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| 10:57 Uhr

Schülerverkehr
Auch Welzow ist ein Sonderfall

Welzow. Schülerbeförderung nach Großräschen braucht Zustimmung vom Land. Von Annett Igel-Allzeit

Für die Schüler aus Proschim, Welzow und Drebkau kann der bessere Schülerverkehr nach Großräschen nicht gleich nach den Sommerferien beginnen. Das betont Welzows Bürgermeisterin Birgit Zuchold (SPD). Sie freue sich zwar sehr, dass die Kreistagsfraktion SPD/Landwirtschaft und Umwelt für ihren Antrag auf Kapazitätserweiterung auch für den Schülerverkehr von und nach Großräschen Zustimmung geerntet hat. „Doch wir werden uns noch ein paar Monate gedulden müssen. Nach den Ausschreibungsverfahren laufen erst einmal die Vergaben“, erklärt sie. Außerdem sei die Schülerbeförderung durch zwei Landkreise – Spree-Neiße und Oberspreewald-Lausitz – ein Sonderfall, der einer Zustimmung durch das Land Brandenburg bedarf, erklärte Birgit Zuchold in der jüngsten Welzower Stadtverordnetenversammlung.

Aktuell, so hat die Bürgermeisterin erfahren, laufen auf Landkreisebene die Angebotsabfragen. „So sollen künftig auch die Proschimer Schüler in den Schülertransport eingebunden werden. Aber um eine optimale Beförderungsstrecke durch zwei Landkreise zu schaffen, werden wir uns weiter mit unseren Vorschlägen einbringen müssen“, erklärt die Bürgermeisterin.

Wie der Kreistagsabgeordnete Helmut Franz (SPD) als Stadtverordneter erläuterte, sollen mit dem Beginn des Schuljahres 2018/2019 genau 47 Schüler aus Welzow und Proschim, neun Schüler aus Neupetershain und 13 Schüler aus Drebkau täglich zur Friedrich-Hoffmann-Oberschule in Großräschen fahren.

Wie die Kreisverwaltung bestätigt, gibt es für die Frühanbindung der Welzower Schüler bereits seit dem Schuljahr 2014/2015 eine Vereinbarung mit dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis. Die Linie 615 der Verkehrsgesellschaft OSL fährt sie morgens. Möglich wurde die Vereinbarung unter anderem auch, weil der Landkreis eingestehen musste, dass er im Südwesten keine weiterführende Schule anbieten kann. Die aktuelle Schulentwicklungsplanung weist den Bedarf aus. Nach der Absage vom Land für eine weiterführende Schule in Kolkwitz kämpft derzeit Drebkau um ein Schulzentrum. Doch so lange kein Plan umgesetzt ist und in Cottbuser Schulen und der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg die Aufnahmemöglichkeiten nicht ausreichen, setzen Welzower auf Großräschen.

Da die Zahl der Schüler, die morgens nach Großräschen wollen, im August erneut wächst, schlägt die Kreistagsfraktion SPD/Landwirtschaft und Umwelt vor, dass morgens zwei Busse durchgehend von Welzow nach Großräschen fahren. Zustiege sollten in Neupetershain, mehreren Dörfern und Altdöbern gesichert werden. Am Nachmittag, so der Antrag, sollten von Montag bis Donnerstag um 13.30 und 14.30 Uhr durchgehende Busse eingesetzt werden. Freitags könnten die Busse um 13 Uhr in Großräschen starten, so der Vorschlag. Tatsächlich sind die bisherigen Busverbindungen am Nachmittag kompliziert, je nach Wohnort steigen die Schüler zwei- bis dreimal um, bevor sie zu Hause ankommen.

Wie der fraktionsübergreifende Antrag aus Döbern-Land für eine Erweiterung des Schülerverkehrs zwischen dem Schulzentrum Döbern und den Dörfern Döbern-Lands fand auch der Vorschlag von SPD/Landwirtschaft und Umwelt für den Südwesten des Kreises in der jüngsten Kreistagssitzung seine Mehrheit. Finanzdezernent Carsten Billing hat aber bereits auf die Zeit verwiesen, die die Gespräche mit den Verkehrsdienstleistern brauchen. Und der Kreistagsabgeordnete Raik Nowka (CDU) aus dem Spremberger Ortsteil Graustein hat angesichts der Anträge eine Gleichbehandlung gefordert. Die Qualität des Schülerverkehrs im Spree-Neiße-Kreis steht auf dem Prüfstand. Und es sollen laut Carsten Billing auch zusätzliche Kosten für eine Nachbesserung im Schülerverkehr im Nachtragshaushalt des Landkreises eingeplant sein. Ob die allerdings reichen, ist ungewiss. Carsten Billing wollte und konnte noch keine Zahlen nennen, da die Verhandlungen mit der DB Regio Ost zum Beispiel noch laufen.