossen. Mit im Stadtparlament sitzen zudem die beiden Ortsvorsteher Gerd Piater aus Wadelsdorf und Thomas Krautz aus Hornow, sie allerdings sind nicht stimmberechtigt.

Wie es den Hornowern und Wadelsdorfern so mit der Spremberger Stadtverwaltung ergeht, beobachtet derzeit Peter Drobig (CDU). Der Bürgermeister der Gemeinde Tschernitz möchte mit den beiden Ortsteilen Wolfshain und Tschernitz ebenfalls das Amt Döbern-Land verlassen.

"Im Sommer werden es drei Jahre, dass sich die Mehrheit unserer Einwohner in einer Befragung für Spremberg ausgesprochen hat", erinnert Drobig. Die Wolfshainer strebten schon vor der Gemeindegebietsform 2003 nach Spremberg, die Tschernitzer nach Döbern. Gegen die Zwangsehe, die sie als Gemeinde in Döbern-Land eingehen mussten, zogen sie damals vor Gericht. Die Gemeindevertreter aus beiden Orten brauchten deshalb eine Weile, um sich zusammenzuraufen. Tschernitz ist nicht so attraktiv wie die "Schokoladenseite der Lausitz". Es gehört seit Jahren zu den am höchsten verschuldeten Kommunen in der Region und kommt trotz Sparpolitik aus dieser Misere nicht heraus. Sprembergs Bürgermeisterin Herntier bestätigt, dass sie bereits mit dem Ministerium für Inneres und Kommunales in Kontakt sei. "Wir brauchen hier die Unterstützung vom Land. Das betrifft vor allem die Entschuldung der Gemeinden, die Spremberg freiwillig beitreten wollen", sagt sie. Neue Ortsteile seien der Stadt sehr willkommen. Gespräche mit Bürgermeistern aus interessierten Gemeinden laufen. Peter Drobig: "Wir wollen zu einer Verwaltung, die ordentlich geführt wird." Tschernitz hat 906 und Wolfshain 374 Einwohner. Gelingt der freiwillige Zusammenschluss, würde Döbern-Land erneut 1280 Einwohner verlieren.