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| 20:29 Uhr

Spremberg
20 Jahre Skater-Park – war’s das?

In den klaffenden Fugen der Pipe sieht der Stadtverordnete Benny Stobinski eine Unfallgefahr für Skater.
In den klaffenden Fugen der Pipe sieht der Stadtverordnete Benny Stobinski eine Unfallgefahr für Skater. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Spremberg. Sprembergs Jugendbeirat arbeitet am neuen Mehrgenerationen-Spielplatz.

Einen Mehrgenerationen-Spielplatz soll Spremberg bekommen. Neu ist die Idee nicht. In den Plänen für eine Landesgartenschau liegt er neben der Freilichtbühne – mit Spiel- und Sportelementen für Jung und Alt. Der Jugendbeirat hat begonnen, ernsthaft an ihm zu arbeiten. Nach der Sommerpause wollen die jungen Leute im Ausschuss für Bildung, Kultur, Sport und Soziales ihre Gedanken dazu vorstellen. Am Geld soll es nicht scheitern: Nach der dritten Landesgartenschau-Absage hatte Minister Jörg Vogelsänger (SPD) den Sprembergern ein Trostpflaster versprochen: 500 000 Euro liegen bereit. Ob eine Million Euro drin wäre, wollte er prüfen. Doch wenn der Mehrgenerationen-Spielplatz kommt, lohnt es sich noch, bestehende Spiel- und Bolzplätze der Innenstadt zu sanieren?

Der Spielplatz an der Kleinen Spree in der Mariengasse hat gerade seine Kletterkombination verloren. Nach 23 Jahren war das Grundgerüst aus Holz nicht mehr zu retten. Geblieben sind kleine Spielelemente, der Fallschutzsand. Den Spielplatz in der Jägerstraße hat die Gewoba mit dem Wohnblock abgerissen. Das Wohnungsunternehmen will die Geräte anderswo wieder aufstellen. Die Skaterbahn am Pfortenplatz ist nach 20 Jahren ein trauriger Anblick. Der TÜV, so Vizebürgermeister Frank Kulik, prüfe sie regelmäßig, nötige Reparaturen werden durchgeführt. Felder am Zaun zur Spree fehlen, beginnt Benny Stobinski (Die Nächste Generation) aufzuzählen, Sitzelemente sind kaputt oder weg. An den Skate-Pipes entdeckte er klaffende Fugen. „So groß, das Finger darin hängen bleiben können“, befürchtet der Stadtverordnete und Sozialarbeiter.

Schlimm sehe nebenan das Kleinfeld mit Sprunggrube und Sprintstrecke aus.  Tatsächlich gehört es nicht zur Skater- und Trendsportanlage. Jahrelang hatte es der Spree-Neiße-Kreis für den Sportunterricht der Gymnasiasten gepachtet. Nach dem Bau neuer Sportanlagen am Schulhof ging die Fläche neben der Skaterbahn zurück an die Stadt. Kein Hausmeister muss mehr vorbeischauen. Im einzig verbliebenen Tor steht ein Ahorn. Der Tartan-Belag ist aufgerissen, Unkraut sprießt.

Drogen, Müll, die Beleuchtung – Probleme gab es öfter auf der Skaterbahn. Aber es gab auch Skater-Wettbewerbe, „Die Perle putzt sich“-Aktionen, und die Basketballkörbe halten. „Eine feste Gruppe besteht etwa zwei Jahre. Dann wechseln die Jugendlichen“, so Benny Stobinski. Auf der Suche nach  einem Kleinfeld-Tor begann er zu ahnen er, wie teuer die Sanierung der Anlagen werde. „Deshalb sollten wir uns gut überlegen, ob wir investieren oder sie aufgeben“ – angesichts der Pläne zum Mehrgenerationen-Spielplatz. Aber so schön Mehrgenerationen-Spielplätze klingen, sie funktionierten oft nicht. „Bin ich mit meinen Kindern auf dem Spielplatz am Puschkinplatz und unten auf dem Kleinfeld bolzen Jugendliche, möchte ich den Kindern Stöpsel in die Ohren stecken. Schlimme Schimpfwörter dringen zu uns, die sie im Kindergarten ausplaudern könnten...“, sagt er. Und eine 70-Jährige werde ungern ihre Kraftsportübungen neben bolzenden Jungen durchziehen. Hecken, so Benny Stobinski, solle der Jugendbeirat beim Mehrgenerationen-Spielplatz nicht vergessen.

Die Bildungsausschussmitglieder sind gespannt auf den Jugendbeirat. Zudem besucht der Ausschuss im zweiten Halbjahr Spielplätze in Spremberg und den Ortsteilen.