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| 13:54 Uhr

Braune Spree in Spremberg
Sprembergs Wünsche für die Spree

Spremberg. Ein Rückhalt von 35 Prozent der Eisenfracht im Wasser sind der Stadt zu wenig. Von Annett Igel-Allzeit

Für die Stadt Spremberg bleibt es unbefriedigend, dass mit dem Barrierekonzept für den Südraum der Spree nur 35 Prozent der Eisenfracht zurückgehalten werden können. Trotzdem soll Sprembergs Forderungskatalog für eine intakte Spree jetzt kürzer werden. Das geht aus den Unterlagen für den Bauausschuss hervor, der sich am kommenden Montag mit der Überarbeitung des Kataloges befassen soll.

Im Jahr 2013 hatten die Stadt, Sprembergs Regionalverband des Naturschutzbundes (Nabu) und die Kreisanglerverbände Cottbus-Land und Spremberg einen Katalog erarbeitet, um Ausgleichsvorhaben zur Eisenhydroxid-Belastung festzuschreiben. Er dient seitdem als Handlungsgrundlage für Kostenübernahmevereinbarungen mit dem Bergbausanierer LMBV und bei der Fördermittelsuche. Einige  Vorhaben sind inzwischen erledigt, andere in Regie der Stadt nicht umsetzbar, teilt der Fachbereich Planen und Bauen mit. Denn die Unterhaltung der Spree als Gewässer erster Ordnung obliegt dem Landesamt für Umwelt. Gleiches gilt für Spree und Talsperre. „Es hat sich gezeigt“, so die Stadtverwaltung, „dass eine Einflussnahme der Stadt auf das Landesamt zur Umsetzung gewünschter Maßnahmen nicht möglich ist.“ Forderungen wie ein über Jahre angelegtes Monitoring zur ökologischen Situation an Vorsperre und Hauptsperre der Talsperre sind aus dem neuen Entwurf verschwunden, obwohl die Untersuchungen von Spremberger Seite weiter gewollt sind.

Zu den bereits erledigten Forderungen aus 2013 gehört laut Stadtverwaltung die Sanierung der Hammerlache. Von den verlandeten Kleingewässern ist zumindest der  Schulteich in Terpe beräumt worden, bestätigt Ortsvorsteher Dieter Freißler. Für den zweiten Teich in Terpe stehe die Bräunung noch an, für Schönheide ist die Kleingewässerberäumung in Vorbereitung. Ersatzpflanzungen am Spreedamm seien erledigt worden. Zudem konnten Eisenhydroxid-Ablagerungen an mehreren wasserbaulichen Einrichtungen in der Stadt beseitigt werden – wenngleich sich längst wieder neuer Schlamm angesammelt hat.

Weitere Projekte sind in der Vorbereitung: Zur Renaturierung des Cantdorfer Wiesenteiches wird laut Fachbereich an der Planung gearbeitet – er soll ein wertvolles ökologisches Kleingewässer werden. Auf den ersten Bauabschnitt am Auslaufbereich der Hammerlache soll der zweite Bauabschnitt folgen. Zudem sollen 14 Stege an der Spree neu errichtet werden. Auch die  ökologische Aufwertung des Denkmal-Ensembles auf dem Georgenberg schlägt die Verwaltung erneut für den neuen Forderungskatalog vor – die Planungen dazu laufen. So wie die Flora und Fauna Gewässer und Feuchtbereiche als Ausweichquartiere braucht, soll es alternative Erholungsräume für die Spremberger geben.

Als mittelfristig zu erledigende Schwerpunktmaßnahme sieht der Entwurf vor, dass die Kochsa als Gewässer erhalten wird. Ihre natürliche Quelle hatte die Kochsa an den Tagebau verloren. Wie sich die Kochsa mit dem Grundwasserwiederanstieg nach dem Ende des Tagebaus entwickelt, ist ungewiss. Die Stadt will gesichert wissen, dass die Kochsa dauerhaft Wasser in die Spree einspeist. Eine Forderung, hinter der auch Naturschützer und Cantdorfer stehen, weil sie die Tiere und Pflanzen, die sich am Fließgewässer angesiedelt haben, halten wollen. Dafür sollen auch Kopfweiden gepflanzt werden.

Festgeschrieben wird im Entwurf die Beräumung der Sedimentanlagerungen in der Talsperre Spremberg: Dabei beschränken sich Stadt, Nabu-Regionalverband und Angler auf den Bereich der Stege der Angler, Segler und Kanuten in Bühlow und Sellessen. Der Auwald „Slamener Kuthen“ und die Spreewiesen nördlich und südlich von Spremberg sollen ökologisch aufgewertet werden. Und die Naturschutzstation in den Kuthen soll sich zum „Bildungszentrum Umwelt und Natur“ für Kinder und Jugendliche entwickeln.

Die Sitzung des Spremberger Bauausschusses beginnt am Montag, 21. Januar, um 18 Uhr im Ratssaal des Bürgerhauses am Markt.