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Sie will es mal mit dem Ruhestand versuchen

Erika Nogai will nur noch ganz selten im Büro der Spremberger Freiwilligenagentur sitzen.
Erika Nogai will nur noch ganz selten im Büro der Spremberger Freiwilligenagentur sitzen. FOTO: Annett Igel-Allzeit
Spremberg. "Morgen wollte ich mal nicht hier sein." Erika Nogai, viele Jahre Leiterin der Freiwilligenagentur Spremberg, lacht. Annett Igel-Allzeit

Es ist schwerer, mit ihr einen Termin zu finden. Der 1. März war ihr erster Tag als Ruheständlerin: Morgens fuhr sie zur Eröffnung der Frauenwoche in Forst, nachmittags als Beiratsmitglied des Volkssolidarität-Verbandsbereiches Lausitz zur Sitzung in Cottbus. "Ich muss mich langsam freischwimmen. Meine Enkel helfen mir dabei, der Garten. Ich will wieder mehr zu malen."

2003 hatte sie begonnen, die Freiwilligenagentur aufzubauen. "Ich war arbeitslos und hörte von der Freiwilligenagentur in Cottbus. Ich fand, dass brauchen wir auch für Spremberg." Die Gleichstellungsbeauftragte Christina Bieder begeisterte sie mit dieser Idee. So gelang 2004 der scharfe Start. Träger wurde die Volkssolidarität, seit 2007 gehört die Agentur zur Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen.

Freiwilligenagenturen brauchen in der Koordination Fingerspitzengefühl. Durch sie soll kein Arbeitsplatz überflüssig werden. Aber da melden sich rüstige Senioren und auch junge Leute, die Zeit und Kraft haben, zu helfen. Andererseits gibt es Pflege- sowie Kinder- und Jugendeinrichtung, Familien und Senioren, die Hilfe brauchen. So ging es los mit Spaziergängen in Pflegeheimen. Seit 2006 gibt es das Großeltern-Projekt. Das Projekt für Lesemäuse ist ein Aushängeschild. Bei Umzügen und Veranstaltungen packen die Freiwilligen mit an. Seit 2015 bringen sie sich verstärkt in die Flüchtlingsarbeit ein. Stolz ist Erika Nogai auf die "Räuberleiter". Mit der Oberschule und der Altstadtsanierungsgesellschaft werden Mentoren gesucht, die Jugendliche bei der Berufswahl begleiten, mit ihnen Betriebe besuchen.

Ein ganzes Bündel Fäden übergibt Erika Nogai nun ihrer Nachfolgerin Sabine Rackel und Mitarbeiterin Manuela Kühn. Nur für die Frauennotwohnung bleibt sie weiter Ansprechpartnerin. "Und in der Flüchtlingsarbeit bringe ich mich weiter ein, weil sie so spannend ist und bereichert."