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| 19:25 Uhr

Logistischer Aufwand
Brandserie ist Fall für den Landkreis

Spremberg. Die abgebrannten Behälter sind Leihgaben, die Wiederbeschaffung ist ein logistischer Prozess. Von Marcel Laggai

Seit Wochen brennen in Spremberg immer wieder Abfalltonnen und -container. Neben der begründeten Sorge der Anwohner, ist das ein klarer Fall für die Polizei. Nach Aussagen der Pressestelle würden Ermittlungen und Maßnahmen diesbezüglich bereits intensiv laufen. „Trotzdem sind wir weiterhin auf aufmerksame Anwohner angewiesen, die ihre Augen offen halten und uns umgehend informieren“, erklärt ein Pressesprecher.

Wer kommt für den Schaden auf?

Doch wer kommt eigentlich für die abgebrannten Müllbehälter auf? Schließlich sind im Zuge der insgesamt zehn Brände schon etliche Tonnen zerstört worden. Die Antwort: der Landkreis oder vielmehr dessen Versicherung. Die Behälter sind Leihgaben des Eigenbetriebes Abfallwirtschaft des Landkreises Spree-Neiße (ASPN), mit Sitz in Forst.

Auch dort blickt man Tag für Tag nach Spremberg und hofft auf keine weiteren Brände. „Neben unserem Tagesgeschäft sorgen diese Taten für einen spürbaren Zusatzaufwand“, erklärt Torsten Kunze. Als stellvertretender Werkleiter der Abfallwirtschaft sorgt sein Team tagtäglich dafür, dass kein Mangel an Tonnen und Containern herrscht.

Tonnen werden nicht knapp

Die Gefahr, dass die Abfallbehälter durch die Brände knapp werden, sieht Kunze allerdings nicht. „In unserem Lager stehen 600 unterschiedlich große Tonnen, sodass schnell für Ersatz gesorgt werden kann“, erklärt er.

Ärgerlich sei vor allem die Zettelarbeit für die Versicherung, da diese sehr zeitaufwendig sei, heißt es  weiter. Für den Tausch der beschädigten Tonnen gibt es bei der ASPN eine gesonderte Abteilung. „Im Rahmen der Behälterdienst-Tour fahren die Kollegen mit einem Kofferfahrzeuge raus und sorgen für einen adäquaten Ersatz“, so Kunze. Der reguläre Ausstausch der zirka 100 000 Behälter finde in der Region primär durch Verschleiß statt, ergänzt er.

Laut ASPN-Aussagen musste der Landkreis im vergangenen Jahr insgesamt 1192 Tonnen und Container austauschen. Eine rückläufige Zahl, da es 2017 noch 1488 und 2016 gar 1864 ausgetauschte beziehungsweise erneuerte Abfallbehälter waren. Doch nicht jeder Behälter werde gleich aus dem Verkehr gezogen. „Je nach Umfang versuchen wir, die Tonnen und Container zu reparieren“, betont Kunze. Vor allem Räder und Scharniere werden häufig erneuert.

Tonnen halten mehr als zehn Jahre

Die Behälter sind jedoch nicht für die Ewigkeit gemacht sind. „Im Schnitt sind unsere Abfallbehältnisse zirka zehn Jahre im Einsatz, bevor sie zum alten Eisen gehören und getauscht werden müssen.“ Darüber hinaus gibt es aber auch Faktoren, die die Lebenszeit einer Tonne spürbar verkürzen und verlängern können: Tonnen, die vor Witterung geschützt stehen, können auch 20 Jahre halten, fügt der 54-Jährige hinzu. „Abhängig von Standort und Nutzung, kann der Wechsel natürlich auch früher anstehen.“

Wenn die Reparatur einer Tonne zu aufwendig oder schlichtweg nicht mehr möglich ist, werden sie entsorgt. „Das ist eine simple Kosten-Nutzen-Rechnung. Irgendwann muss eine neue Tonne her“, sagt Kunze. Aktuell passiert das in der Karl-Marx-Straße, der Wendenstraße, der Paul-Thomas-Straße, dem Knappenweg und der Waldstraße.

Neue Tonnen und Container aufgestellt

An insgesamt sieben Standorten sind jetzt neue Tonnen und Container aufgestellt worden, so Kunze. „Da die Behälter unterschiedliche Größen haben, variieren auch die Kosten von 45 Euro bis hin zu 245 Euro.“

In dem Preis ist aber auch der logistische Aufwand inbegriffen. Dazu gehören das Bereitstellen eines Transportfahrzeugs, der Bringdienst sowie die Entsorgung. Der stellvertretende Werkleiter der Abfallwirtschaft betont nochmals, „dass das Gros der Tonnen dem Verschleiß zum Opfer fallen und tatsächlich nur ein Bruchteil durch Vandalismus oder Brände“ zerstört werde.

Die aktuelle Situation in Spremberg sei trotzdem mehr als ärgerlich, wie Kunze betont.