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| 16:38 Uhr

Ausstellungseröffnung Spremberg
Die Lausitz hat viele Literaten

 Viel Zeit und die Lesebrille mitbringen sollten die Besucher der neuen Ausstellung „Kein unbeschriebenes Blatt“ im Niederlausitzer Heidemuseum im Kulturschloss Spree-Neiße in Spremberg.
Viel Zeit und die Lesebrille mitbringen sollten die Besucher der neuen Ausstellung „Kein unbeschriebenes Blatt“ im Niederlausitzer Heidemuseum im Kulturschloss Spree-Neiße in Spremberg. FOTO: Arlt Martina
Spremberg. Verlage und ihre Autoren stehen im Mittelpunkt der neuen Sonderausstellung im Kulturschloss. Auch wenn Fontane nur den Spreewald besuchte. Von Martina Arlt

Eckbert Kwast, der Fachleiter des Niederlausitzer Heidemuseums, weiß, dass Spremberg neben Werken von Erwin Strittmatter noch weit mehr Literatur zu bieten hat. „In der Region gab es viele Schriftsteller und Verlage, die ihre Spuren hinterlassen haben. So zeigen unsere Ausstellungsstücke Autoren und Verlage, die die Vergangenheit und Gegenwart widerspiegeln. Als Museum sammeln wir schon lange Zeit Literatur, Dokumente und Aufzeichnungen von besonderen Menschen, die in irgendeiner Form mit Spremberg verbunden waren“, so Eckbert Kwast.

Anlass für diese Präsentation ist der 200. Geburtstag des Schriftstellers, Journalisten und Theaterkritikers Theodor Fontane am 30. Dezember 2019. „Obwohl er bei seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg im heutigen Spree-Neiße-Kreis nur dem Spreewaldörfchen Burg einen kurzen Besuch abgestattete hatte. Das war im August 1859“, so der Fachleiter des Museums.

Die neue Sonderausstellung heißt „Kein unbeschriebenes Blatt“. Und sie stellt weniger bekannte Schriftsteller und Verlage der Region in den Mittelpunkt. 15 Vitrinen zeigen sehr interessante Dokumente, die vielen Menschen bislang unbekannt sind. Dabei sind Namen zu nennen wie Johannes Vogel, Renate Krüger, Kurt Karnauke und Hans Weber.

Der Saebisch-Verlag und die Druckerei wird vielen Sprembergern noch etwas sagen. Er gab Tageszeitungen, Bücher, Wegweiser, alles sehr heimatbezogen, heraus. Auch Geschäftspost wurde in diesem Verlag gedruckt, weiß Kwast. Die Druckerei befand sich am Spremberger Marktplatz. Noch heute erinnert der Saebisch-Brunnen auf dem Kleinen Markt neben dem Rathaus an diese Zeit.

Dr. Theodor Malade wurde in einer Spremberger Tuchfabrikantenfamilie geboren und war nicht nur Arzt, sondern auch Schriftsteller. Zuletzt lebte und wirkte er in der Rhön, wo er sehr bekannt war. Und natürlich fehlt der wohl bekannteste Autor der Lausitz, Erwin Strittmatter, in dieser Ausstellung nicht. Eckbert Kwast hat sich für das Buch „Ein Dienstag im September“ im Zusammenhang mit dem Künstler Lothar Sell entschieden.

Heimatliteratur aus dem Spree-Neiße-Kreis bietet ein breites Feld an Dokumentationen. So wird ein Teil der Heimatkalender aus Spremberg, Cottbus und Guben gezeigt. Auch die Kreiskalender Calau/Cottbus und Spremberg beinhalten sehr interessante Informationen. Die älteste Lektüre bringt die Besucher ins Jahr 1908. Historische Ortschroniken gehören zu den Raritäten. Auch Bücher und Literatur der Sorben und Wenden sind Teil der Ausstellung. Sie erzählen vom Leben, den Traditionen und Bräuchen der Sorben und Wenden. Märchen und Sagen waren von großem Interesse. Ein Blick über die Neiße zeigt Bücher aus den ehemaligen Kreisen Sorau und Sagan, verbunden mit aktuellen Publikationen der heute polnischen Orte.

„Die Bücher stammen zum großen Teil aus der museumseigenen Bibliothek und der Sammlung des Hauses. Aber ganz wichtig für uns war auch Andreas Peter vom Niederlausitz Verlag Guben, der uns mit Leihgaben half. Trotzdem dürfen unsere Besucher keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben. Die Palette der Autoren und Verlage in der Lausitz ist sehr breit gefächert“, sagt Eckbert Kwast.

 Am 25. April, 18 Uhr, ist eine „Stunde der Poesie“ mit dem Gubener Stadtwächter Andreas Peter im Niederlausitzer Heidemuseum in Spremberg geplant. Freuen dürfen sich die Zuhörer dann auf heitere Gedichte in Hochdeutsch und Mundart aus dem östlichen Teil der Niederlausitz. Diese Veranstaltung gilt als literarische Ergänzung zur aktuellen Sonderausstellung „Kein unbeschriebenes Blatt“.

Bis zum 12. Mai sind die Exponate zu bestaunen. Die nächste Ausstellung, die am 2. Juni, 14 Uhr, eröffnet werden soll, wird dann unter dem Motto: „Als Lauermann sein Unwesen trieb“ laufen und die Geschichte der Spremberger Heimatfeste erzählen.

 Viele Zeit und die Lesebrille mitbringen sollten die Besucher der neuen Ausstellung „Kein unbeschriebenes Blatt“ im Niederlausitzer Heidemuseum im Kulturschloss Spree-Neiße in Spremberg.
Viele Zeit und die Lesebrille mitbringen sollten die Besucher der neuen Ausstellung „Kein unbeschriebenes Blatt“ im Niederlausitzer Heidemuseum im Kulturschloss Spree-Neiße in Spremberg. FOTO: Arlt Martina