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| 16:18 Uhr

Neuhausen
Der Schöpfungsweg am Don-Bosco-Haus steht

Ein Schöpfungsweg wurde in Neuhausen am Don-Bosco-Haus eröffnet. Eine Franziskanerin weihte den Kahn, der das Wasser symbolisiert.
Ein Schöpfungsweg wurde in Neuhausen am Don-Bosco-Haus eröffnet. Eine Franziskanerin weihte den Kahn, der das Wasser symbolisiert. FOTO: LR / Annett Igel-Allzeit
Neuhausen. Franziskanerinnen aus Berlin, Nauen und Cottbus halfen bei der Segnung der sieben Stationen.

Wie lässt sich an einem kühlen Novemberabend nach 18 Uhr ein Schöpfungsweg eröffnen? Mit viel Licht und Franziskanerinnen, die Spaß verstehen. Nicht nur ihre weißen Hauben und der weiße Talar des Diozesanjugendseelsorgers Marko Dutzschke aus Cottbus halfen den zahlreichen Gästen, den schmalen Weg vom Gottesdienst in der St.-Hedwig-Kirche zu den sieben Stationen des Schöpfungsweges zu finden. Auch bunte Strahler, nostalgische Fackeln und kleine Laternen, die Kinder mitgebracht hatten, leuchteten. Jugendliche, junge Familien, Nachbarn des Don-Bosco-Hauses in Neuhausen und Mitglieder der katholischen Gemeinde waren gekommen und Franziskanerinnen aus Cottbus, aus Berlin und aus Nauen. „Sind Sie Schwestern, die segnen können?“, fragte Marko Dutzschke die Franziskanerinnen hoffnungsvoll. Sie können, und so wedelten sie Weihwasser an allen sieben Stationen – am Spreewaldkahn, der für das Wasser steht, an dem Steinmosaik für Sonne, Mond und Sterne, an der Bank für die Liebenden, an der bunten Schlange, dem großen Windspiel, der Feuerschale und dem besonders beeindruckenden Autowrack, das zur Hälfte aus der Erde ragt.

Nein, der Schöpfungsweg in Neuhausen ist kein Wanderweg über fünf Kilometer oder ein Pilgerweg über 50 Kilometer. Er ist eher ein Kreis, ein kleiner Rundweg ganz vorn am Zaun auf dem  Don-Bosco-Gelände in der Bräsinchener Straße. Innerhalb von fünf Jahren haben ihn Jugendliche aus Deutschland und aus Polen geschaffen – in gemeinsamen Öko-Kursen und Öko-Camps, wie Marko Dutzsche erzählte. Mit der Kreiszahl Pi musste gerechnet werden, Steine waren auf dem Baumarkt auszusuchen, erzählte Arkadiusz Müller. Und Tobias Banaszkiewicz weiß noch, wie er darüber nachgedacht hatte, ob ein Spreewaldkahn am Don-Bosco-Haus in Neuhausen senkrecht stehen und morsch werden könnte, ohne das irgendwann spielende Kinder in Gefahr sind.

Der Spreewaldkahn liegt heute und lädt zum Einsteigen ein. Den Schlangenkopf stützt eine Leiste, die Bank ist lauschig von Sträuchern umwachsen. Hier sollen Kinder spielen, Jugendliche kichernd sitzen und Erwachsene schlendern und entdecken und sich erinnern dürfen – an einen Sonnenaufgang am Meer, an Freunde, mit denen sie einmal am Lagerfeuer saßen, an eine Bergwanderung, wo der Wind heftig zupfte.

In der gut besetzten St.-Hedwig-Kirche wurde gesungen. Markus Dutzschke erzählte von König David und dem heiligen Franz von Assisi, auf dessen Sonnengesang dieser Schöpfungsweg zurückgeht. Und ein Stück Schöpfungsgeschichte aus der Bibel wurde gelesen. Schöpfung schauen und staunen, dahin will Marko Dutzschke mit dem kleinen Schöpfungsweg in Neuhausen.

Und bei Tageslicht sehen die Besucher auch, dass ein Weinstock aus dem Autowrack heraus wächst.