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Spremberg
Einsame werden nicht vergessen

Die Spreenixe Francy Kuhlee (links) verteilte selbst gebackene Weihnachtsplätzchen an die Gäste, die Gleichstellungsbeauftrage Christina Bieder (rechts), sie setzte sich seit 25 Jahren „den Hut auf“ für diese Veranstaltung am Heiligabend in Spremberg im Gemeindehaus der Kreuzkirche.
Die Spreenixe Francy Kuhlee (links) verteilte selbst gebackene Weihnachtsplätzchen an die Gäste, die Gleichstellungsbeauftrage Christina Bieder (rechts), sie setzte sich seit 25 Jahren „den Hut auf“ für diese Veranstaltung am Heiligabend in Spremberg im Gemeindehaus der Kreuzkirche. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Spremberg hat Menschen aus der Stadt zu „Heiligabend nicht allein“ eingeladen.

Seit 25 Jahren ist es in Spremberg Tradition, dass am 24. Dezember zur Veranstaltung „Heiligabend nicht allein“ eingeladen wird. In diesem Jahr kamen mehr als 70 Gäste und nahmen an den liebevoll dekorierten Tischen in festlicher Atmosphäre im Gemeindehaus der evangelischen Kreuzkirche Platz. Die Stadt Spremberg und die Örtliche Liga sorgen jedes Jahr dafür, dass besonders auch die alleinstehenden Menschen am Heiligabend in der Gemeinschaft weihnachtliche Stunden verbringen.

Zur Finanzierung des Nachmittags tragen überwiegend die Gelder aus den Spendenbüchsen bei, die im Rahmen des Lebendigen Adventskalenders weitergereicht wurden. Doch auch zahlreiche Unterstützer aus der Region machten diese Zusammenkunft möglich. So begrüßte Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) die Gäste. „Weihnachten ist das Fest der Familie, man besinnt sich besonders am Heiligabend. Diese Veranstaltung etablierte sich bereits 25 Jahre in der Stadt. Die Menschen müssen nicht alleine sein und finden hier nette Gespräche untereinander“, so die Bürgermeisterin.

Doch einer muss das Ruder für solche Veranstaltungen in die Hand nehmen. Das war nun seit 25 Jahren Christina Bieder als  Gleichstellungsbeauftragte in der Stadtverwaltung und Mitglied der Örtlichen Liga Spremberg.

Damit so eine Veranstaltung reibungslos über die Bühne geht, wurden auch in diesem Jahr 14 fleißige Helfer in drei Schichten eingeteilt. Doch aus der ersten Reihe des Vorbereitungsteams wird sich nun Christina Bieder zurückziehen. „Mein Herz schlägt schon für diese Heiligabendveranstaltung, die wir jedes Jahr mit großem Engagement vorbereiten. Doch inzwischen habe ich auch Enkelkinder und würde gern mit meiner Familie das Fest begehen. Für das nächste Jahr ist angedacht, dieses Konzept einfach mal zu überarbeiten. Im Januar werden wir zu einer großen Gesprächsrunde zusammenkommen und über diese traditionelle Heiligabendveranstaltung sprechen“, so Christina Bieder. Und Gesprächsbedarf gibt es wirklich nicht nur zum Ruder.

Denn in diesem Jahr war es für die Gäste mit dem Besuch des Gottesdienstes nebenan in der Kreuzkirche etwas schwierig, da nur ein Gottesdienst am Nachmittag stattfand. So müsse man die ganze Veranstaltung für die Einsamen am Heiligabend neu überdenken, sagt Christina Bieder. Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier bedankte sich mit einem Geschenk bei Christina Bieder für ihr großes Engagement über all die Jahre.

Die 16-jährige Melanie Oehmig gehörte am Sonntag mit ihrem Papa Peter zu den Gästen. „Ich bin bereits das vierte Mal zu Gast. Auch meine Tochter Melanie ist hier gern dabei und findet es sehr gemütlich. Die Organisatoren geben sich große Mühe, um den Gästen einen gemütlichen Heiligabend zu gestalten. Auch mit dem Chor kommt schon weihnachtliche Atmosphäre auf. Ich hoffe sehr, dass diese schöne Veranstaltung eine Fortsetzung findet, es ist eine Tradition“, sagt Peter Oehmig.

Die Spremberger Spreenixe Francy Kuhlee hatte eine besonders nette Idee und verteilte an diesem Tag im Gemeindehaus am Kirchplatz als Christkind selbst gebackene Plätzchen an die Besucher. Alle Gäste erhielten am Heiligabend einen Essensgutschein als Geschenk, den sie nach den Feiertagen einlösen können.

Seit vielen Jahren gehört der Spremberger Stadtchor des Albert-Schweitzer-Familienwerkes zum festen Bestandteil des Unterhaltungsprogramms. Die 34-jährige Ramona Pietkiewicz leitet seit 16 Jahren den Chor und stellte auch in diesem Jahr mit ihren 17 Sängerinnen und Sängern extra dafür ein rundes Weihnachtsprogramm zusammen. „Jahrelang hat uns musikalisch immer Jakob Grunski mit dem Akkordeon begleitet. Doch leider ist er nicht mehr unter uns. So freut es uns besonders, dass sein Enkelsohn Daniel Grunski uns bei einigen Auftritten nun musikalisch begleitet“, sagt Helga Pietkiewicz.