ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 21:30 Uhr

Klare Spree braucht Dichtwände
Aktionsbündnis fordert besseren Plan für klare Spree

 Spremberg, die Perle der Lausitz, liegt in einem rotbraunen Ockerschlamm-Bett. Die Spree ist hoch mit ausgeschwemmten Eisen- und Sulfatverbindungen belastet, die in der Spreewitzer Rinne besonders reichlich anfallen.
Spremberg, die Perle der Lausitz, liegt in einem rotbraunen Ockerschlamm-Bett. Die Spree ist hoch mit ausgeschwemmten Eisen- und Sulfatverbindungen belastet, die in der Spreewitzer Rinne besonders reichlich anfallen. FOTO: Patrick Pleul
Spremberg. Die Lausitzer Erde blutet in der Spreewitzer Rinne stark aus und gibt extrem viel Eisen in die Spree ab. Das Aktionsbündnis Klare Spree fordert einen Gesamtplan für die Bergbauregion. Von Kathleen Weser

Tiefgang gegen die sichtbaren Bergbaufolgen in der Lausitz fordert das Aktionsbündnis Klare Spree: Denn die Schmutzfracht in der Spree, der rostbraune Ockerschlamm, nimmt einfach kein Ende.

„Die bisher realisierte und auch noch geplante Abwehr gegen die Eisenhydroxidverbindungen in der Spreewitzer Rinne ist unzureichend“, sagt der Vorsitzende, Dieter Perko, Bürgermeister der Gemeinde Neuhausen/Spree. Die Eiseneinträge in die Spree würden derzeit nur in sehr überschaubarem Umfang reduziert.  „Noch immer fließen täglich 4000 bis 6000 Kilogramm Eisen durch Spremberg. Diese können erst in der Talsperre zum Absetzen gebracht werden. Dazu müssen dem Spreewasser ständig große Mengen an Kalk und Flockungsmitteln zugegeben werden“, erklärt er weiter.

Das Problem müsse deshalb „auch in tieferen Strömungen“ angegangen werden. Das fordert Winfried Böhmer, der Sprecher des Aktionsbündnisses. „Das ist aus unserer Sicht nur mit Dichtwänden, einer im Lausitzer Bergbau entwickelten Technologie, machbar“, sagt er. Das anströmende, hochbelastete Wasser aus der Spreewitzer Rinne, in der die Kleine in die Große Spree mündet, müsse durch Dichtwände aufgehalten, behandelt und erst dann der Spree zugeleitet werden. „Nur so ist es möglich, in der Spree den Eisengehalt auf 1,8 Milligramm je Liter Wasser zu senken, wie es dem Zielwert nach Oberflächengewässerverordnung entspricht“, schwingt Winfried Böhmer verbal auch die Gesetzeskeule. Er konstatiert mit dem Blick auf Eisenbelastungen von aktuell bis zu 210 Milligramm pro Liter Wasser in der Spree: Die bisherigen Aktivitäten der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), die von Staats wegen mit der Sanierung der Bergbaufolgen aus DDR-Zeit beauftragt ist, schützen die Fließgewässer der Lausitz nicht ausreichend.

Derzeit avisierte stationäre Filterlösungen bei Burgneudorf (Kreis Bautzen) verfolgten das Ziel, die Eisenfracht um 90 Prozent zu senken. Damit bliebe noch immer viel zu viel Ocker im Spreewasser, rechnet das Aktionsbündnis vor. „Wenn wir die Spree wirklich ernsthaft sauber haben wollen, müssen wir mehr tun und auch mehr investieren“, sagt Winfried Böhmer.

Und die Region habe mit dem endgültigen Kohleausstieg noch mehr zu befürchten: Insbesondere mit der Schließung des Tagebaus Nochten (Kreis Görlitz) verschärfe sich der Eiseneintrag zusätzlich. Das Aktionsbündnis Klare Spree fordert die Landesbergbehörde  und auch die noch aktive Bergbautreibende, die Lausitz Energie Bergbau Aktiengesellschaft (Leag), auf, eine Gesamtstrategie gegen das Eisen-Problem für die Lausitz vorzulegen.

„Mit jedem zusätzlichen Bergbausee verschärft sich die Wassersituation in der Lausitz. Die enorme Wasserverdunstung der großen Gewässer ist die Ursache“, erklärt Winfried Böhmer.  Das Wasserangebot in der Region reiche schon jetzt nicht mehr aus, um das Eisen- und auch extrem saure Wasser ausreichend zu verdünnen.

Mit der Schließung weiterer, noch aktiver Tagebaue werde die Lage prekärer. „Es müssen weitere Speicher geschaffen werden, damit der Spreewald in Trockenperioden ausreichend Wasser bekommt. Dazu muss auch der Cottbuser Ostsee mit einer Staulamelle von zwei Metern genutzt werden“, so Böhmer.

 Dieses Luftbild vom Mai 2014 zeigt sehr deutlich, wie sehr die Talsperre Spremberg wie ein Absetzbecken für das Eisenoxid wirkt. Foto: Landesbergamt  Die Vorsperre (braunes Wasser) Spremberg-Wilhelmstal vor der Talsperre ist für Eisenocker- und Sulfat-Bekämpfung unerlässlich. Foto: LUGV  An der Talsperre Spremberg wurde die Gesamtmenge des im Wasser gelösten Eisens deutlich gesenkt. Foto: LBA  So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt.  Archivfoto: Landesbergamt  So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus.   Archivfoto: Landesbergamt  So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt.  Archivfoto: Landesbergamt    So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt.  Archivfoto: Landesbergamt
Dieses Luftbild vom Mai 2014 zeigt sehr deutlich, wie sehr die Talsperre Spremberg wie ein Absetzbecken für das Eisenoxid wirkt. Foto: Landesbergamt Die Vorsperre (braunes Wasser) Spremberg-Wilhelmstal vor der Talsperre ist für Eisenocker- und Sulfat-Bekämpfung unerlässlich. Foto: LUGV An der Talsperre Spremberg wurde die Gesamtmenge des im Wasser gelösten Eisens deutlich gesenkt. Foto: LBA So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt. Archivfoto: Landesbergamt So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Archivfoto: Landesbergamt So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt. Archivfoto: Landesbergamt So sahen die Vorsperre und Hauptsperre nördlich von Spremberg im Jahr 2014 aus. Die Landesregierung hofft, dass sich der Eisenhydroxid-Zufluss stark reduzieren lässt. Archivfoto: Landesbergamt FOTO: Haschke
 Spremberg, die Perle der Lausitz, liegt in einem rotbraunen Ockerschlamm-Bett. Die Spree ist hoch mit ausgeschwemmten Eisen- und Sulfatverbindungen belastet, die in der Spreewitzer Rinne besonders reichlich anfallen.
Spremberg, die Perle der Lausitz, liegt in einem rotbraunen Ockerschlamm-Bett. Die Spree ist hoch mit ausgeschwemmten Eisen- und Sulfatverbindungen belastet, die in der Spreewitzer Rinne besonders reichlich anfallen. FOTO: Patrick Pleul