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| 17:47 Uhr

Folgen des Einwohnerverlustes
Drittel der Wohnungen in Spremberg droht Leerstand

Spremberg. Prognose des Rathauses blickt bis zum Jahr 2040: Eine Trendumkehr scheint kaum möglich.

Bis zum Jahr 2040 könnte fast ein Drittel der Wohnungen in Spremberg leerstehen. Das geht aus dem Jahresbericht des Rathauses für 2017 hervor. Demnach droht die Leerstandsquote von 10,3 Prozent im Jahr 2020 auf 31,1 Prozent im Jahr 2040 zu steigen.

Diese Prognose wird in das Konzept zur Stadtentwicklung einfließen, das regelmäßig aktualisiert wird. Darauf weist Claudia Koch vom Fachbereich für Bauen und Wohnen in der Spremberger Stadtverwaltung hin. Schon der frühere Geschäftsführer des kommunalen Vermieters Gewoba, Reinhard Lehmann, umriss drei Probleme, die zum wachsenden Leerstand beitragen: die hohe Sterberate, der Umzug älterer Mieter in Pflegeheime und den Wegzug vieler Einwohner, die in der Heimat keine geeigneten Arbeitsplätze finden.

Einem dieser Faktoren begegnen Spremberger Initiativen derzeit mit neuen Ideen. Sie veranstalten am Freitag, 10. August, ein Sommerfest für frühere Spremberger, die sich wieder in ihrer Heimat niederlassen wollen oder bereits zurückgekehrt sind. Auch der Wirtschaftsförderer ASG beteiligt sich am Netzwerk der Rückkehrer-Initiativen „Ankommen in Brandenburg“. Wie Pressesprecher Jörg Tudyka informiert, lautet das Ziel, noch stärker um Rückkehrer und Fachkräfte für die Spremberger Region zu werben. Er beruft sich auf Zahlen des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. So hätten seit dem Jahr 1990 ungefähr 800 000 Brandenburger ihr Land verlassen. Zwölf Prozent seien inzwischen aber wieder zurückgekehrt.

Dieser Trend wird das Problem des Leerstands jedoch nicht grundsätzlich beheben. So heißt es im Spremberger Konzept zur Stadtentwicklung: „Alle Prognosen zeigen, dass diese negative Entwicklung langfristig anhalten wird.“ Besonders viele Wohnungen werden demnach auf lange Sicht auf dem Georgenberg und in Trattendorf verwaisen. Das Konzept nennt für diese Gebiete einen Anteil von 16 bis 17 Prozent. Lediglich im Süden der Stadtmitte und am Trattendorfer Hof sei ein stärkerer Bedarf zu erwarten.