Nach dem brandenburgischen Wassergesetz ist die Stadt Spremberg wie jede andere Gemeinde verpflichtet, das Abwasser zu beseitigen. Mit dem Beitritt zur Spremberger Wasser- und Abwasserzweckverband (SWAZ) hatte sie ihre Pflicht grundsätzlich auf den Zweckverband übertragen. Im Industriegebiet Schwarze Pumpe betreibt die Abwasseranlagen jedoch nicht der SWAZ. Für einen Teil der Flächen war bereits nach einem Beschluss des Stadtparlaments im August 2002 die Entsorgungspflicht auf die Stadt rückübertragen und die Altstadtsanierungsgesellschaft ASG als Betreiber der Abwasseranlage ABA I eingesetzt worden.

Für einen zweiten Teil der Industrieflächen erfolgte die Entsorgung bisher über die Anlagen der Sustec GmbH.

Doch nun steckt das Privatunternehmen Sustec in der Insolvenz. Nun sucht die Stadt eine Antwort auf die Frage, wie es mit der Abwasserentsorgung in Zukunft abgesichert werden kann. Bereits am Montagabend hatte der Hauptausschuss einstimmig empfohlen, der Rückübertragung der Abwasserbeseitigungspflicht auch für diesen zweiten Teil der Industrieflächen zuzustimmen. Alle waren dafür, die ASG als treuhänderischer Erschließungsträger der Stadt mit der Betreibung auch dieser Abwasseranlagen zu beauftragen. Zudem solle für die von ASG-Geschäftsführer Gerhard Hänel im Hauptausschuss noch einmal als wichtig hervorgehobene Regenwasserentsorgung eine allgemeine Entgeltregelung vorgelegt werden.

Der SWAZ-Verbandsvorsteher Bernd Schmied wollte lieber die Entscheidung der Stadtverordneten abwarten, als ihn Verbandsversammlungsmitglied und Stadtverordneter Ulrich Schmidt fragte, ob er sich vorstellen könne, dass der SWAZ die Betreibung der aus den 60er-Jahren stammenden Kläranlage der Sustec GmbH übernimmt. Bernd Schmied sagte daraufhin: „Ich bin involviert, die ASG hat uns in die Gespräche einbezogen. Wenn es die Stadt Spremberg als unsere Mutter möchte, dass wir hier tätig werden, übernehmen wir die Aufgabe. Natürlich ist es noch einmal etwas anderes, Industrieabwasser zu entsorgen – und wir wollen unser Kerngeschäft für die Bürger auf keinen Fall aus den Augen verlieren. Aber mit unseren Mitarbeiten ist das machbar. Nur will ich hier der Entscheidung der Stadtverordnetenversammlung nicht vorgreifen.“