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Judo-Bundesliga
Spremberger Judoka starten mit Auswärtssieg

Die erfolgreichen Spremberger Judoka posieren nach dem Wettkampf in Bonn zum Siegerfoto.
Die erfolgreichen Spremberger Judoka posieren nach dem Wettkampf in Bonn zum Siegerfoto. FOTO: KSC ASAHI Spremberg / LR
Bonn/Spremberg. Überraschend triumphieren die Lausitzer über den 1. Godesberger Judo-Club. Am kommenden Wochenende folgt der erste Heimauftritt.

Der Judo-Bundesligist Asahi Spremberg ist am vergangenen Wochenende erfolgreich in die neue Saison gestartet. Beim Aufsteiger 1. Godesberger Judoklub aus Bonn gelang den Lausitzern mit einem 11:3-Erfolg ein Auftakt nach Maß.

Mit einem Sieg in dieser Höhe hatte niemand bei den Sprembergern gerechnet, wie Vereinschef Dirk Meyer sagt: „Wir wussten ja nicht, was uns erwartet.“ Meyer fungierte dieses Mal auch als Trainer, der sein Team mit einem ungewissen Gefühl durch den Wettkampf brachte. Denn die Spremberger hatten nicht ihren kompletten Kader zur Verfügung: Mike Göpfert und Michael Rex, die sonst die Fäden am Mattenrand in der Hand halten, weilten mit der U18-Mannschaft beim Europacup in Berlin. Verzichten mussten die Spremberger auch auf ihren kompletten Kader bis 100 Kilogramm. Ex-Kapitän Niesecke und Marcel Jamet waren berufsbedingt abwesend, die Jugend befand sich im Abiturstress und im Ausland.

Dirk Meyer jedoch schaffte es offenbar, sein Team richtig einzustimmen. „Unser Pfund war wieder einmal das Team und unser Zusammenhalt. Jeder kämpfte für den Anderen und von draußen gab es mehr Stimmung und Anfeuerungsrufe, als es die gesamten 200 Godesberger für ihr Team schafften. Das war einfach Wahnsinn“, sagt der Vereinschef.

Los ging es mit Mariusz Krueger, der seinen Gegner mit dem Schlussgong auf die Matte beförderte und somit den ersten Punkt sicherte. Anschließend verletzte sich 60-Kilogramm-Mann Maximilian Zimmermann bei einem Wurfversuch und gab den Kampf ab.

Aber mit Lucas Gerlach und Tomasz Domanski gewannen wieder zwei Spremberger buchstäblich mit dem Abpfiff und zogen so den Godesbergern etwas den Zahn. Auch Danni Tempel hatte seinen Gegner schon in der Festhalte und somit den vierten Punkt vor Augen. Beim „Zuziehen“ der Festhalte riss ihm aber ein Muskel, sodass ein Weiterkämpfen unmöglich war. Lange Gesichter machten sich auf Spremberger Seite breit. Als aber Johannes Karsch nach nur sechs Sekunden den erhofften Punkt Nummer vier holte und Kapitän Oleg Ilts mit dem Ippon des Tages auf 5:2 erhöhte, sah die Welt wieder etwas freundlicher aus.

Vereinschef und Trainer Dirk Meyer warnte in der Halbzeitpause zwar seine Jungs und erinnerte an Hertha Walheim, gegen die man einst beim Stand von 6:2 noch verlor. Offensichtlich hatte ihn der polnische 100-Kilogramm-Mann Mariusz Krueger aber nicht richtig verstanden. Krueger gab gleich zum Beginn eine Wertung ab und fand sich in der Festhalte wieder. Zum Glück der Spremberger konnte er sich kurz vor dem Gong befreien und anschließend im Stand mit einer herrlichen Kontertechnik ein Dejavue verhindern.

Da die Spremberger nur einen 60-Kilogramm-Mann mit in Bonn hatten, musste der verletzte Zimmermann noch einmal auf die Matte. Knapp drei Minuten lang versuchte er alles, gab aber letztendlich auf. Michel Daue sorgte dann mit einem blitzschnell vorgetragenen Hüftwurf für den siebten Punkt und sicherte somit schon einmal das angestrebte Unentschieden.

Als dann Tomasz Domanski ebenfalls vorzeitig siegte und damit die Spremberger uneinholbar mit 8:3 in Führung brachte, war die Mannschaft nicht mehr zu halten. Neuling Ole Patzenhauer, wiederum Johannes Karsch und Daniel Lenk, nutzten diese Erfolgswelle und siegten ebenfalls vorzeitig. Mit 11:3 fiel am Ende das Ergebnis deutlich höher aus als erhofft.

Gern wäre auch die junge Bonner Mannschaft mit einem Heimsieg in die Bundesliga-Premiere gestartet. Doch die Gäste-Judoka aus Spremberg spielten clever ihre Routine aus. „Heute hat Erfahrung gegen Jugend gewonnen. Viele Spremberger waren älter und routinierter. Auf diesem Niveau wird jede Lücke gesehen und jede Unachtsamkeit ausgenutzt“, resümierte der Bonner Coach Florin Petrehele. Dennoch sei man guten Mutes und freue sich auf die Saison.

„Natürlich spielte es uns in die Karten, dass die Gastgeber auf Leistungsträger wie Alexander Gabler und Falk Petersilka verzichten mussten, weil diese mit dem Junioren-Nationalteam in Brasilien weilen“, so der Asahi-Chef Meyer. „Aber auch wir waren nur zu zwölft am Start und mussten mehrere kurzfristige Ausfälle kompensieren.“ Mit dem Ergebnis seiner Mannschaft zeigte er sich rundum zufrieden.

In der Tabelle rangieren die Spremberger nun auf Rang zwei hinter dem amtierenden Meister Hamburger Judo-Team. Schon am kommenden Wochenende werden die Lausitzer den nächsten Bundesliga-Kampf bestreiten.

Am Samstag, 14. April, empfängt der KSC Asahi Spremberg den JC 66 Bottrop ab 18 Uhr in der Sporthalle Haidemühl.

(pm/dfh)