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| 17:36 Uhr

Ärger um Lastwagenverkehr in Spremberg
Schwarze Pumpe sucht ein Schild

Am Kreisverkehr gibt es jetzt erneuerte Hinweisschilder, nicht jedoch 100 Meter weiter, wo es darauf ankommt.
Am Kreisverkehr gibt es jetzt erneuerte Hinweisschilder, nicht jedoch 100 Meter weiter, wo es darauf ankommt. FOTO: René Wappler / LR
Spremberg. Die Verkehrsführung für Lkw in Schwarze Pumpe nervt viele Anwohner. Dabei schien das Problem mit ein paar neuen Hinweisschildern endlich gelöst zu sein. Weit gefehlt: Weil ein Wegweiser fehlt, rumpelts weiter kräftig durch „Pumpe“. Von Rene Wappler

Fast sah es so aus, als wäre das Verkehrsproblem in Schwarze Pumpe gelöst. Schilder weisen den Weg zur Nordstrecke in den Industriepark. So teilte es in der vergangenen Woche die Pressestelle des Landkreises mit. Trotzdem zeigt sich Göran Richter vom Ortsbeirat unzufrieden. „Ein wichtiges Hinweisschild fehlt nach wie vor“, sagt er. „Nämlich direkt an der Abfahrt von der Straße zwischen Schwarze Pumpe und der Innenstadt.“ Den Einwohnern sei damit nicht gedient.

Mittwoch, kurz vor 16 Uhr. Ein blauer Lastwagen biegt in den Kreisverkehr ein.  An der Straße steht Göran Richter. Sein Blick folgt dem Weg des Fahrzeugs. „Gleich wird er die alte Strecke durch den Ort nehmen“, sagt er. Tatsächlich. Der Lastwagen biegt nach Schwarze Pumpe ab, statt die nächste Ausfahrt zu nutzen. Sie würde ihn über die nördliche Grenze des Spremberger Ortsteils in den Industriepark führen. Insofern sich der Fahrer auskennt. Denn er müsste von der Bundesstraße nach rechts in den Hermann-Löns-Weg abbiegen, um zum Ziel zu gelangen.  Zwar steht ein Schild am Kreisverkehr. Nicht jedoch knappe hundert Meter weiter, wo es darauf ankommt.

Darüber ärgert sich Göran Richter. „Im Grunde führen die Schilder immer noch in die Irre“, erklärt er. „Wenn ich mich eindeutig nach ihnen richte, fahre ich durch den Kreisverkehr, nehme dann die Abfahrt zurück zur Innenstadt und verpasse die nördliche Strecke zum Industriepark.“ Stattdessen finde sich der unkundige Fahrer nach drei Kilometern wieder im Zentrum von Spremberg. Wo er gar nicht hin wollte.

Beim Landkreis arbeitet Reiner Ohm in der Straßenverkehrsbehörde. Er weist darauf hin, dass die Anordnung für die Wegweiser schon im März 2017 vorlag. Auch das Schild am Hermann-Löns-Weg sei nach wie vor geplant. „Dafür müssen aber noch die Fundamente gesetzt werden“, erläutert er. Der Landesbetrieb für Straßenwesen habe zunächst die vorhandenen Schilder geändert.

Das registriert auch der Ortsbeirat von Schwarze Pumpe. „Die Schilder wurden nicht neu aufgestellt, sondern entsprechend unserer Vorschläge überklebt“, sagt Göran Richter. „Aus Kostensicht finde ich die Lösung gut.“ Das neue Logo, das den Industriepark zeigt, gefällt ihm ebenfalls. „Nur verstehe ich nicht, dass es so lange dauert, bis diese Sache erledigt ist.“ Seit Jahren weise der Ortsbeirat auf die Schilder hin, und immer noch blieben Wünsche offen. Der Wirtschaftsförderer ASG in Schwarze Pumpe zeige, wie es besser geht. Innerhalb kurzer Zeit habe er ein gutes Konzept für den Verkehr aus dem Boden gestampft. „Wäre nur gut, wenn sich die Behörden an das Beispiel halten“, merkt Göran Richter an.

Bereits vor zehn Jahren begann die ASG mit einer Verkehrszählung, wie der technische Geschäftsführer Roland Peine berichtet. Damals hieß die Firma noch Altstadtsanierungsgesellschaft, kümmerte sich aber schon um neue Bereiche. Im Jahr 2009 folgte das Verkehrsmodell für den Industriepark. „Die logische Konsequenz lautete, dass die Lieferwagen nur nördlich und südlich um den Ortsteil herum fahren können“, sagt Roland Peine. Schnell entstand die Nordstrecke über den Hermann-Löns-Weg. Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) sagt über die geplante Südfahrbahn: „Nichts wäre besser für den Industriepark als der Bau dieser Trasse.“ Zudem soll die Straße die Einwohner entlasten. Viele von ihnen klagen über Lärm.

Die ASG konnte ihr Projekt so schnell durchziehen, weil sie ihren Fokus auf Schwarze Pumpe richtet. Das gibt Roland Peine zu bedenken. „Ich wusste aber auch, dass es mit den Schildern länger dauern wird“, erklärt er. „Für so etwas muss bei den zuständigen Verwaltungen ja erst mal ein Posten im Haushalt entstehen.“

Da setzt die Kritik an, die Göran Richter vom Ortsbeirat an den Landkreis richtet: „Jeder Tag, der seit dem Jahr 2015 verstrichen ist, gilt für uns als verloren.“ Der bisherige Weg zum Industriepark präge sich bei den Fahrern der Lastwagen ein. Um so schwieriger sei es, sie an neue Strecken zu gewöhnen. „Wir fühlen uns vom Landkreis ganz schön allein gelassen.“