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| 16:07 Uhr

Spremberg
Spremberg sucht Citymanager

Sandra Krautz, die sich in der ASG um Rückkehrer und die Fachkräftesicherung kümmert, weiß schon, wo der Citymanager, die Citymanagerin sitzen wird.
Sandra Krautz, die sich in der ASG um Rückkehrer und die Fachkräftesicherung kümmert, weiß schon, wo der Citymanager, die Citymanagerin sitzen wird. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Der Job ist auf fünf Jahre befristet, trotzdem gibt es mehr als 20 Bewerber. Annett Igel-Allzeit

Seit Jahren träumt die Stadtverwaltung Spremberg von einem Citymanager oder einer Citymanagerin. Doch immer wieder endete die Diskussion dazu mit der Frage: Wer soll das bezahlen? Jetzt haben der Wirtschaftsförderer ASG, die Stadt und die Spremberger Land GmbH einen Fördertopf gefunden und die Stelle ausgeschrieben. Der Citymanager,  die Citymanagerin wird der kaufmännischen Geschäftsführung der ASG unterstellt sein. Obwohl die Stelle auf fünf Jahre befristet ist, hatten sich bis Montagmittag 27 Männer und Frauen um den Job beworben. Um 24 Uhr am 19. März war Bewerbungsschluss.

Es ist eine Vollzeitstelle, und angesichts der Aufgaben in der Stellenbeschreibung wird sie oder er auch viel Zeit brauchen. Spremberg wünscht sich einen Förderer, Kümmerer und Lobbyisten der Innenstadt. Er soll Konzepte und Instrumente entwickeln, die die City attraktiver machen. Stadtentwicklungsbelange innerhalb der Umbaukulisse werden bei ihm zusammenlaufen. Fürs Umsetzen der Projekte soll er Finanzierungsquellen finden. Der Laden-Leerstand liegt auf seinem Schreibtisch, der Onlinehandel, bei dem Geschäfte gemeinsam auftreten können, und die Optimierung des virtuellen Stadtrundgangs. Er soll Interessenvereinigungen und Akteure zusammenführen, Treffen, Arbeitskreise und Händlervereinigungen organisieren. Ansprechpartner ist er für alle: für Politik und Stadtverwaltung, den Citywerbering um Toralf Hasse, die Wirtschaft, die Spremberger Land GmbH, den Tourismus, für Immobilieneigentümer und nicht zuletzt für die Bürger.

Deshalb, so Petra Lehmann, Geschäftsführerin der ASG, werde der Citymanager auch nicht im Industriepark Schwarze Pumpe sitzen, sondern mitten in der City. In der Langen Straße 18 geht es durch die Burgpassage und die Treppe hinauf zum Büro der ASG, wo bereits Rückkehrer und Neu-Spremberger beraten werden und Platz ist für größere Zusammenkünfte. „Damit fallen keine Kosten für ein zusätzliches Büro an“, erklärt Petra Lehmann in der Hauptausschusssitzung.

Christina Schönherr (Vereinte Wählergruppen), die als einstige Justiziarin der Stadt auch viel Arbeit gewöhnt war, staunt über die Bandbreite der Aufgaben. „Es wird deshalb wichtig sein, dass sich der- oder diejenige gut durchsetzen kann.“ Benny Stobinski (Die Nächste Generation) wundert die Befristung auf fünf Jahre. Zeitliche Befristungen bei Neueinstellungen, darauf weist er hin, sind bis maximal zwei Jahre möglich. „Wir müssen befristen, weil wir an Fördermittel gebunden sind. Mit unserem Juristen haben wir uns deshalb auf eine Zweckbefristung geeinigt“, erklärt Petra Lehmann. Der Rahmen der Zweckbefristung wurde ausgeschöpft – das Arbeitsrecht gestattet hier maximal fünf Jahre. Wie der Citymanager nach fünf Jahren bezahlt wird, muss überlegt werden. Er hat seine Zukunft selbst mit in der Hand: Eine nachhaltige Finanzierung des Citymanagements zu entwickeln, steht am Ende seiner Aufgabenliste.

Eine Zusatzaufgabe bekommt er von Dirk Süßmilch (SPD). Regelmäßig soll er im Hauptausschuss von seiner Arbeit berichten.  Ab dem 4. April werden die Bewerbungen gesichtet, der Aufsichtsrat trifft eine erste Auswahl, wofür Hauptausschussvorsitzender Andreas Bränzel (CDU) ein „glückliches Händchen“ wünscht. Am 1. Juni soll Sprembergs Citymanager starten.