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| 16:30 Uhr

Spremberg
Wenn 52 Bläser strahlen

Eine Serenade mit 52 Bläsern aus dem Kirchenkreis Senftenberg-Spremberg und aus Sirchingen (Baden-Württemberg) haben die Besucher der Freilichtbühne am Samstag in Spremberg erlebt.
Eine Serenade mit 52 Bläsern aus dem Kirchenkreis Senftenberg-Spremberg und aus Sirchingen (Baden-Württemberg) haben die Besucher der Freilichtbühne am Samstag in Spremberg erlebt. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Sprembergs Posaunisten lernen zum 65. Geburtstag ein bisschen Schwäbisch.

Georg Friedrich Händels erstes Menuett aus der „Wassermusik“ hat Dietmar Pelz, der Dirigent, schon den Beinen. Der Schwabe eilt über die Spremberger Freilichtbühne zum Podium. Aber nun lässt er den Blick doch ruhen – erst auf dem Publikum, dann auf dem Orchester. Er strahlt die Musiker an – bis über beide Ohren. Das hat er in der Hauptprobe am Freitag nach dem große Regen erklärt: Und obwohl die Anspannung hoch ist, strahlen sie hinter ihren Trompeten, Hörnern, Tuben, Posaunen zurück.

Aus acht Posaunisten besteht der Bläserchor der Spremberger Kreuzkirche. Dazu kommen drei Jungbläser, die in Klein Döbbern und Spremberg ausgebildet werden. Dass sie zu ihrer Serenade zum 65-jährigen Bestehen auf der Freilichtbühne 52 sind, ist Posaunisten aus dem gesamten Kirchenkreis Senftenberg-Spremberg und 15 Schwaben zu verdanken. Unter dem Motto „Gott loben – Gott danken“ erklingen Bläsersätze wie zu „Leben aus der Quelle“ und „Lobe den Herrn, meine Seele“. Bei Antonio Vivaldis „Sonata Es-Dur“ stellen sich die einzelnen Gruppen vor. „I will follow him“ erkennen die Zuhörer als Ohrwurm aus der Filmkomödie „Sisters Act“. Heidrun Roehl von der Landeskrichlichen Gemeinschaft, die die Moderation übernommen hat, erzählt von 65 Jahren Chor und von Henning Allzeit, den es 2014 von seiner schwäbischen Heimat nach Spremberg verschlug.

Das Programm für eine Serenade zu stricken, darum bat Henning Allzeit, der gemeinsam mit Alexander Adam den Spremberger Chor leitet, seinen einstigen Chorleiter Dietmar Pelz in Sirchingen. Die Herausforderung wurde angenommen: Siegfried Zühlke, Landesposaunenwart der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, und Regionalkantorin Margret Schulze probten vorab mit Sprembergern, Hornowern, Drebkauern, Welzowern, Proschimern, Spreewitzern, Senftenbergern. Zur Serenade sitzen sie mitten im Orchester.

Sonst fahren die Sirchinger einmal im Jahr zum Wanderwochenende in die Berge. Diesmal folgen sie dem Ruf ihres Ex-Trompeters in die Lausitz. Mit dem Kahn geht es durch den Spreewald, Wanderschuhe taugen auch für den Tagebau. Kurz nach der Ankunft in ihrer Herberge Don-Bosco-Haus helfen sie den Klein Döbberner Bläsern bei der Musik zur Eucharistie am Fronleichnam der Katholiken in Neuhausen/Spree. Die Kreuzkirchengemeinde bittet die Gäste zum Essen, Manfred Ihle zeigt ihnen die Kirche. Und die Puste reicht am Sonntag noch für den Festgottesdienst mit Pfarrerin Sabine Ernst. Die Spremberger Peter Schwausch, Birgit Walter, Immanuel Adam, Alexander Adam, Torsten Biehn, Ralf Richter sowie Corina Wussogk aus Drebkau werden für 25 Jahre, Klaus Krüger aus Welzow für 50 Jahren Mitgliedschaft im Posaunenchor geehrt.

In vier Jahren feiert Sirchingen 50 Jahre Posaunenchor. Bis dahin gilt es für Sprembergs Bläser, das Schwäbeln und auch das Strahlen nicht zu verlernen.

Dirigent Dietmar Pelz (r.) lässt sich von Siegmund Wussogk  (l.) erklären, wie ein Tagebau dirigiert wird.
Dirigent Dietmar Pelz (r.) lässt sich von Siegmund Wussogk  (l.) erklären, wie ein Tagebau dirigiert wird. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit