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| 17:45 Uhr

Cottbuser Ostsee
Ein Mehrsprachenzentrum am Cottbuser Ostsee?

Cottbus/Spree-Neiße. Karin Tschuck vermisst in Plänen Sorbisch-Wendisches. Von Annett Igel-Allzeit

(ani) Die Pläne rund um den Cottbuser Ostsee haben Karin Tschuck aus Dissen-Striesow nachdenklich gemacht. Sie ist Mitglied des Spree-Neiße-Ausschusses für sorbische/wendische Angelegenheiten und vermisst bei den Vorhaben am ehemaligen Tagebau Cottbus-Nord etwas.

Seit 1978 seien mit Lakoma, Groß Lieskow, Klein Lieskow, Merzdorf und Tranitz fünf Orte der Kohle zum Opfer gefallen, zählt sie im Ausschuss auf. Dörfer mit sorbisch-wendischen Wurzeln und Traditionen. „Soweit ich die Pläne zum Ostsee nun überblicke, wird nichts ans Sorbisch-Wendische erinnern. Bestenfalls werden Tafel aufgestellt“, sagt sie und hat eine Idee: ein Mehrsprachenzentrum am Ostsee. Die Schule für niedersorbische Sprache und Kultur in Cottbus müsse für Veranstaltungen oft in andere Häuser ausweichen. Auch die Cottbuser Zweigstelle des Sorbischen Instituts platze aus allen Nähten. Mit dem Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU) habe sie gesprochen. „Er bezeichnet Cottbus gern als größte zweisprachige Stadt Deutschlands. Ihm hat die Idee gefallen“, sagt Karin Tschuck. Bundes- und Landesmittel müssten für das Vorhaben gewonnen und Oberspreewald-Lausitz und Dahme-Spreewald, die zwei anderen brandenburgischen Landkreise mit sorbisch-wendischem Siedlungsgebiet, ins Boot geholt werden.