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Sprembergs Innenstadt braucht Ideen
Sind sechs Ideen ein Anfang?

Die ehemalige Videothek ist ein Fenster zu Ortsteilen und Vereinen.
Die ehemalige Videothek ist ein Fenster zu Ortsteilen und Vereinen. FOTO: ti
Spremberg. Sprembergs Innenstadt braucht Ideen, um lebendig zu bleiben. Die Spremberger Land GmbH krempelt die Ärmel hoch, um sie umzusetzen. Doch nicht nur das Geld ist knapp, auch die Fantasie scheint flügellahm. Annett Igel-Allzeit

Sechs Ideen hat Karin Hesse, die Geschäftsführerin der Spremberger Land GmbH, eingesammelt. Eine magere Ausbeute. "Wir haben den Ideenwettbewerb noch einmal verlängert", sagt sie. Bis zum 15. Oktober. Dann will sie mit dem Wirtschaftsförderer ASG und der Stadt schauen, was sich realisieren lässt. Auch eine eigene Idee hat Karin Hesse in den Kasten gesteckt. "Ich schlage kleine Inseln, die zum Verweilen einladen, für die Innenstadt vor. Das könnte man mit kleinen Klettergeräten und Bänken schaffen."

Im August zum Heimatfest startete der Ideenwettbewerb "Spremberger bringen sich ein" mit der Schaufensteraktion. Fünf leer stehende Geschäfte sollten nicht wie tote Augen wirken, sondern Sprembergern Lust machen, hineinzuschauen, und zu Ideen motivieren.

Das Budget, das die Spremberger Land GmbH fürs Umsetzen der Ideen hat, ist nicht groß. Karin Hesse hofft deshalb auch auf Sponsoren. "Größere Projektideen reichen wir an die Stadt weiter."

Während in der ehemaligen Videothek Georgenstraße/Ecke Seilergasse Ortsteile und Vereine vorgestellt werden, wird in der Schlossstraße in der einstigen Zoohandlung das Arbeiten und Produzieren in Spremberg lila ausgeleuchtet. Schnell gefüllt war zu Freizeit und Tourismus auch das ehemalige Elektrofachgeschäft Krautz in der Langen Straße. "Der Wolf, den Peter Wolf uns dafür schnitzte, ist prächtig." Spaß gemacht habe auch die Dekoration des Schaufensters mit historischem Spielzeug in der Dresdener Straße. Spremberger haben privat Exponate beigesteuert, Nachbargeschäfte haben sich eingebracht, Unternehmen halfen. "Auch wenn wir im Gegenzug keine Werbung zulassen konnten - denn die Aktion wird mit Fördermitteln finanziert", erklärt Karin Hesse. Marcus Twarz half beim Transport, die Agentur Mädler beim Gestalten von Tafeln, Stephanie Windecker dekorierte die Schaufenster bis weit in die Nacht. Nur das fünfte Geschäft gleich neben Blumen-Winkler, das Gesichter der Stadt, gesehen von der Cottbuser Fotografin Maria Scarcello, zeigte, musste Karin Hesse wieder räumen. Ein Mieter sei gefunden, was auch ein Erfolg wäre. "Wir suchen für die Fotografien und Sprüche nun einen anderen leeren Laden", sagt sie. "Aktiv sein ist Leben für Bürger, Stadt und die Gemeinschaft", "Familie ist Liebe im Herzen", "Heimat mit Wurzel - Zukunft mit Visionen" gehören zu den Sprüchen. "Und die haben wir wirklich von Sprembergern", sagt Karin Hesse. Die Spremberger lassen sich bewegen, weiß sie. Aber dann stockt es plötzlich wieder. Die Gutscheine, die die GmbH in der Touristinformation fürs Einkaufen in Spremberg anbietet, werden von Bürgern wie Unternehmern für die Belegschaft gern gekauft, so Karin Hesse. "Aber die Liste der Läden und Firmen, wo Gutscheine eingelöst werden können, ist seit dem Start der Aktion kaum länger geworden." Und die Liste der Ideen für eine lebendige Innenstadt? In der Touristinformation steht noch bis zum Wochenende der Kasten für die Ideen der Spremberger.