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Spremberg
Von der Schlagzeile zur Metapher

Gedruckte Zeitung oder E-Paper: Die Achtklässler der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg greifen zu beiden Varianten der Lausitzer Rundschau.
Gedruckte Zeitung oder E-Paper: Die Achtklässler der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg greifen zu beiden Varianten der Lausitzer Rundschau. FOTO: Annett Igel-Allzeit / LR
Spremberg. Spremberger Schüler testen die Lausitzer Rundschau gedruckt und als E-Paper.

„Angela Merkels Tanz auf dem Drahtseil“ – das ist eine kreative Zeitungsüberschrift, wie sie die Deutschlehrerin Dagmar Kappert mag. Mit der Klasse 8 b der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg (BOS) steckt sie mitten im Medienprojekt „ZiSCH“, das die RUNDSCHAU mit Unterstützung des Energieversorgers enviaM umsetzt. Während auf dem Lehrertisch ein Stappel Zeitungen liegt, hängt die Box mit den Tablets zum Aufladen an der Steckdose. Die Schüler entscheiden, ob sie in der gedruckten Zeitung schmökern oder das Tablet nutzen. „Anfangs holten sich alle das Tablet mit dem E-Paper, aber nach und nach kehrten einige zur gedruckten Zeitung zurück, weil sie sich in ihr schneller orientieren.“ Das Tablet sei auch für Jugendliche noch gewöhnungsbedürftig.

Über die vier Wochen wurde der Projekthefter, den die Schüler anlegen, dicker. Artikel wurden auf ihre einzelnen Bestandteile hin auseinandergenommen, die Nachricht vom Bericht unterschieden, journalistische Texte mit Sachtexten und Literatur verglichen. Während literarische Geschichten komplett erfunden sein dürfen, versuchen Journalisten in ihren Recherchen der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen. Dass sich in trotzdem auch in journalistischen Texten Stilmittel wie Metaphern und Allegorien finden lassen – der Drahtseilakt der Bundeskanzlerin – mache neugierig und Spaß. Was die Schüler manchmal ärgert, sind lange Texte.

im Rahmen ihrer Berufsorientierung erfuhren sie, dass auch Anzeigenberater, Drucker, Buchhalter, Mediengestalter und Administratoren im Medienhaus arbeiten. Und dass Reporter oft Politik, Wirtschaft, Medizin oder Sprachen studieren, bevor sie für Zeitungen arbeiten.

Ob sie selbst kreativ werden, einen Beitrag schreiben? Darüber will Dagmar Kappert mit ihnen nachdenken. Unter dem Thema „Zeitung von morgen“ sind die Schüler zudem aufgerufen zu überlegen, wie das Medium in der Zukunft aussieht. Wird es in zehn Jahren noch eine gedruckte Ausgabe geben? Über welche Themen wird dann berichtet? Bis zum 4. Juli können Schüler Texte, multimediale Beiträge mit Fotos und Videos oder Zeichnungen beim LR-Medienverlag einreichen. Preise – von einem Tag im Medienhaus bis zu Überraschungspaketen – winken. Wie Dominic aus der 8 b der BOS sagt, würde er mehr Zeitung lesen, wenn sie mehr über Computerspiele berichtet.

Zisch Projekt Lausitzer Rundschau 4c
Zisch Projekt Lausitzer Rundschau 4c FOTO: Schubert, Sebastian / LR