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Schüler erkunden Karrierechancen

Vivian Lara Toboso (r.) aus der 8. Klasse der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg interessiert sich für Berufe in der Krankenpflege. All ihre Fragen dazu konnte sie bei der Messe in Welzow an Lisa Stöhr (l.) und Auszubildende Corinna Heger vom Krankenhaus Spremberg stellen.
Vivian Lara Toboso (r.) aus der 8. Klasse der Berufsorientierenden Oberschule Spremberg interessiert sich für Berufe in der Krankenpflege. All ihre Fragen dazu konnte sie bei der Messe in Welzow an Lisa Stöhr (l.) und Auszubildende Corinna Heger vom Krankenhaus Spremberg stellen. FOTO: Würz
Welzow. Welche beruflichen Perspektiven bietet die Lausitz jungen Menschen aus der Region? Die 4. Ausbildungs-Kontakt-Messe in Welzow – organisiert von Vattenfall – hat das am gestrigen Mittwoch bestens zusammengefasst. Catrun Würz

Vom Windräder-Hersteller Vestas in Lauchhammer bis zum Möbelwerk Maja in Wittichenau, von der TU Bergakademie Freiberg bis zur Friseur GmbH "Elegant" reicht am gestrigen Mittwochnachmittag die Palette der Aussteller, die in einer kleinen Zeltstadt am Excursio-Besucherzentrum am Alten Bahnhof um die Aufmerksamkeit der ankommenden Schüler buhlen. 70 Unternehmen, kommunale Einrichtungen und Hochschulen aus der Region präsentieren ihre Ausbildungs- und Studienangebote vor rund 700 Schülern.

Die jungen Leute werden - zeitlich versetzt - mit Bussen aus zehn Schulen der gesamten Bergbauregion zwischen Rietschen, Weißwasser, Spremberg und Großrä schen nach Welzow gebracht. Den Transfer bezahlt das Bergbauunternehmen Vattenfall, das auch die gesamte Messe organisiert hat. "Als einer der größten Ausbildungsbetriebe sehen wir uns in der Verantwortung, den jungen Menschen ihre Chancen auf eine Ausbildung oder ein Studium hier in der Heimatregion näher zu bringen", sagt Vattenfall-Bergbauvorstand Uwe Grosser zur Eröffnung. Die Welzower Bürgermeisterin Birgit Zuchold sagt es auf ihre Weise: "Es geht darum, die Jugend hier in der Region zu halten."

Viele Lausitzer Betriebe, von denen einige inzwischen händeringend Nachwuchs suchen, haben die Einladung von Vattenfall zur Ausbildungsmesse gern angenommen. Wie auch die Terpe Bau GmbH als großes Bauunternehmen. Geschäftsführerin Corina Reifenstein erklärt. "Hier haben wir die Möglichkeit, mit den Jugendlichen persönlich in Kontakt zu kommen und wir können auch mal zeigen, was den Beruf eigentlich ausmacht." Sie findet es schade, dass viele Handwerksberufe den Jugendlichen zunehmend nicht mehr attraktiv erscheinen. Robert Schneider, der bei Terpe Bau im zweiten Lehrjahr als Hochbaufacharbeiter ausgebildet wird, gefällt jedoch sein Beruf. "Ich kann jeden Tag sehen, was ich mit meiner Arbeit geschafft habe", sagt er.

Am Stand der Polizei hat sich gerade eine dicke Menschentraube gebildet. Auch Martin Marschall hat sich dort eingereiht. Der Neuntklässler aus der Oberschule in Krauschwitz ist mit seinem Messebesuch zufrieden. "Ich habe mich zum einen über den Polizeidienst informiert, und zum anderen bei einigen großen Firmen mit technischen Berufen beraten lassen. Da werde ich jetzt weiter drüber nachdenken", sagt der 15-Jährige.

Ein bisschen exotisch wirken zwischen den großen Industriefirmen aus der Lausitz zwei Messe-Neulinge: Erstmals stellen sich der Uhrenbetrieb Glashütte Original aus Sachsen und der Vogtländische Musikinstrumentenbau Klingenthal den Jugendlichen in der Lausitz vor. Am Stand von Glashütte können die Schüler unter der Lupe eine Feinmechanik zusammensetzen. "Wir suchen dringend Nachwuchs für unser Unternehmen und bilden Uhrmacher und Werkzeugmechaniker aus", erklärt Ausbildungsleiter Gunnar Müller. Die Atmosphäre auf der Kontakt-Messe gefällt ihm jedenfalls. "Eine gute Gelegenheit, sich über die Berufschancen in dieser Region zu informieren."