(ani) Einen sonnigen Platz zum Picknicken hat sich Carolin Dostal in dieser Woche mit Sprembergern und deren Gästen aus Szprotawa gesucht. Sie leitet die Kontakt- und Informationsstelle Selbsthilfe Spremberg (KISS) des Albert-Schweitzer-Familienwerkes (ASF) Brandenburg. Nachdem sich im Vorjahr die Selbsthilfegruppen „Frauen nach Krebs“ aus Spremberg und „Amazonki“ aus Szprotawa rege ausgetauscht hatten, fand auch Sprembergs Selbsthilfegruppe Depression Partner in Szprotawa. Bereits im Vorjahr besuchten die Spremberger Szprotawa, ließen sich die polnische Stadt zeigen, waren überrascht über den Zusammenhalt der polnischen Gruppe, die sich erst im Mai 2018 gegründet hatte.

Die Spremberger Selbsthilfegruppe Depression gibt es seit etwa zwei Jahren, zwischen 30 und knapp 60 Jahre alt sind die Mitglieder. Redebedarf haben sie fast immer. Geht ihnen der Gesprächsstoff doch mal aus, greifen sie in ihre Thementruhe voller Vorschläge.

Das zweitägige Treffen in dieser Woche hatte Carolin Dostal mit ihren Mitstreitern umfangreich vorbereitet. „Sogar über eine Stadt­rallye hatten wir nachgedacht. Zu voll sollte das Programm dann doch nicht werden“, sagt sie. Also wurde aus der Stadtrallye ein Picknick mit Obst, Gemüse, Kuchen und Kaffee. Der Stadtrundgang führte sie nach dem Schwanenteich hinauf zum Bismarckturm, den sie besteigen durften, und ins Sonntagsche Haus.Neben der ASF-Geschäftsführerin Kerstin Nowka und Jakub Boryna von der polnischen Seite des Zentrums für Bildung und Austausch (ZBA) waren auch zwei Studenten der Brandenburgisch Technischen Universität Cottbus-Senftenberg mit den Gruppen unterwegs. „Beide Studenten haben polnische Wurzeln und helfen uns regelmäßig als Dolmetscher“, ist Carolin Dostal dankbar.

Für den zweiten Tag des Treffens hatte Carolin Dostal für den Vormittag nach dem gemütlichen Frühstück im Albert-Schweitzer-Haus die Spremberger  Turmapotheke ins Boot geholt: mit einem Vortrag über alternative Heilmethoden.

Schon beim Thema Brustkrebs im Vorjahr konnten die Polen viel medizinisches Fachwissen mitnehmen. Im Gegenzug erfahren die Spremberger viel Herzlichkeit. Freundschaften entstehen. Gut tat in dieser Woche den Teilnehmern zudem, Sonne zu tanken. Beim Picknick hatten sie Schwanendame „Lady“ im Blickfeld – die brütete und brütete.

Gefördert werden die deutsch-polnischen Treffen von der Euroregion Spree-Neiße/Bober. Auf der polnischen Seite, so bestätigt es Jakub Boryna, regt das sogar die Gründung von Selbsthilfegruppen an. Carolin Dostal weiß, dass weitere Spremberger Selbsthilfegruppen auf ein Treffen mit polnischen Partnergruppen hoffen. Für die Gruppe Sucht denkt sie schon intensiv darüber nach.