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| 15:51 Uhr

Netzwerk Gesunde Kinder in Spremberg
Sie zeigt Kindern barfuß den Sommer

 Sarah Burckhardt will mit dem Image aufräumen, dass zum Netzwerk „Gesunde Kinder“ nur finanziell bedürftige Eltern gehen.
Sarah Burckhardt will mit dem Image aufräumen, dass zum Netzwerk „Gesunde Kinder“ nur finanziell bedürftige Eltern gehen. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Sarah Burkhardt hat den Sommer fürs Netzwerk „Gesunde Kinder“ geplant. Dringend sucht sie Familienpaten aus Welzow. Von Annett Igel-Allzeit

Barfuß-Parcours, Sonnenschutz-Picknick, Malen mit Eiswürfeln: Sarah Burkhardt will den Sommer über richtig etwas zu tun haben. Weit offen steht die Tür zum kleinen Büro des Spremberger Netzwerkes „Gesunde Kinder“ in der Fröbelstraße. Das liegt nicht nur an der Hitze. Sarah Burkhardt ist so. Lachend zieht sie einen bunten Kinderrucksack aus der Folie. „Den gibt es für unsere Kinder zum ersten Geburtstag“, sagt sie. Sie hat eine große Brille auf ihrer kleinen Nase. Greifen Kinder nach der Brille geht sie auf die Neugier ein.

Dass sie neu ist als Koordinatorin des Netzwerkes „Gesunde Kinder“ in Trägerschaft des Albert-Schweitzer-Familienwerkes (ASF) Brandenburg, schüttelt sie mit ihrem langen Pferdeschwanz weg. Sie sei am 20. Februar gestartet, hat sich schnell eingearbeitet, musste aber erst einmal eine Lücke schließen.

Die Lücke hatte keiner gewollt, aber die Fußstapfen, die Ina Schieke nach fast zehn Jahren hinterlassen hatte, waren groß. Ihr folgte zunächst Kristin Wauer. Im Februar 2008 war das Netzwerk in Spremberg gestartet – mit Albert-Schweitzer-Familienwerk und Krankenhaus an der Seite. Ina Schieke begann ein Netzwerk aufzubauen, das werdenden und jungen Eltern den Start mit ihrem Nachwuchs etwas erleichtern soll. Fachkräfte und Unternehmen wurden gewonnen, eine Gruppe von ehrenamtlichen Paten aufgebaut, die den Familien im Alltag zur Seite stehen, wenn es nötig wird.

Dass das in Spremberg wieder so wird, dafür ist Sarah Burkhardt angetreten. Sie wohnt in Cottbus, hat dort in diesem Jahr ihr Studium der Sozialen Arbeit abgeschlossen. In Spremberg aber ist sie aufgewachsen, zur Schule gegangen. „Ich bin in Spremberg immer noch gut vernetzt und verwurzelt – durch meine Familie und die Freunde“, sagt sie. „Und“, schiebt sie nach, „ich wollte schon immer zum Albert-Schweitzer-Familienwerk.“ Sie hatte das ASF schon als Kind und Jugendliche kennengelernt. „Ich habe auch den Offenen Jugendtreff besucht, bin zu den Ferienfreizeiten mitgefahren. Doch während die anderen Jugendlichen am Kicker-Tisch standen, habe ich mit den Jugendsozialarbeitern gequatscht und ihnen Löcher in den Bauch gefragt.“ Sie ging mit ersten Erfahrungen aus einer angefangenen Erzieherausbildung zum Studium der Sozialen Arbeit und hat in mehrere Spezialisierungen hineingeschnuppert. „Aber von klein auf wusste ich, dass ich etwas mit Kindern machen wollte“, so die 24-Jährige.

Sie hat von Ina Schieke und Kristin Wauer eine wunderbare Gruppe von Paten geerbt – Frauen und Männer. Sie hält Kontakt zu junge Familien, und sie hatte schon mehrere Gespräche mit Partnern. Was sie am meisten wurmt, ist das Image, dass nur finanziell bedürftige Familien ins Netzwerk kommen würden. „Das ist falsch, Hilfe und Rat brauchen doch alle jungen Familien mal“, sagt Sarah Burkhardt. Sie will mehr Transparenz und Mitspracherecht. Jeder und jede Beteiligte solle das Netzwerk mitgestalten können. „So lange du etwas organisierst, kannst du es nicht falsch machen. Du kannst im schlimmsten Fall daraus lernen, wie du es das nächste Mal anders angehen musst“, sagt sie.

Für September hat sie eine Impfberatung für Eltern und Paten organisiert – mit einer Apotheke und einer Heilpraktikerin. Gesunde Ernährung sei immer Thema – weshalb sie mit den Netzwerkeltern kocht und bäckt. Baby-Schwimmen gibt es wieder in Spremberg. „Allerdings ist der Kurs bereits voll.“ Und dass die Kinder die Natur erleben, ist ihr wichtig – zu allen Jahreszeiten. Sie hat schon gesucht, wer in der Region Mini-Ponys hat. „Auch den Tierpark Cottbus wollen wir besuchen“, sagt sie. Und zwar gemeinsam mit den Netzwerken in Cottbus, Kolkwitz, Guben und Forst. „Wir helfen uns gegenseitig, wenn es um Patenschulungen oder die beste Netzwerkanlaufstelle für Eltern geht“, sagt Sarah Burkhardt. In den Familientreffs des ASF in Spremberg und Welzow stellt sie sich regelmäßig vor. „Ich habe Familienpaten, die nach Welzow fahren. Aber ich will in Welzow selbst auch Paten finden.“