Sowohl Eigenbetriebsleiter Hermann Kostrewa - „wir haben gute Gründe für diese Öffnungszeiten“ - als auch Landrat Dieter Friese blieben auf der jüngsten Kreistagssitzung ausdrücklich bei dieser Aussage. Die Mitarbeiter würden die Zeiten außerhalb der Sprechstunden benötigen, um die Anträge zu bearbeiten.
Doris Dreßler, Sprecherin des Aktionsbündnisses Forst, erneuerte in der Einwohnerfragestunde ihre Kritik an diesen Öffnungszeiten. Sie schlug vor, die Sprechzeiten im Eigenbetrieb denen der Bundesagentur für Arbeit anzugleichen. Außerdem, so Dreßler, sollte es eine Art Beschwerdestelle geben, für den Fall, dass Antragsteller und Fallmanager nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen. Auch am Service für die Antragsteller hatte Doris Dreßler einiges auszusetzen. So müsste es für die Empfänger von Arbeitslosengeld (Alg) II genauso wie für alle anderen Arbeitssuchenden die Möglichkeit geben, per Internet auf Stellensuche zu gehen. Doch im Eigenbetrieb gebe es, anders als in der Agentur für Arbeit, keine Gelegenheit dazu. Ohnehin sei, zumindest in Forst, die Situation auch äußerlich deprimierend. Im schmalen Gang gebe es beispielsweise zu wenig Sitzpl&aum l;tze für Wartende.
Kostrewa, der darauf verwies, ebendiese Themen mit Doris Dreßler bereits in einem Telefongespräch erläutert zu haben, erklärte dennoch vor dem Kreistag noch einmal, dass es künftig Informationsmöglichkeiten für die Stellensuche geben werde. Die Einrichtung von Computer-Plätzen sei schon geplant, unabhängig von dem Hinweis des Aktionsbündnisses. Eine Beschwerdestelle hingegen halte er für überflüssig. Die jeweiligen Teamleiter wären Ansprechpartner in Fällen, in denen Bürger mit ihren Fallmanagern nicht klar kämen.