| 16:22 Uhr

Nach dem Unglück in Spremberg
Schwerer Brand erschüttert Terpe

Wohnhausbrand am Silvestertag in Terpe
Wohnhausbrand am Silvestertag in Terpe FOTO: Detlef Bogott
Spremberg. Betroffene Familie kommt nach Feuer vom Silvesterabend bei Verwandten unter.

Seit der Silvesternacht hat die Familie von Detlef Langer kein eigenes Zuhause mehr. Nebenan bei seinen Schwiegereltern saßen sie, wollten in friedlicher Eintracht gemeinsam etwas essen – und plötzlich sahen sie, dass auf ihrem eigenen Grundstück der Dachstuhl in Flammen stand. Um 20.38 Uhr ging der Alarm bei der Feuerwehr ein. 20 Minuten später kamen die Einsatzkräfte am Pulsberger Weg in Terpe an, wie Detlef Langer berichtet. „Das Haus ist jetzt unbewohnbar“, sagt er. „Wir sind vorübergehend bei meinen Schwiegereltern eingezogen.“

Am Dienstag schauten sich Polizeibeamte auf dem Grundstück um. Die Ursache des Brandes ist nach wie vor unbekannt. Ein Schadensgutachter wird sich in den nächsten Tagen mit Detlef Langer am Brandherd treffen, auch ein Statiker will den Ort des Unglücks inspizieren, um einschätzen, ob Einsturzgefahr besteht: Am Grundstück verläuft ein öffentlicher Weg.

Ortsvorsteher Dieter Freißler zeigt sich ebenfalls erschüttert angesichts der Katastrophe, mit der die Familie aus Terpe zurechtkommen muss. „Wir werden im Ort eine Spendenliste herumgehen lassen, und vielleicht können wir beim Aufräumen helfen“, sagt er. „Wichtig ist erst einmal, dass kein Mensch bei diesem Brand zu Schaden kam.“

In einer ersten Mitteilung schätzten vom Neujahrstag schätzten Polizeibeamte den Sachschaden auf 200 000 Euro. Den Dachstuhl bezeichneten sie als „völlig zerstört“,

Schon kurz nach dem Unglück boten viele Menschen aus Terpe der Familie ihre Hilfe an. „Nachbarn haben uns mit dem Nötigsten versorgt“, sagt Detlef Langer.

Wohnhausbrand in Terpe FOTO:

„Tiefes Mitgefühl für die betroffenen Familie“ äußert auch der Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit im Spremberger Rathaus, Frank Kulik. Ebenso wie er kann sich Stadtwehrführer Frank Balkow derzeit nicht zum Grund für das Feuer äußern: Beide verweisen auf die Ermittlungen der Polizei, die noch andauern.

Neben der Löschgruppe aus Terpe waren Kameraden aus Schwarze Pumpe im Einsatz, aus dem Stadtkern, aus Weskow, Haidemühl und von der Werkfeuerwehr der Lausitz Energie Bergbau AG (Leag). Mehrere Stunden brauchten sie, um den Brand zu löschen.

„Gegen Mitternacht waren alle Einsatzkräfte wieder daheim an ihren Standorten“, sagt Frank Balkow. „Dann ging es gleich weiter, zu brennenden Mülltonnen, unter anderem in der Leipziger Straße und auf dem Marktplatz – und zu einem Feuer direkt neben unserem Gelände in der Karl-Marx-Straße.“

Bereits im Juni 2017 war der Dachstuhl eines Hauses am Spremberger Salzweg wegen eines Blitz­einschlages in Brand geraten. Ähnlich wie beim Feuer am Silvesterabend konnte die betroffene Familie nach dem Unglück nicht mehr in ihrem Haus wohnen. Wenige Tage vor dem Brand in Terpe erinnerte sich der Spremberger Stadtwehrführer an diesen Einsatz am Salzweg noch als eine der schwersten Katastrophen, mit denen sich die Feuerwehrleute im Jahr 2017 konfrontiert sahen – und er hoffte darauf, dass der Jahreswechsel ruhig verlaufen möge.

Derzeit ist unklar, ob die Ermittlungen der Polizei eine klare Ursache des Brandes in Terpe zu Tage führen werden. Detlef Langer sagt: „Bei dem Grundstück handelt es sich ja quasi um einen Vierseitenhof, der von einem Zaun und einer Mauer umgeben ist.“

Das ausgebrannte Haus in Terpe.
Das ausgebrannte Haus in Terpe. FOTO: Rene Wappler / LR