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Schüler suchen nach dem besten Job

Junge Leute aus der Region informierten sich am Donnerstag in Schwarze Pumpe über mögliche Berufswege.
Junge Leute aus der Region informierten sich am Donnerstag in Schwarze Pumpe über mögliche Berufswege. FOTO: René Wappler
Spremberg. Mehr als 50 Schüler haben am gestrigen Donnerstag die Chance genutzt, sich in Schwarze Pumpe über ihren möglichen Berufsweg zu informieren. Firmen aus dem Industriepark und der Region luden die jungen Leute zum Zukunftstag ein. René Wappler

Der 17-jährige Max Klaue aus Forst sitzt an einem der Tische im Vattenfall-Klubhaus, vor ihm liegen mehrere Prospekte, und er hört aufmerksam zu, als ein Mitarbeiter des Energie-Unternehmens von den Berufsaussichten für Jugendliche erzählt. "Ich könnte mir schon vorstellen, eine Ausbildung zum Mechatroniker oder zum Industriemechaniker bei Vattenfall zu beginnen", sagt Max Klaue. "Dafür würde ich auch gern in die Spremberger Region ziehen - insofern sich mein Berufswunsch erfüllt."

Die 16-jährige Florentine Kiebach aus Spremberg ist aus einem anderen Grund zum Zuikunftstag nach Schwarze Pumpe gekommen. Sie hat noch keine konkrete Vorstellung von ihrem künftigen Beruf, hofft aber, eine Inspiration zu bekommen. Immerhin trägt sie sich bereits mit einem vagen Plan: "Etwas in der sozialen Richtung könnte mir gefallen", sagt sie. "Vielleicht entscheide ich mich ja am Ende dafür, Lehrerin zu werden."

Ebenfalls aus Spremberg stammt der 14-jährige Leon-Nelson Lara Toboso. Er hält sich mehrere mögliche Wege offen: "Falls alles so funktioniert, wie ich es mir denke, nehme ich ein Medizinstudium auf und werde Arzt", erklärt er. "Alternativ halte ich es aber auch für möglich, dass ich eines Tages als Mechatroniker arbeite."

Dazu passt, dass den Schülern gerade die Vattenfall-Auszubildende Tanja von genau diesem Beruf vorschwärmt: "Mir ist schnell langweilig", bekennt sie. "Deshalb war es mir wichtig, einen besonders vielseitigen Job zu finden - wie eben den des Mechatronikers."

Neben Vattenfall nutzen jedoch auch viele andere Unternehmen aus der Region die Gelegenheit, sich den Schülern zu präsentieren. Das Klubhaus zieren an diesem Vormittag unter anderem die Schriftzüge des Schokoladenherstellers "Felicitas" aus Hornow, der Papierfabrik Hamburger Rieger und der Firma "Actemium".

Auch Politiker aus der Spremberger Region schauen sich beim Zukunftstag um. Die Spremberger Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) sagt zu den Schülern: "Sie sind heute die wichtigsten Personen - vielleicht haben Sie ja schon einen klaren Berufswunsch, oder Sie begeben sich noch auf die Suche." Die Stadt Spremberg begleitet die Aktion nach den Worten der Bürgermeisterin, "weil wir ein Industriestandort sind und stolz darauf". Dabei spiele gerade der Industriepark Schwarze Pumpe eine herausragende Rolle. "Leider leben bei uns aufgrund des demografischen Wandels immer weniger junge Leute", stellt Christine Herntier fest. "Zugleich suchen viele Branchen neue Mitarbeiter." Schließlich verrät das Spremberger Stadtoberhaupt seinen ersten Berufswunsch. Bauingenieurin, das wollte sie als Schülerin werden. Doch daraus wurde damals nichts.

Der Bürgermeister der Gemeinde Spreetal, Manfred Heine (parteilos), schaut ebenfalls auf seine eigene Jugend zurück - und wagt dabei die Vermutung: "Es sind vielleicht 50 Prozent von Ihnen, die bereits wissen, wohin für sie die berufliche Reise geht." Die Unternehmer der Region stünden vor der Herausforderung, sich um junge Leute zu kümmern, wie es vorher kaum der Fall gewesen sei. Dies gelte jedoch nicht als Signal an die Schüler, sich nicht mehr anzustrengen. Eher sei das Gegenteil der Fall: "Eine Lehrstelle muss man sich auch heutzutage mit entsprechend guten Leistungen erstreiten", gibt Manfred Heine zu bedenken.

Aus Spremberg, Forst, Cottbus, Großräschen und Hoyerswerda sind die Schüler nach Schwarze Pumpe zum Zukunftstag gekommen, wie Anja Beck erläutert. Sie arbeitet in der Wirtschaftsförderung der Altstadtsanierungsgesellschaft (ASG), die diese Kontaktbörse zwischen Jugendlichen und Unternehmern organisiert hat.

Angesichts des starken Zuspruchs dürfte es wohl nicht bei diesem einen Angebot bleiben.