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| 02:56 Uhr

Sport frei! an der Spremberger Himmelsleiter

Die Wanderfreunde vom SSV 1862 nahmen gestern als Erste den "Himmelsleiter"-Aufstieg entlang der neuen Gabionenwände in Angriff.
Die Wanderfreunde vom SSV 1862 nahmen gestern als Erste den "Himmelsleiter"-Aufstieg entlang der neuen Gabionenwände in Angriff. FOTO: Catrin Würz
Spremberg. Dreieinhalb Jahre nach dem plötzlichen Erdmassenrutsch am Georgenberghang ist jetzt die historische Treppenanlage "Himmelsleiter" wieder begehbar. Nach Sicherungsarbeiten und dem Umbau der oberen Wegeanbindung wurde die Treppe gestern offiziell freigegeben. Catrin Würz

So ein buntes Menschengewimmel herrscht am Fuße des historischen Treppenaufganges wie sonst nur, wenn früher Schulklassen ihren Wandertag oder gar den Sportunterricht an der "Himmelsleiter" starteten. Mehr als 60 Bürger sind am gestrigen Mittwoch zum obligatorischen Banddurchschneiden am Fuße der "Himmelsleiter" gekommen. Der steile Aufstieg von der Bahnhofstraße zum Stadtpark mit Bismarckturm auf dem Georgenberg ist für die meisten Spremberger ein liebgewordenes Kleinod und mit ganz persönlichen Erinnerungen verbunden.

"Viele Einwohner und auch Gäste der Stadt lieben diesen Treppenaufgang - und deshalb ist es auch wichtig, dass wir ihn wieder der Öffentlichkeit zugänglich machen - und das auch noch pünktlich vor dem Brandenburg-Tag", sagt Bürgermeisterin Christine Herntier. Dafür musste die Treppe direkt neben dem abgerutschten Böschungsbereich mit Gabionenwänden - das sind durch Drahtkörbe gehaltene Granitsteinmauern - abgestützt und gesichert werden. "Das war keine ganz einfache Sache. Schließlich konnte der Hang nicht mit Fahrzeugen befahren werden. Das komplette Material und jeder einzelne Stein musste mit Muskelkraft an die Baustelle geschafft werden", erzählt Jürgen Schönwälder, Chef der bauausführenden Firma Garten- und Landschaftsbau Döbern. Die Treppe wurde mit einem neuen Geländer versehen und gleichzeitig wurde der angrenzende Hangbereich teils abgeflacht, mit Faschinen gesichert und neu bepflanzt. Um weiteren Böschungsrutschungen vorzubeugen, wurden im Stadtpark zwei Rinnen und Sickerelemente errichtet, in denen Oberflächenwasser aufgefangen wird.

All diese Maßnahmen, die die Stadt rund 58 000 Euro kosten, sind Teil einer Minimalvariante der Böschungssicherung. Die Sanierung des kompletten Hanges wäre sehr viel teurer geworden und ist vorerst auf unbestimmte Zeit verschoben.

Den über 40 Wanderfreunden vom Spremberger Sportverein 1862 juckt es nun nach der offiziellen Freigabe der Treppe schon in den Beinen. Sie erklimmen die "neue" Spremberger Himmelsleiter als Erste nach der Wiedereröffnung und nehmen den Aufstieg als Startpunkt für ihre turnusmäßige Mittwochswanderung. "Als wir Kinder waren, war das für uns immer die Schlüpfertreppe, weil wir Mädchen aufpassen mussten, dass uns die Jungs beim Aufstieg nicht unter den Rock gucken", erinnert sich Wanderfreundin Edith Roß schmunzelnd zurück.

Petra Böhrenz, ebenfalls Mitglied der Wandergruppe, freut sich vor allem, dass für die Einwohner vom Georgenberg nun der kürzeste Weg in die Spremberger Innenstadt endlich wieder nutzbar ist. "Den sind wir früher fast jeden Tag gegangen", sagt sie. Wer den schweißtreibenden Aufstieg jeden Tag in Angriff nimmt, braucht bestimmt kein anderes Fitnessprogramm.

Zum Thema:
Die "neue" Himmelsleiter mündet im oberen Bereich der Treppe nicht wie bisher am Mahnmal für die Opfer des Faschismus, sondern führt direkt zum Georgen steg am Lapidarium und dem wiederhergestellten Sängerblick-Pavillon des Laga-Vereins. "Wir freuen uns, dass damit unsere Projekte noch besser ins Blickfeld rücken", sagt Frank Meisel vom Laga-Verein.