| 08:33 Uhr

Spremberg
Schon jetzt an Weihnachten denken

Gerd Debitz (2.v.r.) war 45 Jahre lang Lehrer und leitet  diesen Kurs seit fünf Jahrzehnten.
Gerd Debitz (2.v.r.) war 45 Jahre lang Lehrer und leitet diesen Kurs seit fünf Jahrzehnten. FOTO: Arlt Martina / Martina Arlt
Spremberg. Diesen Keramikkurs mit Kunstlehrer Gerd Debitz für Erwachsene gibt es bereits seit fünf Jahrzehnten.

„Es gab schon immer interessierte Frauen, die sich diesem schönen Hobby widmeten“, erinnert sich Birgit Kamenz an die Anfangszeit. Auch derzeit seien es zehn Frauen, die den Kurs füllen und mit großer Freude dabei sind. „Denn jeder kann seinem Hobby frönen und für Fragen steht Herr Debitz gern zur Verfügung“, lobt die Leiterin des Spremberger Mehrgenerationszentrums Bergschlösschen.

Vierzehntägig lädt nun Gerd Debitz zur Keramik-Runde in die Werkstatt des Bergschlösschens ein. Ohne viel Worte wissen die Kursteilnehmer genau, was sie an dem Abend gestalten möchten. „Die Herstellung eines  Keramikgefäßes ist nicht übers Knie zu brechen und kann nicht in kurzer Zeit fertiggestellt werden. Wir müssen jetzt im Oktober an Weihnachten denken. Jede Keramik ist ein Unikat. Zum einen kommt das jeweilige Tongefäß einmal bei einer Schrühbrandtempertur von 800 Grad in den Ofen. Dann werden die Keramikgegenstände mit Glasuren versehen und kommen später noch einmal zum Brennen bei einer Temperatur von 1030 Grad in den Ofen. Dabei entwickeln sich die Glasuren erst im Ofen und man staunt oft, was dann herauskommt“, so Gerd Debitz. Damit die Keramikfrauen die richtigen Farbvorstellungen haben, stellt Gerd Debitz anhand einer Tafel die verschiedenen Glasuren dar. Sehr viele Glasurfarben, von Morgentau bis Tigerauge, stehen den Keramikfrauen zur Auswahl. Schon jetzt müssen die Kursteilnehmer an Weihnachten denken, wenn sie kleine Geschenke für die Familie herstellen möchten. Im Allgemeinen werden Gebrauchsgefäße, Tiere und Figuren, hergestellt. Doch für die bevorstehende Weihnachtszeit stehen Räuchermännchen, Räucherhäuschen oder Engel auf der Wunschliste. In dieser Zeit dominiert die Korallen-Glasur. Stets bringen die Frauen ihre Ideen ein, was sie kreativ gestalten möchten.  

Auch Marion Rau gehört seit drei Jahren zu dieser Runde und kommt immer wieder gern zum Keramikkurs: „Ich habe auch oft Tonarbeiten von Behinderten mit, wo ich tätig bin. Auf Wunsch gestalte ich dann diese Arbeiten von den Behinderten hier im Kurs, trage die Glasuren auf. Nach Fertigstellung der Arbeiten nehme ich sie dann wieder mit und erkläre den Behinderten diese Figuren. Für mich persönlich werde ich in diesen Tagen einen Lampenschirm für meine Laube in Angriff nehmen, das ist mein Wunsch.“ Doch oft entstehen kleine Geschenke für die Enkelkinder oder auch Dekorationsmaterial für jede Jahreszeit.

Während es zu DDR-Zeiten Kinder- und Erwachsenenkurse gab, treffen sich heute nur noch die Erwachsenen zu ihrer gemeinsamen Leidenschaft. Derzeit sind die Kapazitäten des Kurses ausgeschöpft. Doch hin und wieder wird ein Platz frei. Vorsorglich können sich Interessierte im Bergschlösschen für diesen beliebten Keramikkurs anmelden. Das Bergschlösschen bietet mit der eigenen Werkstatt und einem Brennofen beste Voraussetzungen.