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| 06:57 Uhr

War es Brandstiftung?
Spekulationen nach Brand in Spremberger Lager

 Nach dem Brand am Montagmorgen wird das Ausmaß des Brandes nach und nach deutlich.
Nach dem Brand am Montagmorgen wird das Ausmaß des Brandes nach und nach deutlich. FOTO: LR / Marcel Laggai
Spremberg. Nach einem Brand in einem Schmierstofflager in Spremberg kocht im Internet die Gerüchteküche. Die Spuren des Feuers sind unübersehbar - und Brandstiftung kann nicht ausgeschlossen werden. Von Marcel Laggai

Im Internet kursieren wilde Spekulationen um den Brand in einem Schmierstofflager am Montagmorgen. Da ist beispielsweise von „Brandstiftung“ die Rede oder etwa, dass eine 60 Meter lange Halle komplett abgebrannt sei. Ein Umstand, den der stellvertretende Spremberger Stadtwehrführer, Christian Balzer, zumindest in Auszügen richtiggestellt wissen möchte.

Vom Lager geht keine Gefahr aus

„Die Halle ist tatsächlich nur im vorderen Teil beschädigt worden, weil eben nur dort die Flammen gewütet haben“, so Balzer, der an den Löscharbeiten in der Spremberger Gartenstraße direkt beteiligt war. Weiterhin habe man unmittelbar nach Eintreffen erkannt und zusätzlich von anwesenden Arbeitern erfahren, dass von dem Schmierstofflager keine Gefahr ausgehe, ergänzt Balzer. „Also keine brennenden Flüssigkeiten, sondern lediglich brennendes Plastik.“

Konkret handelte es sich dabei um mehrere leere und bereits aussortierte 1000-Liter-Tanks, die an der Hallen-Front gelagert worden waren. Trotzdem sorgten diese Behälter durch Rest-Gase im Inneren dafür, dass die Flammen mehrere Meter hoch durch das Alu-Dach loderten. Dem schnellen Handeln der Feuerwehrleute ist es indes zu verdanken, dass die Flammen sich nicht weiter in der Halle ausgebreitet haben, weiß auch Tim Schneider. Als Vorarbeiter bei der Oleum Orbis GmbH weiß er um die Lagerbestände des Unternehmens und konnte die eintreffenden Kameraden umgehend über den Sachstand informieren.

Mitarbeiter versuchen zu löschen

Als Glück im Unglück bezeichnet er allerdings den Umstand, dass um diese Zeit überhaupt jemand vor Ort gewesen sei. „Denn normalerweise ist um diese Zeit noch keiner von uns da und in diesem Fall wäre der Brand sicherlich erst viel später aufgefallen und gemeldet worden.“ Doch nicht etwa Schneider, sondern zwei Kollegen sind die Flammen aufgefallen. Ihnen sei nach einer nächtlichen Kontrollrunde ein Flackern aufgefallen, woraufhin alles recht schnell gegangen sei, heißt es vom Vorarbeiter.

Während die Feuerwehr zu dem Gebäudebrand gerufen wurde, schnappten sich die anderen drei Arbeiter jeweils einen Feuerlöscher und versuchten ihr Bestes, erinnert sich Schneider. Da schlugen die Flammen allerdings bereits durch das Dach. „Von der Situation überrascht konnten wir nur noch den Feuerwehrleuten bei ihrer Arbeit zusehen.“ Was bleibt, ist eine teils zerstörte Halle und gleichzeitig die Freude darüber, dass der Weiterbetrieb des Unternehmens nicht gefährdet ist und die Halle weiterhin als Schmierstofflager genutzt werden kann. Denn zwei der insgesamt vier 50 000-Liter-Schmierölcontainer sind von den Flammen nahezu verschont geblieben.

Überwachungskamera manipuliert

Darüber hinaus sorgt der Brand auch unter den Mitarbeitern für eine Spekulation, die ebenfalls bereits durch das Internet wabert: Brandstiftung. Vermutete Schneider anfangs einen Kabelbrand hinter dem Feuer in der Lagerhalle, sprechen mehrere Brandherde scheinbar dagegen. Auch Vize-Stadtwehrführer Christian Balzer konnte im Zuge der Löscharbeiten mindestens zwei Brände in dem Objekt feststellen. „Wir haben anfangs sogar drei Brände gezählt, wovon einer zwischen zwei Schmierölcontainern und direkt hinter einer Scheibe loderte“, versichert Schneider. Weiterhin haben er und seine Kollegen einen Benzinkanister mitten in der Halle stehend vorgefunden und eine manipulierte Überwachungskamera im Außenbereich festgestellt, fügt er hinzu.

„Alles Dinge, die wir der Polizei auch mitgeteilt haben und von daher wollen wir uns nicht auf weitere Spekulationen einlassen“, so Schneider, der für die Zeugenaussage – ebenso wie seine Kollegen – mehrere Stunden auf dem Revier verbrachte. Nun hoffe er, dass die Polizei die Aufnahmen der Überwachungskameras und die Spuren rasch auswerte, um Gewissheit zu haben und Ruhe einkehren zu lassen. Derweil versucht das Team um Schneider wieder zurück zum Tagesgeschäft zu kommen und die Spuren des Brandes allmählich zu beseitigen. Keine leichte Aufgabe, da die Halle noch immer geschwärzt von Ruß ist, in dem Alu-Dach mindestens zwei große Löcher klaffen und die Scheiben an der Frontseite schlichtweg nicht mehr existent sind. „Trotz der zusätzlichen Arbeit, die uns nun bevorsteht, wollen wir schnell wieder zur Normalität übergehen, weil uns der Job eben Spaß macht“, versichert Tim Schneider abschließend.