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| 02:45 Uhr

SPD-Fraktionschef warnt vor Polemik in Bäderdebatte

Spremberg. Als reine Polemik bezeichnet der Spremberger SPD-Fraktionschef Dirk Süßmilch die Position der CDU in der Debatte um die Bäder der Stadt. Die Entscheidung für den richtigen Schwimmhallen-Standort sei ohnehin schwierig, erklärt Dirk Süßmilch. René Wappler

Er beklagt die Emotionalisierung des Disputs durch "immer wieder neue Aspekte", die nach seinen Worten "nichts mit diesem Thema zu tun haben". Deshalb bringe der CDU-Vorschlag, die Haushaltsmittel zur Sanierung des Feriencamps in Bohsdorf einzusetzen, die Gemüter zum Kochen. "Bevor auch nur ein Euro der geplanten Mittel anderweitig eingesetzt werden kann, muss zunächst der Träger des Feriencamps die angeforderte und zugesagte Konzeption auf den Tisch legen", fordert der SPD-Fraktionschef. Erst dann sei es möglich, über die Zukunft des traditionsreichen Feriencamps zu entscheiden. Den Beschluss der Stadtverordneten zum Bau einer neuen Halle bezeichnet Dirk Süßmilch als richtig. Nun gehe es darum, die Vorzüge, Nachteile und Kosten für die möglichen Standorte abzuwägen. Die SPD trete dafür ein, die Bürger so stark wie möglich einzubeziehen.

Unterdessen zweifelt die Fraktion der Nächsten Generation am Sinn einer Stadtverordneten-Reise in das hessische Heringen, dessen Bad der CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel als mögliches Vorbild für Spremberg betrachtet. Dieses "vermeintliche Musterbad" sei "ein absolutes Desaster für die kleine Stadt", teilt Die Nächste Generation mit. Als Argumentationshilfe nutzt sie den Bericht des hessischen Landesrechnungshofes für das Jahr 2014, der die Belastung je Einwohner für das Schwimmbad in Heringen auf 193,9 Euro beziffert - deutlich über dem Mittelwert. Der Bericht des Landesrechnungshofes empfiehlt, die Stadt Heringen solle wie andere Gemeinden mit hohen freiwilligen Leistungen durch Schwimmbäder oder auch Dorfgemeinschaftshäuser prüfen, "ob kurzfristig Einsparungen möglich und inwieweit diese Leistungen langfristig noch finanzierbar sind".

Im Disput um die Zukunft der Bäder erhält die CDU allerdings auch Unterstützung - und zwar von der Fraktion der Vereinten Wählergruppen. Sie wird sich ohne ein klares Betreiber-Konzept gegen eine finanzielle Hilfe für das Feriencamp in Bohsdorf aussprechen, wie ihre Chefin Christina Schönherr mitteilt.

Der umstrittene Vorschlag von CDU-Fraktionschef Andreas Bränzel lautet: Im Spremberger Kochsagrund könnte ein neues Feriencamp entstehen, das sich aus dem Haushaltsplan für die Jahre 2017 und 2018 finanzieren ließe. Dieser Plan enthält bislang eine Investition von 360 000 Euro für die Sanierung des Feriencamps in Bohsdorf.

Die Spremberger Sozialdemokraten laden am Donnerstag, 26. Januar, um 19 Uhr zu einer öffentlichen Diskussion über die Bäderzukunft in den Schweizergarten ein.