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Gemeinsamer Antrag für das Stadtparlament
SPD und Linke starten Aktion zu Spremberger Bädern

Ilona Schulz und Dirk Süßmilch haben im SPD-Büro als erste Spremberger die von ihnen initiierte Liste unterschrieben.
Ilona Schulz und Dirk Süßmilch haben im SPD-Büro als erste Spremberger die von ihnen initiierte Liste unterschrieben. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Eine Unterschriftenliste liegt in der Stadt aus: Beide Fraktionen plädieren für eine künftige Schwimmhalle am Puschkinplatz. René Wappler

Mit einer gemeinsamen Initiative wenden sich die Fraktionen von SPD und Linken an die Einwohner von Spremberg: Die Kommunalpolitiker starten eine Unterschriften-Aktion zum Neubau der Schwimmhalle im Gebiet, das die Berliner Straße und den Puschkinplatz umfasst. Diese Liste wollen sie zur nächsten Konferenz der Stadtverordneten am 6. Dezember im Ratssaal des Bürgerhauses vorlegen.

SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch erläutert: „Bei der Entscheidung für den Standort spielt der Bürgerwille nun mal eine wichtige Rolle.“ Diesen Aspekt sieht er nicht im Ansinnen der Spremberger CDU berücksichtigt, die Schwimmhalle an das Freibad Kochsagrund zu verlegen.

Deshalb legen die Fraktionen der SPD und der Linken zugleich einen gemeinsamen Beschlussantrag vor. Darin führen sie aus, dass laut einer Studie der Firma Baukonzept das Zusammenlegen der Schwimmhalle und des Freibades Kochsagrund an einem gemeinsamen Standort keinen zusätzlichen Nutzen bringen würde. Darüber hinaus sehen sie den Puschkinplatz als Variante bislang nicht genügend berücksichtigt – obwohl dort bereits ein optimaler Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr existiere, anders als am Kochsagrund. Außerdem würden am Puschkinplatz laut beiden Fraktionen keine zusätzlichen Kosten durch Neubau von Straßen, Radwegen und weiteren Anlagen entstehen. Auch ein Eingriff in die Natur sei nicht nötig. Ein ganzjähriger Betrieb der Schwimmhalle am Kochsagrund führe wiederum zu höheren Kosten, zu längeren Wegen und zu unwägbaren Risiken. Schließlich stehe in Frage, ob sich der Standort geologisch für den Bau einer Halle eigne.

Unterschrieben haben den gemeinsamen Beschlussantrag Dirk Süßmilch und die Fraktionschefin der Linken, Ilona Schulz. Sie sagt: „Wir müssen berücksichtigen, was wir uns leisten können und was nicht geht, da die Haushaltslage auch über das Jahr 2019 hinaus angespannt bleibt.“ Ilona Schulz nimmt an, dass die meisten Besucher der Schwimmhalle dafür plädieren, den Neubau am aktuellen Standort zu errichten, und das so funktional wie möglich. „Wir wollen keinen Sprungturm, keine große Rutsche, sondern eine typische Sportschwimmhalle.“

Die Unterschriftenliste soll in Geschäften der Stadt und weiteren Institutionen ausliegen. SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch erläutert: „Wir haben bewusst keine Altersgrenze gesetzt, damit auch Schüler unterschreiben können, die zur Hauptgruppe der Schwimmhallenbesucher gehören.“ Er geht davon aus, dass die Abstimmung zum Beschlussantrag knapp ausfallen wird. „Wer kämpft, kann verlieren, doch wer nicht kämpft, hat schon verloren.“